Elektromobilität: Wie geht es weiter?
Der Markt für Elektromobilität dürfte in der nahen Zukunft weiter wachsen. Bild: AdobeStock / Adam
Erstellt von Felix Schneider
25.02.2026 11.29
Die zunehmende Akzeptanz bei potenziellen Käufern wie in der Bevölkerung allgemein eröffnete zusätzlich die Märkte. Der Wandel im Verkehr und im Straßenbild ist bereits deutlich sichtbar - und zweifelsohne unumkehrbar. Getrieben von zunehmenden Sorgen um das Weltklima und gelenkt von entsprechenden gesetzgeberischen Vorgaben durch Deutschland und die Europäische Union sollen die heute noch sogenannten alternativen Antriebe bis zum Jahr 2030 die Verbrennermotoren als Regelfall ablösen. Und die Weiterentwicklungen schreiten unterdessen fort.
Wie ist der aktuelle Stand?
Autofahren in Deutschland ist seit Jahren von erheblichen Kostensteigerungen begleitet. Elektrofahrzeuge kosten außerdem immer noch mehr als herkömmliche Verbrenner. Das Preisniveau neu eingeführter Modelle steigt kräftig, gleichzeitig streichen die Hersteller weltweit in den günstigsten Segmenten. Zusätzliche Belastungen beginnen schon beim teuren Führerscheinerwerb, setzen sich fort über die Betriebs- und Instandhaltungskosten und enden mit zu entrichtenden Steuern und Versicherungsbeiträgen. Um den Umstieg auf alternative Antriebe finanziell zu erleichtern und den Absatz anzuschieben, hatte der Gesetzgeber verschiedene Fördermaßnahmen getroffen, die Erfolg zeitigten, inzwischen jedoch weitgehend ausgelaufen sind. Aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zufolge wurden vergangenes Jahr rund 550.000 reine Stromer neu zugelassen - das entspricht einem Marktanteil von fast 20 Prozent. Alle alternativen Antriebe zusammen kommen auf 59 Prozent.
Was sich mit einem Elektroauto ändert
Stromer sind vergleichsweise teure Anschaffungen, gleichwohl verlieren sie schnell an Wert. Besitzer sind zudem auf Ladestellen angewiesen und betreiben möglicherweise eine heimische Wallbox, was zusätzlich Gefahren mit sich bringt. Risiken und Schadensarten haben sich gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen geändert. Kritisch betroffen sind hierbei besonders die Akkus und die elektronische Infrastruktur, vor allem im Fall eines Brandes. Während man Verbrenner meist irgendwie wieder in Bewegung bringt, steht das Elektroauto still und ist womöglich unzugänglich, wenn etwa die Software fehlerhaft arbeitet. Das Abschleppen ist schwierig und verursacht erhöhten Aufwand ebenso wie die Reparatur und Wiederherstellung der Fahrbereitschaft. Hier will gegebenenfalls guter Versicherungsschutz überlegt sein, der Wertminderung und denkbare Schadensfolgen verlässlich abdeckt. Alles in allem entwickelt sich Autofahren für viele Menschen, gerade, wenn sie darauf angewiesen sind, zu einer finanziellen Belastung und zu einem Kraftakt.
Wie sieht der Fortschritt aus?
• Feststoffakkus mit erhöhter Energiedichte sollen durchschnittliche Reichweiten von über 1.000 Kilometern pro Aufladung ermöglichen, dazu deutlich kürzere Ladezeiten und besseren Brandschutz gewährleisten. In herkömmlichen Akkus ist der Einsatz von preisgünstigeren, weniger seltenen Materialien als vergleichsweise Lithium geplant.
- Intelligente Fahrassistenz, Energierückgewinnung aus dem Bremssystem und zusätzliche Stromaufnahme über verbaute Solarpaneele verbessern die Effizienz und senken dadurch die Betriebskosten. Weitere Vorteile versprechen eine fortgeschrittene Aerodynamik sowie die Verwendung leichterer, gleichzeitig widerstandsfähigerer Materialien beim Karosseriebau.
- Bis 2030 sollen in Deutschland eine Million Ladestationen entstehen, die durch neue Konzepte des Schnellladens und induktiven Ladens - ohne Stecker und Kabel - den Ladevorgang vereinfachen und verkürzen, wodurch die Besitzer von Elektrofahrzeugen zeitlich und finanziell entlastet werden.
- Neue Leasing-Modelle, flexible Mobilitätslösungen wie Fahrzeug-Sharing oder Auto-Abonnements sowie die konsequente Nutzung dynamischer Stromtarife werden einen niedrigschwelligen Zugang zur Elektromobilität auch für Personenkreise bieten, die bislang davon ausgeschlossen sind.
Was bringt die nächste Zukunft?
Der globale Markt für Elektromobilität dürfte in den nächsten Jahren stetig weiter wachsen - allerdings eher in verhaltener Weise. Gründe hierfür liegen in dem derzeitigen Zögern der EU beim Verbrenner-Aus, dem beabsichtigten Abbau staatlicher Subventionen durch die chinesische Führung sowie den politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in den USA. China bleibt dabei erwartbar Motor des weiteren Wachstums. Deutschland wartet auf preislich attraktivere Neuwagen-Modelle, auf bessere Finanzierungsmethoden, auch auf die Rückkehr staatlicher Förderung. Verschiedene Hersteller erhoffen sich hier gesteigerten Absatz durch die Kaufprämien, mit denen sie ins neue Jahr gestartet sind. Eine große Unwägbarkeit stellen jedoch Zölle und die handelspolitischen Beziehungen dar. Für die weitere Entwicklung wäre es jedenfalls wichtig, dass bezahlbare E-Autos mit günstigem Unterhalt schnell und in der benötigten Menge verfügbar werden.
sfx/news.de