Wirksames Mittel: Nie mehr Corona-Impfungen? Neue Medikamente in Aussicht
Forscher haben untersucht, wie genau sich Corona-Viren im Körper ausbreiten. Bild: AdobeStock / bizoo_n
Erstellt von Felix Schneider
10.03.2026 10.41
- Für das Corona-Virus gibt es bislang keine breit wirksamen Medikamente
- Ein Forscherteam hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern
- Die Studie des Teams fokussiert sich auf den Verbreitungs-Mechanismus des Virus
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Das Corona-Virus brachte zu Beginn der Pandemie eine besondere Herausforderung mit sich: Da sich das Virus mit immenser Geschwindigkeit verändert, konnten zwar Impfstoffe gegen schlimmere Verläufe, aber keine breit wirksamen Medikamente entwickelt werden. Doch eine neue Studie gibt Hinweise auf einen überraschenden Mechanismus, der einen Ausweg bieten könnte.
Wie genau breiten sich Viren in Zellen aus?
Die für die im Fachjournal "Nature Communications" veröffentlichte Arbeit zuständige Molekularvirologin Juana Diez hat gemeinsam mit ihrem Team die Verbreitungsmechanismen des Corona-Virus untersucht. "Coronaviren sind sehr gefährlich wegen ihrer Fähigkeit, neue Varianten zu erzeugen, die nach Zirkulation in tierischen Reservoiren den Menschen infizieren können", so Diez. "Derzeit verfügen wir über keine breit wirksamen antiviralen Medikamente gegen Coronaviren."
Das soll sich bald allerdings ändern. Wie die Forscher herausfanden, können die Viren Zellen im Körper so beeinflussen, dass sie bevorzugt die für sie benötigten Bestandteile herstellen. Das müssen sie auch, da Coronaviren sogenannte tRNAs benötigen. Diese liefern für die Herstellung neuer Proteine benötigte Bausteine an. Allerdings ist tRNA in Zellen nur in kleinen Mengen vorhanden. Durch die Feinabstimmung der Produktion in den Zellen werden bei der Lieferung der Bausteine zunächst die des Virus bevorzugt, was die Verbreitung beschleunigt.
So könnte das Medikament gegen Corona aussehen
Für die Forscher bedeutet dieser Mechanismus allerdings noch etwas: Ein künftiger Wirkstoff könnte diejenigen zellulären Prozesse, die das Virus für seine Verbreitung zu Nutze macht, blockieren, anstatt das Virus direkt anzugreifen. Das wäre strategisch vor allem deshalb so spannend, da verschiedene Corona-Varianten alle den gleichen Mechanismus verwenden.
Damit könnte deutlich breiter gegen die Viren vorgegangen werden als bislang. "Ein Medikament dieser Art würde es ermöglichen, Infektionen durch neue Coronaviren bereits in frühen Phasen einzudämmen und ihre schnelle Ausbreitung zu verhindern", erklärt Projektleiterin Diez.
Tierversuch bestätigt: Die Verbreitungs-Theorie stimmt
Ihre Ergebnisse prüfte das Forscherteam zunächst im Tierversuch an zwei Goldhamstern, die mit einer Art des Coronavirus infiziert worden waren. Zwei Tage später wurde das Lungengewebe der Tiere untersucht. Bestimmte chemische Veränderungen waren (insbesondere bei hoher Virusmenge) deutlich erhöht.
Ein fertiges Präparat gibt es bisher noch nicht. Doch die Studie liefert nun erste Ansätze dafür, wie ein solches Präparat in Zukunft funktionieren könnte.
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