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Neco A., der Pate von Köln: Gefährlichster Rockerboss Europas aus Haft entlassen

Der Einfluss von Neco A. soll bis in die Strukturen der deutschen Hells Angels reichen. Bild: Paul Zinken / dpa

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Als Neco A. im Juni 2018 mit 30 weiteren Verdächtigen einfuhr, sind die Vorwürfe gegen ihn Legion. Unter anderem wurden ihm und seinen Handlangern Bedrohung, Erpressung und die Bildung einer kriminellen Organisation vorgeworfen. Dass die Spezialkräfte, die ihn in Cesme in der türkischen Provinz Izmir festsetzten, noch zig Waffen bei ihm fanden, ließ den ehemaligen "Paten von Köln" alles andere als gut dastehen.

Türkische Polizei lässt Rockerchef Neco A. nach dreimonatiger Untersuchungshaft frei

Ins Visier der Ermittlungen war Neco A. geraten, weil er sich zuvor geweigert hatte, Verdächtige aus den eigenen Reihen im Zuge zweier Mordfälle an die Behörden auszuliefern. Wie die "Bild" berichtete, habe letzten Endes die Beweislast gegen den Rockerchef und seine Männer wohl nicht ausgereicht und die Polizei musste ihn nach einer dreimonatigen Untersuchungshaft wieder freilassen.

Wer ist der "Pate von Köln"?

Der 1972 in Köln geborene Neco A. begann in den 1990er Jahren, seinen Einfluss auf das Kölner Rotlichtmilieu zu stärken und beteiligte sich an diversen Bordellen. Als Obsthändler getarnt kontrollierte er ab 1999 die mächtigste Gruppe der Zuhälter Kölns. 2002 wurde er unter anderem wegen Erpressung, Zuhälterei und Menschenhandel verhaftet und 2004 zu neun Jahren Haft verurteilt. 2007 wurde er in die Türkei abgeschoben.

Hier begann sein Aufstieg dann so richtig. Der heute 46-Jährige wurde 2010 zum Präsident der "Hells Angels MC Nomads Türkei" ernannt und scharte Hunderte Rocker um sich. Sein Einfluss reicht weit über die türkischen Grenzen hinaus, auch nach Deutschland soll er gute Verbindungen haben.

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