Potsdam: Nach Tod von Radfahrer: Prozess gegen 27-Jährigen gestartet
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Erstellt von Sarah Knauth
25.06.2026 09.22
Nach der tödlichen Autofahrt eines Mannes aus Berlin an der Grenze zu Brandenburg ist am Landgericht in Potsdam der Prozess gegen den 27-Jährigen gestartet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord vor. Er sei "hintereinander gezielt auf vier Personen zugefahren", habe diese dadurch verletzt - und ein Mensch sei an den Verletzungen gestorben. Es bestehe das Mordmerkmal der Heimtücke.
Der Angeklagte wirkte zu Prozessbeginn etwas irritiert - so als ob er gar nicht so richtig nachvollziehen könne, wo er sich eigentlich befinde. Ein Übersetzer half dem türkischen Staatsangehörigen, den Ausführungen des Richters und der Staatsanwaltschaft zu folgen.
Am ersten Prozesstag wurde lediglich die Antragsschrift verlesen. Demnach steht eine Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik im Raum. Er könnte demnach die Tat im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen haben.
Fahrer geschlagen und gewürgt
Der Vorfall ereignete sich im vergangenen September an der südlichen Landesgrenze von Berlin und Brandenburg. Zunächst soll der 27-jährige türkische Staatsangehörige als Beifahrer mit dem 43-jährigen Fahrer des Autos - seinem Cousin - in Streit geraten sein. Während dieses Streits soll der Jüngere den Älteren mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn anschließend gewürgt haben.
Bei dem Versuch des 43-Jährigen, sich aus dem Würgegriff zu befreien, gelangte einer seiner Finger in den Mund des 27-Jährigen. Dieser soll ihm dann eine Fingerkuppe abgebissen haben. Daraufhin ergriff der 43-Jährige die Flucht aus dem Auto.
Drei Menschen angefahren - einer stirbt
Der 27-Jährige soll nach Polizeiangaben dann auf den Fahrersitz gewechselt sein und den Wagen beschleunigt haben. Dabei stieß er zunächst gegen ein geparktes Fahrzeug, später kollidierte er mit einem
Postverteilerkasten und fuhr danach mit dem Auto eine 59-jährige Fußgängerin sowie einen 66 Jahre alten Fußgänger an.
Von dort flüchtete der 27-Jährige und steuerte seinen Wagen nach Brandenburg in Richtung Potsdam-Mittelmark. In Teltow kam er den Angaben zufolge mit dem Auto am Mauerweg - beliebt bei Radlern und Ausflüglern - erneut von der Straße ab und soll einen Fahrradfahrer gerammt haben, der noch an der Unfallstelle starb.
Der Unfallfahrer versuchte zu flüchten, die Polizei fasste ihn in der Nähe des Unfallortes. Der Mann sitzt seit der Tat im Maßregelvollzug.
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