Unregelmäßiger Schlaf: Diese drei Schlafmuster erhöhen nachweislich Ihr Alzheimer-Risiko
Einschlafprobleme und Schlafmangel können das Risiko für Demenz deutlich erhöhen. Bild: AdobeStock / auremar
Von news.de-Redakteur Felix Schneider
11.06.2026 09.25
- Drei Schlafgewohnheiten können das spätere Demenz-Risiko langfristig erhöhen
- Neben zu wenig Schlaf und Einschlafproblemen gelten auch Nickerchen als Risikofaktor
- Aber: Längst nicht jede Art von Mittagsschlaf ist grundsätzlich ungesund fürs Hirn
Mehr Infos und Tipps rund um das Thema Schlaf finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Der Trend zur Selbstoptimierung macht auch vor dem Schlaf nicht halt. Auch in Deutschland setzen Millionen von Menschen auf Smartwatches und Fitness- und Gesundheitsarmbänder, die Schlafdauer und -qualität messbar machen sollen. Doch häufig wird der Schlaf nur als ganzheitliche Kennzahl betrachtet. Eine neue Studie zeigt nun: Auch spezifische Schlafgewohnheiten wirken sich auf unsere Gesundheit aus. Im Fokus stehen drei ungesunde Verhaltensweisen, die das Risiko für Alzheimer erhöhen können.
Weiße Substanz im Kopf verändert sich
Das Forscherteam um Erstautorin Madeline Ally hat für die auf Daten der UK Biobank basierende Studie Schlafdaten von mehr als 23.377 Teilnehmern ausgewertet. Zu Beginn galten sämtliche Teilnehmer als rundum gesund - Personen mit Demenz, neurologischen Erkrankungen, schweren psychischen Diagnosen, Krebs oder Schlaganfällen wurden ausgeschlossen. Das Schlafverhalten der Teilnehmer wurde mithilfe eines Fragebogens erfasst.
Später - im Durchschnitt nach etwa neun Jahren - untersuchten die Wissenschaftler die Gehirne der Teilnehmer per MRT. Insbesondere die weiße Hirnsubstanz stand im Fokus: Diese ist für die schnelle Signalübertragung zwischen verschiedenen Hirnregionen verantwortlich und ermöglicht die Koordination kognitiver und motorischer Funktionen. Somit ist sie mitunter für Sprache, Gedächtnis und Bewegung von Bedeutung - jene Bereiche, die besonders unter Alzheimer leiden.
Drei Gewohnheiten schaden Hirn laut Forschern
Wie die Forscher feststellten, sorgten drei Verhaltensweisen für besonders viele Veränderungen der weißen Substanz. Beobachtet wurden diese bei:
- weniger als sechs Stunden Schlaf
- mehreren Nickerchen, wobei die Untersuchung keinen Unterschied zwischen Powernaps und längeren Schlafphasen machte
- Problemen beim Ein- oder Durchschlafen
Dabei konnten die Forscher die Zusammenhänge mit den Veränderungen der Hirnsubstanz auch dann feststellen, wenn sie Faktoren wie Alter, Geschlecht, Blutdruck, Gewicht, Rauchen und Bewegung in ihren Berechnungen berücksichtigten. Da es sich zunächst nur um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob schlechter Schlaf die Veränderungen im Gehirn direkt verursacht. Allerdings zeigen die Untersuchungen eine deutliche Verbindung zwischen den Schlafmustern und Merkmalen einer verschlechterten Gefäßgesundheit im Hirn.
Powernaps können gesundheitsfördernd sein
Während Schlafentzug und Probleme beim Einschlafen aus wissenschaftlicher Sicht als eher ungesund betrachtet werden können, ist die Studienlage bei Nickerchen nicht zu hundert Prozent eindeutig. Während auch andere Studien dieses Schlafverhalten in Verbindung mit kognitivem Verfall bringen, gibt es auch Forschung, die positive Effekte zeigt.
Tatsächlich legen einige Untersuchungen nahe, dass die negativen Effekte hauptsächlich auf längere Nickerchen zutreffen, während kurze Powernaps für weniger als 30 Minuten das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen sogar verringern können. Warum nur längere Schlafeinheiten davon betroffen sind, ist bislang allerdings unklar.
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