Gesundheit

Hirnblutung: Symptome, Prognose und Co. – wie hoch sind die Heilungschancen?

Eine Hirnblutung kann schwere Folgen haben. Bild: Adobe Stock/ peterschreiber.media

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  • Hirnblutungen sind immer ein medizinischer Notfall
  • Eine Einblutung im Gehirn kann zu einem Schlaganfall führen
  • Heilungschancen hängen von vielen Faktoren ab

Schädigungen am Gehirn können schwere Folgen nach sich ziehen. Das gilt auch nach einer Hirnblutung. Wie schwer diese Blutungen verlaufen können, welche Blutungsarten es gibt und wie die Heilungschancen aussehen, erfahren Sie in diesem Überblick.

Über 30.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer Hirnblutung

Etwa 31.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einer Hirnblutung, berichtet die "Deutsche Hirnstiftung". Hierbei kann Blut aus einem geplatzten oder eingerissenen Blutgefäß in das Hirngewebe und von dort bis in innere Schichten und sogar in den mit Liquor (Hirnwasser) gefüllten Raum eindringen. Es entsteht Druck, der Nervenzellen schädigen kann und die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung blockiert. Dadurch können Hirnareale absterben. Es wird in der Medizin zwischen verschiedenen Arten unterschieden, wobei Experten meistens nur bei Einblutungen in das Gehirngewebe (interzerebrale Blutung) von einer Hirnblutung sprechen.

Formen von Hirnblutungen

  • Interzerebrale Blutung oder hämorrhagischer Schlaganfall: Einblutungen in das Gehirngewebe
  • Aneurysma-Blutung oder Subarachnoidalblutung (SAB): Blutungen in den mit Nervenflüssigkeit gefüllten Raum, der das Gehirn umgibt
  • Subdurales Hämatom: Venöse Einblutung zwischen Spinnwebenhaut (Arachnoidea) und harter Hirnhaut (Dura)
  • Epidurales Hämatom: Arterielle Einblutung zwischen harter Hirnhaut und Schädelknochen

Ursachen einer Hirnblutung

Zu Einblutungen kann es durch eine dünne Gefäßwand oder erhöhten Blutdruck kommen. Hoher Blutdruck ist eine der häufigsten Ursachen. Auch Ablagerungen mit Amyloid, einem Proteinbestandteil, können bei einigen älteren Menschen die Wandbarriere schwächen und so zu Einblutungen führen. Auch genetische Verformungen, sogenannte arteriovenöse Malformationen, zwischen den Blutgefäßen oder ein geplatztes Aneurysma (Aussackungen von Hirngefäßen), können Einblutungen begünstigen. Als weitere Ursachen gelten Rauchen, Übergewicht, Drogen, Hirntumore, Metastasen, entzündliche Prozesse in den Hirngefäßen oder Schädelverletzungen.

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Symptome einer Hirnblutung

Bei einer Hirnblutung haben Betroffene oft sehr starke Kopfschmerzen. Die Symptome ähneln denen eines ischämischen Schlaganfalls und müssen deshalb abgeklärt werden. Einige Symptome sind typisch für Hirnblutungen:

  • Seh-, Sprach-, Bewegungs-, Bewusstseins oder Empfindungsstörungen
  • Lähmungen der Gesichtsmuskulatur (Fazialisparese) oder von Gliedmaßen
  • Taubheit oder Kribbeln
  • Übelkeit, Erbrechen und Schwäche
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Schwindel
  • Epileptische Anfälle
  • Schluckbeschwerden

Symptome einer Aneurysmablutung

Ein plötzlich und stark auftretender Kopfschmerz kann auf eine SAB hindeuten. Dieser wird aufgrund seines Auftretens auch als Vernichtungskopfschmerz (thunderclap headache). Wie bei der interzerebralen Hirnblutung kann können die Kopfschmerzen von Übelkeit und weiteren Symptomen wie Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und einem steifen Nacken (Meningismus) begleitet sein. Bei einer schweren Blutung sind die Kreislauffunktionen betroffen. Es können Schweißausbrüche, Blutdruckabfall, veränderte Atem- und Pulsfrequenz auftreten. Im schlimmsten Fall verlieren Betroffene ihr Bewusstsein. 

Hinweis: Es handelt sich bei einer SAB und generell bei Hirnblutungen immer um einen Notfall. Deshalb sollte sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. So können Betroffene schnell behandelt werden.

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So wird eine Hirnblutung erkannt

Eine Hirnblutung lässt sich erst durch bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder Kernspintomografie (MRT/MRI) feststellen. Denn die Symptome können auf einen Schlaganfall hinweisen. Dieser kann auch nach einer Einblutung in das Gehirngewebe auftreten. Zudem wird das Blut untersucht, was für die weitere Behandlung wichtig ist. Je nach Schwere und Ursache der Hirnblutung erfolgt eine angepasste Therapie. Betroffene werden meistens auf Intensivstationen überwacht. Bei hohem Blutdruck werden blutdrucksenkende Medikamente verabreicht. 

Wie hoch sind die Heilungschancen nach einer Hirnblutung?

Ob sich ein Patient komplett nach einer Hirnblutung erholt, Spätfolgen zurückbleiben oder es zu Komplikationen kommt, hängt von der Blutungsmenge und weiteren Faktoren ab. Große Blutungen können zum Tod führen, während bei kleineren Einblutungen gute Heilungschancen möglich sind. 

Verwendete Quellen: Hirnstiftung, Schlaganfallbegleitung, Gesundheitsinformation.de, Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe

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