Lokales

Polizei-News Hamburg, 14.07.26: Jahresbericht Feuerwehr Hamburg 2025: Mehr Brandschutz-Einsätze, Investitionen in Technik und Infrastruktur

Feuerwehr für das Presseportal Bild: Adobe Stock / neuhold.photography

  • Artikel teilen:

Am heutigen Dienstag haben Innensenator Andy Grote, der Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg, Jörg Sauermann, und der Landesbereichsführer der Freiwilligen Feuerwehr, Harald Burghart, den Jahresbericht der Feuerwehr Hamburg für das Jahr 2025 im Rahmen der Landespressekonferenz im Rathaus vorgestellt.

Im vergangenen Jahr wurden Feuerwehr und Rettungsdienst zu insgesamt 333.394 Einsätzen (2024: 334.630) gerufen, was einem minimalen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch wurden die Einsatzkräfte bei mehreren herausragenden Einsatzlagen stark gefordert. Besonders in Erinnerung blieben dabei das ICE-Unglück im Hamburger Stadtteil Rönneburg im Februar, der Brand im Marienkrankenhaus im Juni und der mehrtägige Großbrand auf der Veddel im August.

Mehr Einsätze im Brandschutz - weniger Einsätze in der Technischen Hilfeleistung

Während die Einsätze in der Technischen Hilfeleistung aufgrund weniger ausgeprägter Unwetterlagen deutlich um mehr als 2000 auf insgesamt 22.595 Einsätze zurückgingen, verzeichnete die Feuerwehr im Jahr 2025 einen leichten Anstieg bei den Einsätzen im Brandschutz sowie im Rettungsdienst. Entgegen dem bundesweiten Trend stiegen die Einsatzzahlen im Rettungsdienst jedoch nur leicht um etwa 0,37 Prozent auf 296.394 Einsätze an.

Die Zahl der Einsätze im Brandschutz stieg ebenfalls leicht von 12.840 im Jahr 2024 auf 13.157 im Jahr 2025 an. Die Feuerwehr stufte 24 dieser Einsätze als Großbrände ein. Dabei handelt es sich um Einsätze, bei denen mehr als drei Strahlrohre zur Brandbekämpfung eingesetzt werden mussten. Trotz der Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (16 Großbrände im Jahr 2024) zeichnet sich in der Langzeitbetrachtung weiterhin ein Abwärtstrend ab. Auch bei den Brandtoten zeigt sich - trotz Schwankungen von Jahr zu Jahr und einem Rekordtiefstwert in 2024 - über die letzten 20 Jahre eine positive Langzeitentwicklung. 11 Personen kamen 2025 bei Brandereignissen ums Leben. Die Feuerwehr Hamburg weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Wichtigkeit von funktionierenden Rauchwarnmeldern hin. Diese retten im Notfall Leben!

Der Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr Hamburg wurde im Jahr 2025 zu insgesamt 146 Einsätzen gerufen. Die Spezialisten konnten vier große Sprengbomben sowie unzählige kleinere Munitionsstücke unschädlich machen. Zusätzlich führte die Gefahrenerkundung 7.889 Luftbildauswertungen auf privaten oder gewerblichen Antrag durch.

Einen herausragenden Beitrag für die Sicherheit der Hamburgerinnen und Hamburger leisteten im vergangenen Jahr die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren. Nachdem die Alarmierungen der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 2024 insbesondere aufgrund von Unwetterereignissen einen Höhepunkt erreicht hatten, bewegen sich die Zahlen im Jahr 2025 wieder auf dem Niveau von 2023. Insgesamt wurden die Einsatzfahrzeuge der ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu 10.720 Einsätzen gerufen (-10,27 Prozent). Auch hier ist eine Zunahme bei den Einsätzen im Brandschutz und eine deutliche Abnahme bei der Technischen Hilfeleistung erkennbar. Mit 7.796 Alarmierungen im Brandschutz verzeichnet die Freiwillige Feuerwehr damit einen neuen Höchststand. Sie sind eine unverzichtbare Stütze bei der erfolgreichen Bewältigung des Einsatzgeschehens.

Feuerwehrfamilie wächst kräftig weiter

Gestiegen ist zugleich auch die Zahl der Einsatzkräfte bei der Feuerwehr Hamburg. So wuchs die Feuerwehr im vergangenen Jahr um 77 Mitarbeitende auf 3.729 Mitarbeitende an. Damit konnte die Feuerwehr Hamburg seit 2017 um insgesamt mehr als 700 Mitarbeitende verstärkt werden. Die Priorität liegt dabei weiterhin auf der Stärkung des Einsatzdienstes. Neben 2.804 Feuerwehrbeamtinnen und -beamten sowie Angestellten im Rettungsdienst waren zuletzt 468 Mitarbeitende in der Verwaltung beschäftigt. Hinzu kommen weitere 448 Nachwuchskräfte für den Einsatzdienst. Neun weitere absolvierten ihre Ausbildung in anderen Bereichen der Feuerwehr.

Ebenso konnte die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Mitgliederzahlen verzeichnen. Besonders stark wuchs dabei die Zahl der Helden von morgen in den Minifeuerwehren. Im Jahr 2025 sind zu den bereits bestehenden 17 Minifeuerwehren vier weitere dazugekommen. In den Minifeuerwehren werden Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren spielerisch in ihrer Entwicklung gefördert und an die Gemeinschaft der Feuerwehr herangeführt. Die positive Entwicklung setzt sich fort: Mit der Gründung von vier weiteren Minifeuerwehren wurde die Zahl der Neugründungen des Vorjahres bereits zur Jahresmitte 2026 erreicht. Damit existieren heute insgesamt 25 Minifeuerwehren. Ein bis zwei weitere Gründungen sollen in diesem Jahr noch folgen. Insgesamt leisteten 5.561 Mitglieder der Einsatzabteilung, der Jugendfeuerwehren, der Minifeuerwehren, der Musikzüge und der Ehrenabteilung ehrenamtlich Dienst für die Stadt Hamburg.

Um für die Männer und Frauen in ihrem täglichen Einsatz für Hamburg bestmögliche Bedingungen zu schaffen, investiert der Senat - auch unter schwierigen Haushaltsbedingungen - weiter in die Beschaffung neuer Fahrzeuge und Technik sowie in den Ausbau der Sicherheitsinfrastruktur. So wurden vergangenes Jahr insgesamt 68 neue Fahrzeuge im Wert von fast 30 Millionen Euro beschafft, wodurch der Fuhrpark der Feuerwehr weiter erheblich modernisiert werden konnte.

Nach der Eröffnung des neuen Hörsaal- und Trainingsgebäudes der Feuerwehrakademie ist für die kommenden Monate die Indienststellung der neuen Feuer- und Rettungswache Finkenwerder sowie der zusätzlichen Feuer- und Rettungswache Schnelsen vorgesehen. Damit stellt sich die Feuerwehr Hamburg im Hamburger Norden noch einmal deutlich stärker und präsenter auf. Ebenfalls geplant ist die Einweihung der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren in Kirchsteinbek und Sülldorf-Iserbrook. Um die Sanierungsoffensive für die Häuser der Freiwilligen Feuerwehren fortzusetzen, investiert der Senat auch Hamburger Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes (LuKIFG) in Höhe von 20 Millionen Euro und setzt damit einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung der Feuerwehr.

Innensenator Andy Grote: "Gerade Einsätze wie der Großbrand auf der Veddel zeigen, was für einen verdammt harten und gefährlichen Job unsere Hamburger Feuerwehrleute für uns alle machen. Beim Brand im Marienkrankenhaus hat die Feuerwehr vielen Menschen das Leben gerettet. Wir alle schulden ihnen Dank und Rückendeckung. Als Senat werden wir die Leistungsfähigkeit auch in der schwierigen Haushaltslage weiter stärken. Wir investieren insbesondere in die Beschaffung moderner Einsatzfahrzeuge und in den Bau und in die Modernisierung unserer Feuerwachen."

Jörg Sauermann, Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg: "Wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, stelle ich erneut das enorme Engagement und die Schlagkraft der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Hamburg fest. In 333.394 Einsätzen standen ehren- und hauptamtliche Feuerwehrangehörige den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt in ihren schwierigsten Stunden zur Seite. Unsere Einsatzzahlen bewegen sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Dem schnellen Anstieg konnten wir jedoch - entgegen dem bundesweiten Trend - vor allem im Rettungsdienst mit gezielten Maßnahmen begegnen. Diese wertvolle Arbeit in allen Bereichen der Feuerwehr Hamburg dokumentiert dieser Bericht."

Harald Burghart, Landesbereichsführer der Freiwilligen Feuerwehr: "Das Jahr 2025 steht für die Freiwillige Feuerwehr Hamburg ganz im Zeichen des Aufbruchs und der Zukunftssicherung. Die große Fahrzeugübergabe ist ein Meilenstein für unsere Einsatzbereitschaft und ein starkes Signal der Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement unserer Kameradinnen und Kameraden. Besonders stolz macht mich die exponentiell wachsende Zahl an Minifeuerwehren: Sie zeigt, dass wir es schaffen, schon die Jüngsten für den Dienst am Nächsten zu begeistern und so die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr nachhaltig zu sichern. Die Entwicklung der Einsatzzahlen unterstreicht eindrucksvoll, wie unverzichtbar unser Beitrag für die Sicherheit Hamburgs ist. Gemeinsam gestalten wir eine starke Feuerwehr - heute und für kommende

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Feuerwehr Hamburg vom 14.07.2026 gegen 15:06 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Aktuelle Meldungen aus der Region Hamburg:

/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.