Gesundheit

Vibrionen und Naegleria fowleri: Killer-Amöben auf dem Vormarsch! Medizinerin schlägt Alarm

Amöben wie das als Naegleria fowleri bekannte Bakterium sind aufgrund des weltweiten Klimawandels auf dem Vormarsch. Bild: Adobe Stock / Kateryna_Kon

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Wer glaubt, die Menschheit sei im Falle der Coronavirus-Pandemie schon genug gestraft mit heimtückischen, potenziell tödlichen Erregern, der hat sich schwer getäuscht: Eine neue unsichtbare Gefahr wartet bereits darauf, sich über den Globus auszubreiten. Dieses düstere Szenario zeichnete zumindest Dr. Sandra Gompf, ihres Zeichens Medizinprofessiorin und Spezialistin für Infektionskrankheiten. Einen Namen hat die Gefahr bereits: Naegleria fowleri heißen die Mini-Organismen, die die den menschlichen Körper im wahrsten Sinne des Wortes auffressen können.

Tod nach wenigen Tagen! Hirnfressende Amöbe tötet Jungen (10) nach dem Schwimmen

Die Expertin für Infektionskrankheiten spricht dabei aus eigener leidvoller Erfahrung: Ihr eigener Sohn Philip infizierte sich im Jahr 2009 mit der heimtückischen Amöbe Naegleria fowleri, nachdem er in seinem See baden war. Wenige Tage nach dem Bade-Ausflug bekam der Junge heftige Kopfschmerzen und konnte sich kaum noch bewegen - in seiner Rückenmarksflüssigkeit stellten die Ärzte im Krankenhaus eine heftige Infektion fest. Nur drei Tage nach dem ersten Auftreten der Kopfschmerzen starb der Junge mit nur zehn Jahren an den Folgen der Hirn-Infektion - eine Obduktion zeigte, dass sich die Amöben nicht nur im Gehirn, sondern im ganzen Körper ausgebreitet hatten. Nach dem schmerzhaften Verlust ihres Kindes setzt sich die Medizinerin, die an der Universität von South Florida forscht und lehrt, nun umso leidenschaftlicher dafür ein, dass über die Gefahren der Naegleria-fowleri-Amöbe aufgeklärt wird.

Bazillen-Gefahr wächst! Klimawandel begünstigt Ausbreitung von Naegleria fowleri und Vibrionen

Dass sich die hirnfressenden Mikroben rasant ausbreiten werden, liegt für Dr. Sandra Gompf auf der Hand: Der globale Klimawandel werde den Einschätzungen der Medizinerin zufolge zunehmende Fälle von Hirninfektionen durch Amöben begünstigen. Nicht nur die als Naegleria fowleri bekannte Amöbe, auch die als Vibrio vulnificus bekannten Vibrionen-Bakterien würden vom weltweiten Klimawandel profitieren. Vibrionen, die sich in wärmeren Gefilden besonders wohlfühlen und dort vor allem in Küstenregionen und in stehenden Gewässern rasch vermehren, können Infektionskrankheiten wie Cellulitis oder nekrotisierende Fasziitis auslösen oder zu einer lebensgefährlichen Sepsis führen.

Steigende Temperaturen und Überflutungen lassen Killer-Amöben sprunghaft wachsen

Aktuell seien Infektionen mit Vibrionen oder Naegleria fowleri noch nicht überdurchschnittlich oft zu beobachten, doch Dr. Sandra Gompf befürchtet, dass sich infolge der Erderwärmung und der Temperaturveränderung in Gewässern immer mehr Schwimmer mit den gefährlichen Erregern infizieren könnten.Nicht nur steigende Temperaturen, auch die Zunahme von Überflutungen begünstigt die Ausbreitung von fiesen Krankheitserregern: Treten stehende Gewässer nach heftigen Regenfällen über die Ufer, können sich die Bakterien ungehindert verbreiten.

Therapie aussichtslos! Naegleria-fowleri-Infektion endet fast immer tödlich

Selbst wenn eine Infektion mit Naegleria fowleri rasch erkannt wird, gestaltet sich die Therapie alles andere als unkompliziert. Sind die Amöben erst im Hirn angelangt, entwickelt sich eine besondere Form der Meningitis, also Hirnhautentzündung, die sich kaum medikamentös in den Griff bekommen lässt.

Der Statistik zufolge enden mehr als 97 Prozent aller Infektionen mit Naegleria fowleri tödlich - in den 148 dokumentierten Fällen, die sich zwischen 1962 und 2019 in den USA ereigneten, gab es nur vier Patienten, die die Infektion überlebten. In den Jahren zwischen 2010 und 2019 starben 34 Menschen, nachdem sie sich mit hirnfressenden Amöben infiziert hatten.

So schützen Sie sich vor Killer-Amöben im Badesee

Die Amöbe Naegleria fowleri kommt ausschließlich in Süßwassergewässern vor und bahnt sich ihren Weg in den menschlichen Körper durch die Nase. Ab 24 Grad Celsius Wassertemperatur können die heimtückischen Erreger ihr Infektionspotenzial entfalten. Beim Schwimmen in Seen kann die Benutzung von Nasenklammern das Infektionsrisiko ebenso drastisch senken wie das Schwimmen ohne Untertauchen des Kopfes.

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