Polizei-News Gießen, 15.05.26: Hauptzollamt Gießen: 2,4 Milliarden Steuereinnahmen, 13 Millionen Warensendungen abgefertigt
Der Zoll meldet einen aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Sina Schuldt
Erstellt von Team Datenjournalismus
15.05.2026 07.22
Einnahmen in Milliardenhöhe, Schutz vor Produktfälschungen und Drogen in Paketen, Vollstreckung von offenen Forderungen, Kontrollen in Zügen und auf den Autobahnen sowie Bekämpfung illegaler Beschäftigung. So unterschiedlich die einzelnen Aufgaben auch sind, stehen sie beispielhaft für das vielfältige Arbeitsspektrum der Zöllnerinnen und Zöllner des Hauptzollamtes Gießen im Jahr 2025, mit ihren Zuständigkeiten in Nord-, Ost- und Mittelhessen."Der Zoll ist viel mehr als eine Behörde an der Grenze. Er ist eine der wichtigsten Säulen der staatlichen Sicherheits- und Finanzarchitektur. Mit seinen vielfältigen Aufgaben sorgt er dafür, dass der internationale Warenverkehr funktioniert, Steuern korrekt erhoben werden und Kriminalität konsequent bekämpft wird", betont die Leiterin des Hauptzollamtes Gießen, Uta Ruge.Einige Schwerpunkte der Jahresbilanz 2025 im Einzelnen:Insgesamt konnte das Hauptzollamt Gießen Steuereinnahmen von rund 2,4 Milliarden Euro verzeichnen. Hierunter fallen nicht nur die Einfuhrumsatzsteuer, Zölle und Verbrauchsteuern, sondern auch die KFZ-Steuer.Zu den zentralen Aufgaben der Zollverwaltung zählt die Warenabfertigung - von der Containerladung bis zum Postpaket. Beim Hauptzollamt Gießen sorgen die Beschäftigten an den Zollämtern in Oberursel, Wetzlar, Marburg, Kassel, Fulda und Bad Hersfeld täglich dafür, dass grenzüberschreitende Warenströme möglichst reibungslos fließen. Im Jahr 2025 fertigten sie rund 13 Millionen Warensendungen im Bereich Einfuhr, Ausfuhr und Versand ab. Hierunter fallen auch die zahlreichen Paketsendungen des internationalen Postverteilzentrums in Niederaula.Dabei überwachen die Bediensteten an den Zollämtern neben der Erhebung von Einfuhrabgaben auch die Einhaltung von Verboten und Beschränkungen nach anderen Gesetzen wie den Zollvorschriften wie z. B. das Lebensmittel-, Marken- oder Waffenrecht, sowie das Produktsicherheits- und das Betäubungsmittelgesetz. Aufgrund von Verstößen gegen das Markenrecht wurden im Jahr 2025 insgesamt allein 5.578 Warensendungen im Wert von rund 1,8 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen.Die Beschäftigten beim Zollamt Wetzlar stoppten eine Sendung aus Großbritannien mit 480 Stück Kopfhörern eines bekannten Herstellers. Die Prüfung ergab eindeutig: Es handelte sich um Fälschungen, die die Markenrechte des Herstellers verletzten.Beim Zollamt Kassel führte bereits der Geruch einer Sendung mit der Deklaration "Kräutermischung und Pflanzenölen" auf die richtige Spur. Der Verdacht bestätigte sich beim Öffnen des Paketes: 520 g Cannabissamen, 140 g Cannabismischung und fünf Liter Cannabisöl wurden sichergestellt - ein Verstoß gegen das Konsumcannabisgesetz.Auch beim Zollamt Oberursel griff der Zoll ein: Zwei aus China importierte Hubwagen wiesen gefälschte Prüfkennzeichen auf und erfüllten nicht die Anforderungen an die Produktsicherheit. Die Geräte wurden aus dem Verkehr gezogen und vernichtet.Mit dem wachsenden E-Commerce-Boom steigt auch das Abfertigungsvolumen im privaten Postverkehr kontinuierlich. Dabei gilt: Pakete aus Nicht-EU-Ländern darf der Zoll öffnen und prüfen - auch wenn der Absender beim Online-Kauf nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. Vor der Bestellung lohnt es sich daher zu prüfen, ob die gewünschte Ware überhaupt eingeführt werden darf. Im Internet bestellte Waren (vor allem Elektronik), die die Voraussetzungen des Produktsicherheitsgesetzes nicht erfüllen, werden vernichtet oder zurückgesandt.Auch im Bereich Artenschutz kam es 2025 im Internationalen Postzentrum Niederaula zu mehreren außergewöhnlichen Aufgriffen:So wurden bei 21 Sendungen aus der Schweiz insgesamt 6.840 Tabletten des Medikaments "Padma 28 N" sichergestellt. Neben der unzulässigen Einfuhr stellte sich hier heraus, dass das Präparat die streng geschützte Himalayaschartenwurzel enthielt.Es wurde außerdem versucht, eine in Formaldehyd präparierte Königspython in einer Glaskugel sowie ein Bilderrahmen mit einem präparierten Schwalbenschwanz aus Großbritannien einzuführen. Auch diese Sendung stoppte der Zoll.Zudem wurde der Versuch, 40 lebende und geschützte Kakteen aus Israel einzuführen unterbunden.Die Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) mit den Standorten in Gießen und Kassel überwacht den kompletten Zuständigkeitsbereich des HZA Gießen von 15.500 Quadratkilometern.Ihr Auftrag: mobile zoll- und verbrauchsteuerrechtliche Kontrollen. Dabei überwacht sie nicht nur den grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr, sondern auch die Einhaltung von Verbrauchsteuervorschriften im Inland.10.701 Kontrollen ergaben Steuerfestsetzungen in Höhe von 184.165,00 Euro und zahlreiche Sicherstellungen im Rahmen von eingeleiteten Ordnungswidrigkeit- und Steuerstrafverfahren. Allein bei Tabaksteuerwaren wurden rund 675 kg Tabak, rund 654.704 Stück Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Heets sowie rund 870 Liter Liquide sichergestellt. Darüber hinaus stellten die Kontrolleure fast 1,7 Tonnen Betäubungsmittel sowie 25.601 Stück und 4.846 ml Arznei- und Dopingmittel sicher. Auch 20 Waffen und 66 kg Sprengstoff/Feuerwerkskörper wurden aus dem Verkehr gezogen.
Zusatz für die Medien in Bad Hersfeld/OsthessenMit rund 180 Beschäftigten gehört die Vollstreckungsstelle Bad Hersfeld des Hauptzollamtes Gießen zu den größten des Zolls in Deutschland. Sie ist für ganz Hessen zuständig und kümmert sich nicht nur um die offenen Forderungen des Zolls, sondern auch um Ansprüche der Bundesagentur für Arbeit, der Sozialversicherungen und weiterer Bundesbehörden.Im Jahr 2025 wurden dort etwa 422.000 Vollstreckungsfälle bearbeitet und über 213 Millionen Euro beigetrieben - ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.Ein Teil der gepfändeten Gegenstände landet in der bundesweit einzigartigen Zoll-Auktion, die ebenfalls in Bad Hersfeld betrieben wird. Die Plattform war auch im vergangenen Jahr sehr gefragt: Neben Fahrzeugen, Schmuck, und Alkoholika wurde sogar ein komplettes Holzhaus angeboten.Insgesamt erzielte die Auktion des Zolls einen Umsatz von 123 Millionen Euro.Damit kann der Zoll nicht nur seine Vollstreckungsaufträge im Sinne der Gläubiger und auch der Schuldner effizient umsetzten, sondern auch zahlreichen anderen Behörden und Institutionen steht die Nutzung der Online-Versteigerung über die Zoll-Auktion offen. 170.673 registrierte Bieter sowie 5.071 Anbieter nutzten das Angebot des Zolls
"Auch im vergangenen Jahr war das HZA Gießen von Oberursel bis Kassel und Limburg bis Fulda und Bad Hersfeld wieder ein verlässlicher Partner der Wirtschaft, der Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Zusammenarbeitsbehörden. Gerade in unsicheren Zeiten und angesichts globaler Krisen zeigt sich, wie wichtig unsere Arbeit ist", betont die Leiterin."Der Zoll schützt die Wirtschaft vor unfairen Wettbewerbsbedingungen und sorgt gleichzeitig dafür, dass Menschen in unserem Land vor gefährlichen, illegalen oder unsicheren Produkten geschützt werden", so die Gießener Zollchefin angesichts des Jahresergebnisses ihrer Behörde abschließend.
Zusatzinformation:
Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder auf eine ausgewählte Darstellung der Ergebnisse in der Jahresstatistik konzentriert. Alle weiteren Zahlen sind jedoch verfügbar und können bei Bedarf gerne bereitgestellt werden.Die bundesweiten Daten der Zollverwaltung sind unter www.zoll.de einsehbar.Neben seinen hoheitlichen Aufgaben ist der Zoll auch ein moderner Arbeitgeber. Bundesweit arbeiten mehr als 48.000 Beschäftigte bei der Zollverwaltung. Das Hauptzollamt Gießen bietet mehr als 1.000 Arbeitsplätze. Derzeit absolvieren 117 Menschen eine Ausbildung oder ein duales Studium in der Bundesbehörde. 49 von ihnen werden im Sommer ihre Ausbildung abschließen."Der Zoll bietet sichere Arbeitsplätze, spannende Aufgaben und echte Perspektiven", sagt die Behördenleiterin weiter. "Wir suchen engagierte Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen."Als Arbeitgeber bietet der Zoll eine fundierte Ausbildung oder ein duales Studium, ein breites Aufgabenspektrum, flexible Arbeitszeitmodelle, eine gute Bezahlung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Krisensicherheit. Auch für das kommende Jahr sucht das Hauptzollamt Gießen Nachwuchskräfte.Interessierte Bewerber und Bewerberinnen können sich direkt beim Hauptzollamt Gießen (bewerbungsanfragen.hza-giessen@zoll.bund.de) melden oder auf der Internet- und Karriereseite des Zoll auch via Instagram informieren.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Hauptzollamt Gießen vom 15.05.2026 gegen 06:43 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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