Bonn: Umwege wegen gesperrter Nordbrücke treffen auch Konsumenten
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Erstellt von Sarah Knauth
05.06.2026 08.18
Nach der überraschenden Sperrung der gesamten Bonner Nordbrücke der Autobahn 565 dringt die regionale Wirtschaft auf Tempo beim Ersatz des Bauwerks. "Es ist vollkommen unakzeptabel, wenn so eine wichtige Schlagader erst nach 12 bis 15 Jahren wieder neu gebaut wird", warnte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, Hubertus Hille, im "Morgenecho" von WDR 5.
Solche Zeiträume seien bisher Standard gewesen für Brückenneubauten. "Das geht so nicht." Das Bundesverkehrsministerium und die Autobahn GmbH müssten dafür sorgen, dass die wichtigste Ost-West-Verbindung für diesen Raum in vier bis fünf Jahren wieder vollständig stehe, forderte er.
Auch der Präsident der Handwerkskammer zu Köln, Thomas Radermacher, betonte bei RTL/ntv: "So lange kann man die Region hier nicht ins Verkehrschaos stellen. Also müssen wir viel, viel schneller planen und bauen." Dass das möglich sei, habe der Neubau der Rahmede-Talbrücke bewiesen. Nach bisherigen Planungen sollte der Neubau der zuvor schon durch zahlreiche Schäden aufgefallenen Nordbrücke frühestens in den 2030er Jahren beginnen.
"Keine Maus darf mehr über diese Brücke"
Die am Mittwochnachmittag vollzogene Komplettsperrung betreffe nicht nur Unternehmen, sondern habe enorme Auswirkungen auf viele Bürger, unterstrich Hille. Die Nordbrücke sei ja nun nicht nur für Autos und Lkw gesperrt, sondern sogar für Fußgänger und für Fahrradfahrer. "Keine Maus darf mehr über diese Brücke."
Beide Wirtschaftsfunktionäre wiesen darauf hin, dass Unternehmen die Zusatzkosten für Umwege am Ende auch auf Kunden umlegen müssten. Wenn jeder Mitarbeiter in einem durchschnittlichen Zehn-Mann-Betrieb täglich nur eine Stunde im Stau stehe, bedeute das für das Unternehmen eine jährliche Belastung von 192.000 Euro, rechnete Radermacher vor. "Das sind keine kleinen Summen, über die wir hier reden, sondern das ist richtig wirtschaftlicher Verlust." Auch Hille stellte fest: "In jedem Fall ist das eine Sache, die auch der Kunde am Ende bezahlen muss."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de