Gesundheit

Meningitis-Ausbruch: Tödliche Krankheit breitet sich in Europa aus - 2 Tote und zahlreiche Infizierte

Studenten stehen vor einem Gebäude der Universität von Kent in Canterbury für Antibiotika an. Die Universität hat bestätigt, dass ein Student einer von zwei Menschen war, die an den Folgen der Meningitis in der Region gestorben sind. Bild: dpa/PA Wire/Gareth Fuller

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  • Meningitis-Ausbruch in England - zwei Tote, mehrere Infizierte
  • Studenten und Schüler besonders gefährdet? Ausbruch versetzt Behörden in Alarmbereitschaft
  • Symptome ähneln einer Grippe - das sind die Anzeichen der tödlichen Krankheit
  • Wie hoch ist die Gefahr in Deutschland?

An der Universität Kent in Großbritannien herrscht Ausnahmezustand. Ein Meningitis-Ausbruch hat bereits zwei junge Menschen das Leben gekostet – die Opfer waren erst 18 und 21 Jahre alt. Bei einem der Verstorbenen handelt es sich um einen Studenten der Hochschule, beim anderen um eine Schülerin einer nahegelegenen Schule.

Region Canterbury in Großbritannien - mehrere Meningitis-Fälle gemeldet

Die Behörden befinden sich in höchster Alarmbereitschaft. Elf weitere Personen, größtenteils junge Erwachsene aus der Region Canterbury, werden derzeit mit schweren Krankheitsverläufen in einem Krankenhaus behandelt. Um eine Ausbreitung zu verhindern, wurden mehr als 30.000 Studierende, Mitarbeiter und deren Angehörige über die Gefahr informiert. Die Parlamentarierin Rosie Duffield bezeichnete die Ereignisse als "wirklich tragisch".

Meningitis-Symptome werden oft fatal unterschätzt

Besonders gefährlich macht den Ausbruch die schwierige Erkennung der Krankheit. Die stellvertretende Regionaldirektorin Trish Mannes warnte eindringlich: Die Symptome könnten "leicht mit anderen Erkrankungen wie einer schweren Erkältung, einer Grippe oder sogar einem Kater verwechselt werden".

Gerade bei jungen Menschen, die häufig feiern gehen, besteht die Gefahr, erste Anzeichen nicht ernst zu nehmen. Typische Warnsignale sind

  • hohes Fieber,
  • heftige Kopfschmerzen
  • und eine steife Nackenmuskulatur.

Die Gesundheitsbehörden sehen genau in dieser Verwechslungsgefahr ein erhebliches Risiko – denn bei bakterieller Meningitis zählt jede Stunde.

Meningitis-Ausbruch in England - Verdacht fällt auf Veranstaltung in Canterbury

Der genaue Ursprung des Ausbruchs ist noch nicht geklärt. Allerdings steht eine Veranstaltung in Canterbury unter Verdacht. Ein Club und eine Kneipe in der Stadt haben ihre Gäste bereits gewarnt, dass sie sich möglicherweise angesteckt haben könnten.

Die Besitzerin Louise Jones-Roberts zeigte sich erschüttert: "Ich bin am Boden zerstört. Ich kann mir nicht vorstellen, was die Familien gerade durchmachen." Als Vorsichtsmaßnahme werden in der Region Canterbury Antibiotika an potenziell Betroffene ausgegeben. Die Universität betonte in einer Stellungnahme, dass die Sicherheit von Studierenden und Personal oberste Priorität habe und man eng mit den Behörden zusammenarbeite.

Kann ein solcher Ausbruch auch Deutschland treffen?

Die Ereignisse in Großbritannien sorgen auch hierzulande für Verunsicherung. Meningitis bezeichnet eine Entzündung der schützenden Häute um Gehirn und Rückenmark. Verschiedene Erreger können die Krankheit auslösen, wobei die bakterielle Variante als besonders gefährlich gilt.

Darum ist eine bakterielle Hirnhautentzündung so gefährlich

Das Tückische: Eine bakterielle Hirnhautentzündung kann sich rasant entwickeln und binnen weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Selbst wenn die Behandlung erfolgreich verläuft, drohen dauerhafte Folgeschäden wie Hörverlust oder neurologische Beeinträchtigungen. Experten mahnen daher, bei Verdachtssymptomen wie Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteife sofort ärztliche Hilfe zu suchen.

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