Stuttgart: Immer später und immer teurer: Die Historie von Stuttgart 21
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Erstellt von Sarah Knauth
26.06.2026 04.07
Seit Mitte der 1990er Jahre laufen die Planungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21. Immer wieder wurde die Eröffnung seither verschoben, und auch die Kosten haben sich sprunghaft nach oben entwickelt. Ein Überblick über die Chronologie des milliardenschweren Bahnprojekts.
1994 - Ideenskizze für Stuttgart 21 und Einleitung des Raumordnungsverfahrens für die Neubaustrecke Wendlingen-Stuttgart
1995 - Machbarkeitsstudie für Stuttgart 21 und Rahmenvereinbarung. Die Rede ist von umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro Kosten.
1997 - Entwurf von ingenhoven architects gewinnt den internationalen Architekturwettbewerb
2006 - Baugenehmigung für den Hauptbahnhof
2009 - Vertreter von Bund, Land und Bahn unterzeichnen die Finanzierungsvereinbarung für Stuttgart 21. Kostenstand damals: gut 3 Milliarden Euro und ein Puffer von etwa 1,5 Milliarden Euro. Zum Zeitpunkt der Unterschrift geht man davon aus, dass der Bahnhof 2019 fertig ist.
2010 - Start der Bauarbeiten am 2. Februar. Zeitgleich kommt es zu Protesten. Am 30. September eskaliert der Konflikt: Die Polizei setzt Wasserwerfer ein, viele Menschen werden verletzt, der Tag geht als "Schwarzer Donnerstag" in die Geschichte Baden-Württembergs ein.
2011 - Volksabstimmung: Am 27. November sprechen sich 58,8 Prozent gegen einen Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des Bahnprojekts aus, und damit für Stuttgart 21.
2012 - Bahnchef Rüdiger Grube geht davon aus, dass Stuttgart 21 erst 2020 fertig wird.
2013 - Kostensteigerung: Der Aufsichtsrat der Bahn billigt eine Erweiterung des Finanzrahmens um 2 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro. Außerdem soll das Projekt jetzt 2021 fertig sein.
2016 - Grundsteinlegung für die Betonplatte, das Fundament für Gleise und Bahnsteige.
2018 - Verteuerung und Verzögerung: Die Bahn beschließt einen Kostenrahmen von 8,2 Milliarden Euro. Neues Datum der geplanten Fertigstellung: 2025.
2022 - Die Bahn rechnet jetzt mit Gesamtkosten von 9,15 Milliarden Euro für das Projekt, zuzüglich eines Puffers in Höhe von 640 Millionen Euro.
2023 - Die Kosten steigen um 1,7 Milliarden Euro auf rund 11 Milliarden Euro an.
2024 - Die Fertigstellung des Bahnhofs wird auf Ende 2026 verschoben.
2025 - Die Bahn scheitert vor Gericht endgültig damit, die Projektpartner an den Mehrkosten zu beteiligen. Sie muss alles, was über die Finanzierungsvereinbarung von 2009 hinaus geht, selbst tragen. Das Projekt wird nun auf 11,3 Milliarden Euro taxiert. Zudem bläst die Bahn die für Ende 2026 geplante Inbetriebnahme ab.
2026 - Nach einer umfassenden Überprüfung des gesamten Projektes verschiebt die Bahn die Eröffnung des Tiefbahnhofs um weitere fünf Jahre auf Ende 2031.
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