Polizei-News Wiesbaden, 26.06.26: Nach Festnahme eines Geldabholers - Anklage gegen 22-Jährigen erhoben
Die Polizei informiert über ein aktuelles Kapitalverbrechen (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Marcus Brandt
Erstellt von Team Datenjournalismus
26.06.2026 10.27
Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Wiesbaden und des
Mittwoch, 10.12.2025, 13:53 Uhr
(kq)Nachdem die Polizei Wiesbaden am 10.12.2025 einen mutmaßlichen Geldabholer nach einem "Anruf falscher Polizeibeamter" festgenommen und dabei Bargeld in Höhe von rund 245.000 Euro sichergestellt hatte, wurde nun Anklage gegen den 22-jährigen Angeschuldigten vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Wiesbaden erhoben.
Bereits am 11.12.2025 berichtete die Polizei über den Fall, bei dem eine Seniorin in Wiesbaden von Betrügern telefonisch unter Druck gesetzt worden war. Nach der Übergabe des Bargeldes konnte der damals 22-jährige Mann aus dem Raum Dormagen durch Einsatzkräfte festgenommen werden. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.
Nach umfangreichen Ermittlungen unter der Federführung der Kriminalpolizei Wiesbaden ergab sich der Verdacht, dass der Angeschuldigte Teil einer aus dem Ausland agierenden Betrügerbande gewesen sein soll. Er soll innerhalb Deutschlands eine führende Rolle in der Bandenstruktur eingenommen, das inländische Netzwerk geleitet und als sogenannter Logistiker weitere Bandenmitglieder angeworben haben.
Die Anklage wirft dem Angeschuldigten gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in mehreren Fällen vor. Die mutmaßlichen Täter sollen dabei nach den bekannten Maschen "falscher Polizeibeamter" beziehungsweise "falscher Rechtsanwalt" vorgegangen sein. In einigen Fällen gaben sich Mittäter am Telefon als Polizeibeamte aus und behaupteten, die Vermögenswerte der Geschädigten seien in Gefahr und müssten übergeben oder auf ein vermeintlich sicheres Konto transferiert werden. In anderen Fällen sollen sich die Täter als angebliche Rechtsanwälte ausgegeben und Zahlungen zur Abwendung vermeintlich bevorstehender Zwangsvollstreckungen gefordert haben.
Im Zuge der Ermittlungen konnten der Gruppierung weitere bundesweite Taten zugeordnet werden. Betroffen waren unter anderem Geschädigte aus Neuss, Köln, München, Gera, Coburg, Neukirchen im Erzgebirge, Bonn und Nordhorn. Insgesamt soll die Gruppierung im Zeitraum von Juni bis Dezember 2025 Vermögenswerte in Höhe von rund 680.000 Euro erlangt haben.
Darüber hinaus wird dem Angeschuldigten zur Last gelegt, sich im vergangenen Jahr mit weiteren Mittätern zu einem Wohnungseinbruchsdiebstahl sowie einem Mord in Köln verabredet zu haben. Zur Ausführung der geplanten Tat kam es letztlich nicht. Weitere Auskünfte in diesem Zusammenhang erfolgen durch die Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin: Die Polizei, Staatsanwaltschaften oder andere Behörden werden Sie niemals dazu auffordern, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben oder auf vermeintlich sichere Konten zu überweisen. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen, legen Sie im Zweifel auf und verständigen Sie die Polizei über den Notruf 110.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Wiesbaden - vom 26.06.2026 gegen 09:49 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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