Lokales

Polizei-News Freising, 15.02.2026: Abschlussbilanz der Polizei München zur 62. Munich Security Conference (MSC)

Die Polizei Bayern informiert über einen aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Daniel Löb

  • Artikel teilen:

Für die Regionen Freising, München, Hof und Nürnberg hat die Polizei eine aktuelle Meldung veröffentlicht. In dieser heißt es:

Abschlussbilanz der Polizei München zur 62. Munich Security Conference (MSC

Von Donnerstag, 12.02.2026, bis Sonntag, 15.02.2026, fand der Polizeieinsatz zur 62. MSC in München statt. Tagungsorte waren die Hotels Bayerischer Hof sowie das Hotel Rosewood Munich.

Dabei waren rund 5.000 Polizeibeamte für einen störungsfreien Ablauf aller Veranstaltungen, Versammlungen und zum Schutz der Konferenzteilnehmer im Einsatz. Das Polizeipräsidium München wurde von Polizeikräften aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden unterstützt. Einsatzleiter war Polizeivizepräsident (PVP) Christian Huber.

Rund um die Veranstaltungsörtlichkeit wurde von Freitag, 13.02.2026 bis Sonntag, 15.02.2026 ein innerer Sicherheitsbereich (Sicherheitsbereich A) eingerichtet, zu dem nur akkreditierte Personen Zutritt hatten. Im äußeren Sicherheitsbereich (Sicherheitsbereich B) hatten nur speziell akkreditierte Personen oder Personen, welche ein berechtigtes Interesse nachweisen können, Zugang. Während der zahlreichen Personen- und Fahrzeugkontrollen kam es zu keinerlei Störungen.

Vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr wurde für den Zeitraum von Donnerstag, 12.02.2026, 07:00 Uhr bis Sonntag, 15.02.2026, 19:00 Uhr, ein Flugbeschränkungsgebiet über der Münchner Innenstadt erlassen. Von dieser Regelung waren auch alle unbe­mannten Luftfahrtsysteme (sog. Drohnen) erfasst. Es wurden mehrere Verstöße gegen die Flugbeschränkung festgestellt und zur Anzeige gebracht.

Darüber hinaus wurden im Zusammenhang mit der MSC mehr als 20 Delikte angezeigt.

Während des Polizeieinsatzes wurden 17 Versammlungen mit direktem MSC-Bezug und zahlreiche Veranstaltungen polizeilich betreut.

Am Freitag, 13.02.2026, gegen 06:30 Uhr, wurden sieben Personen festgestellt, die einen Baukran auf der Baustelle am Marienhof mit Kletterausrüstung bestiegen und ein Transparent am Kran befestigten. Zwei weitere Personen am Boden unterstützten die Aktion. Gegen alle Beteiligten wurden Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs erstattet. Da es sich um eine nicht angemeldete Versammlung handelte, wurde zudem eine Anzeige nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz erstattet. Alle Personen wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Weiterhin fand am Freitag in der Seidlstraße eine Gedenkveranstaltung mit ca. 350 Teilnehmern statt. Der Terroranschlag, bei dem eine 37-jährige Münchnerin und ihre zweijährige Tochter ihr Leben verloren und zahlreiche weitere Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, jährte sich an diesem Tag zum ersten Mal. An der Veranstaltung nahmen vonseiten des Polizeipräsidiums München Polizeipräsident Thomas Hampel und Leitender Polizeidirektor Roland Helmig teil.

Ebenfalls am Freitag reisten zahlreiche Teilnehmer der MSC an. Ein Großteil davon wurde unter Begleitung von Polizeistreifen zum Tagungsort bzw. den Hotels gelotst, in denen die Teilnehmer untergebracht waren. Aufgrund dieser Transferfahrten wurden die Autobahnen A9, A92, A96, A99, sowie Teile des Münchner Stadtgebiets bis zu einer Stunde gesperrt.

Der überwiegende Teil der Konferenzteilnehmer reiste am Sonntag, 15.02.2026, wieder ab. Bei den Transferfahrten kam es zu keinen Störungen.

Der versammlungsstärkste Tag war Samstag, der 14.02.2026. Hier wurden insgesamt 11 Versammlungen mit MSC-Bezug polizeilich betreut.

In der Zeit von 13:00 Uhr bis 17:50 Uhr fand auf der Theresienwiese eine Versammlung zu den politischen Ereignissen im Iran statt. In der Spitze nahmen ca. 250.000 Personen an der Versammlung Teil. Dabei kam es mit Drohnen zu 10 Verstößen gegen die Flugbeschränkung, die entsprechende Anzeigen zur Folge hatten. Darüber hinaus wurden 3 weitere Strafanzeigen erstellt (2x Volksverhetzung, 1x Sachbeschädigung). Die angezeigten Personen wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Während der Versammlung erlitten mehrere Personen medizinische Probleme. In 13 Fällen wurden die Personen durch Polizeikräfte erstversorgt und anschließend an den Rettungsdienst übergeben. Die An- und Abreise der Vielzahl von Versammlungsteilnehmern aus ganz Europa verlief ohne Zwischenfälle. Für Versammlungsteilnehmer, die mit Reisebussen nach München kamen, stand ein kostenfreier Busparkplatz auf dem Messegelände in Riem zur Verfügung. Die Kapazitäten erwiesen sich als ausreichend.

Während der Versammlung und auch im Nachgang erhielt das Polizeipräsidium München mehrere Hundert Nachrichten von Versammlungsteilnehmern, die sich für die geleistete Polizeiarbeit zum Schutz der Versammlung und Hilfestellungen in verschiedenen Situationen bedankten. Auf der Social-Media-Plattform X schrieb ein User dem Account des Polizeipräsidium München: „Als Iraner möchte ich mich herzlich bei der Polizei München für ihre Professionalität, ihre Geduld und ihre Unterstützung bedanken. Ihr Einsatz für Sicherheit und Ordnung wird sehr geschätzt. Vielen Dank für Ihren verantwortungsvollen Dienst und Ihren Respekt gegenüber allen Beteiligten.“

Eine andere Nutzerin schrieb auf Instagram: „Ich bin extra auf Euer Profil gekommen, um danke zu schreiben. Dann sah ich das und hatte Instant Gänsehaut und ein Lächeln im Gesicht! Vielen lieben Dank für heute und Danke für die extra Mühe auf Farsi zu schreiben 🙏💐 Danke Danke Danke“

Und erneut auf X schrieb ein Versammlungsteilnehmer: „@PolizeiMuenchen To the police officers in Germany We grew up fearing uniforms, never knowing police could protect instead of harm. Yesterday, you protected my fellow Iranians and that meant more than you know. Thank you for showing us what safety can look like“

Um 13:00 Uhr begann eine Versammlung, die sich thematisch gegen die MSC richtete. Nach einer Auftaktkundgebung am Stachus bewegte sich ein Aufzug über den Odeonsplatz zum Marienplatz, wo bis ca. 17:00 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfand. In der Spitze nahmen 2.000 Personen an der Versammlung teil. Darunter befanden sich ca. 250 Personen aus dem autonomen Spektrum (sog. Schwarzer Block). Es kam zu vereinzelten Störungen u. a. durch das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände sowie durch das Verknoten von Seitentransparenten, was ein Verstoß gegen den Auflagenbescheid der Stadt München darstellte. Am Marienplatz wurden zwei Polizeibeamte durch Fußtritte tätlich angegriffen. Die Tatverdächtigen wurden festgenommen, angezeigt und nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Eine weitere politische Versammlung fand ab 12:40 Uhr am Odeonsplatz statt. Nach einem Aufzug durch die Münchner Innenstadt zum Gärtnerplatz endete die Versammlung gegen 19:00 Uhr wieder am Odeonsplatz. Mit in der Spitze ca. 2.000 Teilnehmern verlief diese Versammlung störungsfrei.

Während der sich fortbewegenden Versammlungen kam es zu kurzfristigen Verkehrssperren in der Münchner Innenstadt. Entsprechende Verkehrsbeeinträchtigungen waren die Folge.

Einsatzleiter PVP Huber: „Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ist ein wichtiges Gut in unserem demokratischen Rechtsstaat. Ebenso wichtig sind die Einschränkungen dieses Grundrechts, nämlich dass die Versammlungen friedlich und ohne Waffen erfolgen. Fast alle Versammlungsteilnehmer verhielten sich entsprechend, sodass es zu keinen größeren Störungen kam. Hierfür möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken.“

Während der Anreise aus Nürnberg am Samstag, 14.02.2026, waren sechs Polizeifahrzeuge auf der A9 bei Allershausen in einen Verkehrsunfall verwickelt. Hierbei wurden mehrere Polizeibeamte leicht verletzt und waren nicht mehr dienstfähig. Die Höhe des entstandenen Sachschadens kann derzeit noch nicht beziffert werden. Die Verkehrsunfallaufnahme erfolgte durch die Verkehrspolizeiinspektion Freising.

Während des Gesamteinsatzes erlitten 23 Polizeikräfte leichte Verletzungen und 18 weitere Polizeibeamte waren aufgrund Erkrankung nicht mehr dienstfähig.

Einsatzleiter PVP Huber: „Mein herzlicher Dank gilt allen eingesetzten Polizeibeamtinnen und Beamten für Ihr gezeigtes Engagement und besonnenes Einschreiten. Trotz der zum Teil hohen Arbeitsbelastung haben Sie maßgeblich dafür gesorgt, dass dieser herausfordernde und lange Polizeieinsatz professionell und ruhig bewältigt werden konnte. Allen Unterstützungskräften aus Bayern, Deutschland und von unseren europäischen Nachbarn wünsche ich eine gute Heimreise; Allen Verletzten und Erkrankten eine gute Genesung.“

Aus den eingerichteten Haltverbotszonen mussten insgesamt 59 Fahrzeuge kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Zur Unterbringung der nicht aus München kommenden Polizeikräfte wurden neben Zimmern in polizeieigenen Liegenschaften in 14 Hotels Zimmer gebucht. Insgesamt kam es zu 7.356 externen Übernachtungen. Zur Verpflegung der Einsatzkräfte wurden 14.588 Essen ausgegeben und 13.075 Lunchpakete verteilt.

Zum Ende dieses herausfordernden Einsatzes zieht PVP Christian Huber ein durchweg positives Fazit: „Die akribische Vorbereitung dieses Großeinsatzes hat sich bewährt. Unsere Einsatzkonzepte haben funktioniert und gemeinsam haben wir, die Polizei München sowie auch die Münchnerinnen und Münchner mit Ruhe und Gelassenheit ein forderndes Wochenende bewältigt.

(Hey! Du interessierst Dich für mehr Nachrichten aus Deiner Region? Dann abonnier unseren regelmäßigen Bayern-Newsletter für die Regionen Franken, Oberbayern und Niederbayern, die Oberpfalz oder Schwaben! Zur Anmeldung)



+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidiums München. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben erstellt und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere Meldungen aus der Region

/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.