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Magdeburg/Gatersleben: Gentechnik-Reform: Zustimmung und Kritik in Sachsen-Anhalt

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Trockenheitsresistente Weizensorten oder Pflanzen, die mit weniger Pflanzenschutzmitteln auskommen: Die Lockerung der EU-Regeln für neue gentechnische Verfahren stößt in Sachsen-Anhalt bei Landwirtschaft und Forschung auf Zustimmung. Umweltverbände warnen hingegen vor Risiken für Verbraucher und Natur. Das zeigen Reaktionen aus Landwirtschaft, Forschung und Umweltschutz.

Das Europäische Parlament hat vor wenigen Tagen den Weg für neue Regeln für sogenannte neue genomische Techniken (NGT) wie die Gen-Schere CRISPR/Cas freigemacht. Bestimmte gentechnisch veränderte Pflanzen sollen künftig deutlich leichter zugelassen werden. Lebensmittel daraus müssen in vielen Fällen nicht gesondert gekennzeichnet werden.

Bauern hoffen auf robustere Pflanzen

Der Landesbauernverband sieht darin Chancen für die Landwirtschaft. Neue Züchtungsmethoden könnten helfen, Kulturpflanzen schneller an Klimawandel, Trockenheit und neue Schädlinge anzupassen. "Gerade für die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt, die regelmäßig von Trockenperioden und Wetterextremen betroffen ist, können neue Züchtungsmethoden dazu beitragen, widerstandsfähigere Sorten mit stabileren Erträgen zu entwickeln", teilte der Verband auf Anfrage mit.

Rückenwind kommt auch aus der Forschung. Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben sieht in der Reform Chancen für die Entwicklung klimaangepasster Kulturpflanzen. "Wir begrüßen die heutige Entscheidung außerordentlich", erklärte Institutsdirektor Nicolaus von Wirén. Die neuen Verfahren ermöglichten präzisere Eingriffe und schnellere Züchtungserfolge. "Das ist wichtig, weil es jetzt vor allem um die schnelle Anpassung der Kulturpflanzen an das sich verändernde Klima und den verringerten Einsatz von Agrochemikalien geht", sagte von Wirén.

Umweltverband kritisiert fehlende Kennzeichnung

Kritik kommt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Das Europaparlament habe mit seiner Entscheidung Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucher im Stich gelassen, erklärte BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. Der Verband befürchtet unter anderem, dass Verbraucher künftig nicht mehr erkennen können, ob Lebensmittel mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren erzeugt wurden. Zudem sieht der BUND Risiken durch fehlende Risikoprüfungen und eine stärkere Patentierung von Saatgut.

Die neuen Regeln sollen nach einer Übergangsfrist voraussichtlich ab Mitte 2028 gelten.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++ /roj/news.de

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