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Polizei-News Kiel/Kreis Pinneberg, 28.02.26: Großübung "Notschöpfen" im Kreis Pinneberg erfolgreich abgeschlossen

Aktuelle Polizeimeldung: Blaulichtreport Bild: Adobe Stock / Karl-Heinz H

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Nach mehreren Tagen intensiven Übungsbetriebs haben der Kreis Pinneberg und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) eine groß angelegte Katastrophenschutzübung rund um das Schöpfwerk Raa-Besenbek erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es, ein neu entwickeltes Konzept zum Umgang mit dem Ausfall kritischer Entwässerungsinfrastruktur praktisch zu erproben.

Ausgangspunkt für die Übung war eine reale Lage aus dem Winter 2023, als langanhaltende Niederschläge und der Ausfall beider Pumpen in einem Schöpfwerk zu einer angespannten Hochwassersituation in der Elbmarsch führte. Aus den damaligen Erfahrungen entwickelten Fachbehörden, Wasserwirtschaft und Bevölkerungsschutz gemeinsam das Konzept "Notschöpfen", das nun am Einsatzort des Winters 2023 getestet wurde.

An der mehrtägigen Übung beteiligten sich mehr als 200 Einsatzkräfte, darunter 80 Helfende aus über 15 Ortsverbänden des THW, Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein (HH, MV, SH), sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Behörden und Organisationen. Im Mittelpunkt standen der Aufbau und Betrieb eines leistungsfähigen Notfördersystems zur Entwässerung großer Wassermengen. Gleichzeitig wurden Führungsstrukturen erprobt und eine THW-interne Führungs- und Verpflegungsstelle betrieben. Parallel dazu wurden die logistische Versorgung der Einsatzkräfte über mehrere Tage hinweg sichergestellt und das Heranführen sowie der Betrieb zusätzlicher technischer Ausstattung trainiert.

Ein besonderer Bestandteil der Übung war die internationale Zusammenarbeit: Die Danish Emergency Management Agency (DEMA) beteiligte sich mit 13 Einsatzkräften sowie einer Hochleistungspumpe mit einer Förderleistung von 25.000 Litern pro Minute. So wurden die im Dezember 2025 vereinbarten Schnittstellen zu internationalen Unterstützungskräften in die Einsatzstruktur des Bevölkerungsschutzes in Schleswig-Holstein praktisch integriert.

Die Übung wurde gemeinsam mit dem Fachbereich Bevölkerungsschutz des Kreises Pinneberg, der Unteren Wasserbehörde und dem Sielverband Raa vorbereitet und durchgeführt. Ziel war es, Zuständigkeiten und Schnittstellen der Behörden bei Wassergefahrenlagen zu konkretisieren und entlastende Maßnahmen für den Einsatzfall zu trainieren.

Innerhalb des geübten Szenarios koordinierten Führungselemente des THW alle eingesetzten Kräfte. Das THW stellte zudem den Großteil der Einsatzkräfte und der Pumpen mit umfangreichem Zubehör sowie die Verpflegungsstelle. Die ehrenamtlichen Katastrophenhelfenden befestigten zudem den weichen Marschboden provisorisch, indem sie 450 durch Stahlklemmen miteinander verbundene Kunststoffplatten heranführten und ausgelegten.

Der Landesbeauftragte des THW-Landesverbandes HH, MV, SH, Sören Ollhoff, betonte die Bedeutung der Übung für den Bevölkerungsschutz: "Großschadenslagen machen nicht an Zuständigkeitsgrenzen halt. Entscheidend ist, dass Technik, Führung und Zusammenarbeit ineinandergreifen. Mit der Übung 'Notschöpfen' haben wir gezeigt, wie leistungsfähig das Zusammenspiel von Wasserwirtschaft, Behörden und THW - auch international - funktionieren kann."

Auch Übungsleiter Claus Böttcher zog ein positives Fazit: "Unser Ziel war es, reale Abläufe möglichst praxisnah abzubilden - von der Alarmierung über den Aufbau komplexer Pumpstrecken bis zur mehrtägigen Versorgung der Einsatzkräfte. Die beteiligten Einheiten und Partnerorganisationen haben sehr professionell zusammengearbeitet und wichtige Details für zukünftige Lagen dokumentiert. Solche Erfahrungen stärken wirksame und effektive Unterstützungsleistungen des THW."

Begleitend zum praktischen Übungsbetrieb fand eine Fachkonferenz zum Thema Notschöpfen statt. Dort wurden rechtliche Grundlagen, technische Möglichkeiten und zukünftige Kooperationsansätze zwischen Wasserwirtschaft und Bevölkerungsschutz diskutiert. Im Rahmen eines Pressetermins informierten sich Staatssekretär Sönke Schulz sowie Landrätin Elfi Heesch vor Ort über den Ablauf der Übung und tauschten sich mit der Übungsleitung sowie Einsatzkräften aus.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des Konzeptes "Notschöpfen" ein. Perspektivisch soll dieses Konzept als spezialisierte technische Gefahrenabwehr weiter etabliert werden, um Strukturen der Wasserwirtschaft im Ereignisfall jederzeit gezielt und wirksam zu unterstützen.

Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes, die auf technisch-humanitäre Hilfeleistung spezialisiert ist. Das Engagement der bundesweit rund 88.000 Freiwilligen bildet die Grundlage für die Arbeit des THW im Zivil- und Katastrophenschutz. Mit seinen Fachleuten, seiner Technik und seinen Erfahrungen ist das THW im Auftrag der Bundesregierung weltweit gefragt, wenn Krisen und Notlagen dies erfordern. Neben bilateralen Hilfen gehören dazu auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von VN-Organisationen.

Mehr Informationen zum Engagement des THW im In- und Ausland finden Sie hier: www.thw.de.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des THW Landesverband vom 28.02.2026 gegen 19:32 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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