Gesundheit

Bereits 15 Jahre vorher: Schlafstörung in Traumphasen deutet auf Demenz hin

Unruhiges Verhalten im Schlaf kann als frühes Anzeichen einer Demenz gelten. Bild: AdobeStock/luciano

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  • Frühes Warnzeichen für Demenz äußert sich im Schlaf
  • Wilde Bewegungen während Träumen können Warnzeichen sein
  • Meist unbemerkt, da das Anzeichen sich nur in der REM-Phase zeigt

Mehr spannende Infos zu Schlaf und Alzheimer finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Meist fällt die Diagnose Alzheimer erst, wenn die Symptome stark genug ausgeprägt sind - doch ist es schon so weit, befindet sich das Gehirn bereits im Prozess des Verfalls. Doch schon Jahre zuvor kann das Gehirn bestimmte Signale senden, die eine Demenz ankündigen. So etwa haben Neurowissenschaftler in einer Studie ein solches Signal entdeckt: Wer sich nachts wild im Bett umherwirft, um sich schlägt und tritt, der hat ein 80 bis 100 Prozent höheres Risiko als der Durchschnitt, an Demenz zu erkranken.

Auffälliges Schlafverhalten kann Anzeichen von Demenz sein

Der Studie zufolge könnte es sich bei der sogenannten REM-Schlaf-Verhaltensstörung um ein Warnzeichen für Hirnkrankheiten handeln, die etwa 15 Jahre später auftreten können. Wichtig zu beachten: Nicht jeder Albtraum ist gleich ein frühes Zeichen von Demenz. Entscheidend ist hierbei, dass die Bewegungen in der REM-Phase des Schlafs auftreten - jener Phase, in der wir am meisten träumen.

Typisch für die Phase sind ein schnellerer Puls, höherer Blutdruck sowie schnelle Augenbewegungen ("rapid eye movement") hinter geschlossenen Lidern bei gleichzeitig schlaffer Muskulatur. Bei einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung treten allerdings heftige Muskelzuckungen ein, die sich mit der Traum-Aktivität überschneiden.

Verkürzte REM-Phasen beeinträchtigen Erinnerungsvermögen

Andere Studien fanden ebenfalls Zusammenhänge von Demenz mit der REM-Phase. So fanden Forscher der University of California in San Francisco heraus, dass verzögerte REM-Phasen ebenfalls ein frühes Warnzeichen darstellen könnten.

"Die Verzögerung des REM-Schlafs stört die Fähigkeit des Gehirns, Erinnerungen zu festigen, indem sie den Prozess beeinträchtigt, der zum Lernen und Gedächtnis beiträgt", so Yue Leng, PhD, Professor in der Abteilung für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften an der UCSF. Tritt die REM-Phase verzögert oder nur verkürzt ein, kann das zu einem Anstieg des Stresshormons Cortisol führen. Dieses kann wichtige Strukturen des Gehirns für die Erinnerungsverarbeitung beeinträchtigen.

Forscher mutmaßen: Schlafmedikamente können Verlauf beeinflussen

"Zukünftige Forschungen sollten die Auswirkungen bestimmter Medikamente untersuchen, die das Schlafverhalten beeinflussen, da diese den Krankheitsverlauf verändern können", erklärt Leng. So kann beispielsweise das Schlafhormon Melatonin den REM-Schlaf verbessern. Studien an Mäusen zeigten außerdem, dass es die Ablagerung schädlicher Tau-Proteine und Amyloide reduziert. Über lange Zeit angesammelte Ablagerungen dieser Proteine sind mutmaßlich eine der Hautursachen für Demenz.

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/gom/news.de

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