Gesundheit

Zeckenbiss-Ratgeber: Zecke entdeckt? Diesen Fehler dürfen Sie jetzt auf keinen Fall machen

Bestimmte Werkzeuge wie Pinzetten machen das Entfernen von Zecken zum Kinderspiel. Bild: AdobeStock / Kamila Sankiewicz

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  • Zecken sollten so schnell wie möglich entfernt werden, um Ansteckungsgefahr zu verringern
  • Beim Entfernen ist Vorsicht geboten, da Zerquetschen das Infektionsrisiko erhöhen kann
  • Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Blutsauger schnell und sicher aus Ihrer Haut entfernen

Mehr Infos rund um Zecken finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Besonders mit dem Beginn des Sommers steigt das Risiko wieder, von einer Zecke gebissen zu werden. Das Spinnentier ist bekannt als Überträger der gefährlichen Virusinfektion FSME, die zu schweren Erkrankungen führen kann. Entsprechend sollten Zeckenstiche nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die kleinen Tiere wieder ordentlich aus der Haut entfernen.

Wie schnell muss man bei Zeckenbissen handeln?

Hat es Sie doch erwischt, ist es wichtig, so bald wie möglich die Zecke zu entfernen. Dazu wichtig zu wissen: Tatsächlich handelt es sich technisch gesehen nicht um einen Biss - Zecken haben einen Stechapparat, mit dem sie sich in der Haut von Menschen und Tieren verbohren können. Dieser ist mit Widerhaken ausgestattet, die ein schmerzloses Festhalten in der Haut ermöglichen und gleichzeitig das Risiko einer Infektion begünstigen.

Grundsätzlich gilt: Je früher Sie die Zecke entfernen, desto besser - das Risiko, dass Krankheitserreger übertragen werden, steigt mit der Zeit. Bis Bakterien wie Borrelien vom Darm der Zecke in den Stechapparat gelangen, dauert es mehrere Stunden - FMSE-Viren hingegen werden Untersuchungen zufolge schon kurz nach dem Stich weitergegeben. Daher ist eine FSME-Impfung besonders für Menschen, die in Risikogebieten leben, empfehlenswert.

Wie entfernt man Zecken am besten?

Die Widerhaken sorgen zusammen mit aus dem Stechrüssel abgesondertem, klebrigem Speichel für einen gewissen Widerstand beim Herausziehen von Zecken. Wichtig: Man kann Zecken so gut wie gar nicht "falsch" entfernen - wichtig ist nur, dass sie entfernt werden. Das gelingt am besten, wenn Sie dafür ein spitzes Werkzeug wie eine Pinzette oder eine Zeckenkarte, -pinzette oder -schlinge nutzen. Diese finden Sie häufig in Apotheken. Steht nichts anderes zur Wahl, gehen auch die Fingernägel.

Mit der Pinzette, Zeckenzange oder Schlinge greifen Sie die Zecke knapp über der Haut. Der zweite Schritt ist einfach: Sie müssen nur die Zecke mit einem schnellen, aber kontrollierten Ruck senkrecht aus der Haut ziehen. Mit der Pinzette geht es dabei etwas leichter, wenn Sie leicht rütteln und erst dann ziehen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) rät, zu versuchen, die Zecke möglichst nicht zu zerquetschen, da dies die Infektionsgefahr erhöhen kann.

Bei einer Zeckenkarte müssen Sie die Zecke nicht aktiv ziehen. Stattdessen führen Sie die Karte mit dem Schlitz eng auf der Haut anliegend unter das Tier und schieben sie parallel entlang der Haut weiter, bis die Zecke sich löst.

Das sollten Sie bei einem Zeckenbiss nicht tun

Was wir definitiv nicht empfehlen können: "Hausmittel" wie Nagellackentferner, Alkohol, Kleber, Öl oder ähnliches. Diese Stoffe können mitunter dafür sorgen, dass sich die Zecke in die Einstichstelle übergibt. In diesem Fall gelangen die Erreger aus dem Magen des Tieres sogar noch schneller in Ihren Körper.

Was nach dem Entfernen der Zecke wichtig ist

Nach dem Entfernen ist es wichtig, die Stelle vollständig zu desinfizieren und die Einstichstelle in den folgenden Wochen im Blick zu behalten. Eine Rötung unmittelbar nach dem Stich ist normal, sollte allerdings in den folgenden Tagen abklingen. Ab und an kommt es auch vor, dass Teile der Zecke noch in der Wunde verbleiben. Meist sind das nur Teile des Stechapparats - diese stößt der Körper mit der Zeit von selbst wieder ab.

Wer sich trotzdem unsicher ist, kann die Stelle im Nachhinein auch ärztlich untersuchen lassen, um sicherzugehen, dass keine Infektionsgefahr mehr besteht. Sollte sich die Stelle entzünden oder Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen auftreten, ist der Besuch beim Arzt unausweichlich.

So werden Sie die Blutsauger los

Haben Sie die Zecke erst einmal entfernt, ist es empfehlenswert, den Parasiten unschädlich zu machen. Dabei sollten Sie beachten, dass Sie nicht in Kontakt mit den Körperflüssigkeiten des Tieres kommen. Es bieten sich verschiedene Methoden an:

  • Das Tier in hochprozentigen Alkohol oder Desinfektionsmittel legen
  • In ein Papierstück wickeln und mit einem Gegenstand - bspw. einer Trinkflasche - zerdrücken
  • Verbrennen funktioniert ebenfalls - hier aber aufpassen, dass Sie sich nicht verletzen

Nicht sinnvoll ist wiederum das Herunterspülen in der Toilette oder das Zerquetschen mit einem Schuhabsatz. Die Tiere sind äußerst robust und von einem harten Panzer umgeben, der sie vor solchen Gefahren schützt. Besonders gefährlich ist das Zerdrücken mit dem Finger: Trägt das Tier Krankheitserreger in sich, kann es sein, dass Sie sich über Mikroverletzungen anstecken.

Hier können Sie mehr über Zecken lesen:

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