Wladimir Putin: Er ruiniert Russland langfristig - selbst Kreml-Beamte bitten um Hilfe
Wladimir Putins Staatsausgaben wachsen und wachsen. Experten warnen vor einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft. Bild: dpa/Pool Reuters/Ramil Sitdikov
Erstellt von Ines Fedder
04.06.2026 10.16
- Rekord-Defizit in Russland: Beamte warnen Putin vor den Kriegskosten
- Steuererhöhungen und Firmenpleiten: Russlands Wirtschaft gerät unter Druck
- Experten sehen wachsende Risiken für Russlands wirtschaftliche Zukunft
- Krieg belastet Staatskasse: Russland steuert laut Insidern auf Rezession zu
Die russische Staatskasse steht unter enormem Druck. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 klafft bereits ein Loch von 5,9 Billionen Rubel – umgerechnet rund 70,5 Milliarden Euro. Damit hat das Haushaltsdefizit einen historischen Höchststand erreicht. Wie geht es jetzt weiter mit Putins Pleite-Staat?
Hochrangige Beamte wenden sich hilfesuchend an Wladimir Putin
Wie "Bloomberg" unter Berufung auf interne Dokumente und informierte Kreise berichtet, schlagen hochrangige Vertreter des Finanzministeriums und der Zentralbank Alarm. Sie haben Kreml-Chef Wladimir Putin eindringlich gewarnt: Die finanziellen Belastungen durch den Ukraine-Krieg seien nicht länger tragbar. Die Beamten fordern demnach deutliche Einschnitte bei den Militärausgaben.
Russland bewegt sich nach Einschätzung der Regierungsvertreter auf eine Rezession zu. Der anhaltende Konflikt in der Ukraine zermürbt die Wirtschaft des Landes zunehmend.
Experten sehen Russlands Zukunft in Gefahr
Fachleute zeichnen ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Entwicklung. Stefan Meister, Leiter des Zentrums für Ordnung und Governance in Osteuropa bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, urteilt gegenüber "Focus Online" unmissverständlich: "Langfristig ruiniert Putin die Perspektive seines Landes."
Die Ursachen liegen auf der Hand. Das aufgeblähte Verteidigungsbudget hat zu drastischen Kürzungen in anderen Sektoren geführt. Gleichzeitig mussten die Steuern angehoben werden. "Der zivile Wirtschaftssektor ist massiv unter Druck", erklärt der Russland-Experte.
Alexander Libman, Professor für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, beschreibt die Lage als verfestigte "Stagnation". Der aus Moskau stammende Wissenschaftler beobachtet eine zunehmende Hoffnungslosigkeit sowohl bei gewöhnlichen Bürgern als auch in den Eliten des Landes.
Firmenpleiten und Steuererhöhungen belasten Putins Wirtschaft
Die negativen Entwicklungen zeigen sich bereits in konkreten Zahlen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Russland ist deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistikamts Rosstat arbeiten nur noch 63,1 Prozent der russischen Firmen profitabel.
Der Staat reagiert mit höheren Abgaben. Bereits Ende 2025 beschloss die Duma eine Anhebung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte. Zudem senkte das Parlament die Umsatzgrenze für die Steuerpflicht drastisch – von 60 Millionen auf zehn Millionen Rubel.
Besonders hart trifft es den Einzelhandel. Wie die "taz" berichtet, werden Ladenflächen in Einkaufszentren mittlerweile als Wohnraum angeboten. Obwohl Russland weiterhin Öl und Gas exportiert, entstehen laut Experten strukturelle Probleme, die sich auf absehbare Zeit nicht beheben lassen.
Wladimir Putin: Bevölkerung verliert den Glauben an einen Sieg
Die Stimmung in der russischen Gesellschaft kippt. Nach Einschätzung von Experte Meister glaubt die Bevölkerung derzeit nicht mehr daran, dass Russland den Krieg gewinnen kann. An der Front herrscht weitgehend Stillstand, während die ukrainischen Streitkräfte verstärkt russische Infrastruktur angreifen.
Zusätzlichen Unmut erzeugt die digitale Abschottung des Landes. Russland hat Messenger-Dienste wie Telegram blockiert und sperrt immer mehr VPN-Verbindungen. Professor Libman bezeichnet dies als "Riesenproblem" für Unternehmer. Die Internet-Blockaden gehören zu den zentralen Faktoren, die Putins Unterstützung bröckeln lassen.
"Sie sehen keinen Ausweg aus der aktuellen Situation", beschreibt der Wirtschaftswissenschaftler die Lage. Mittelfristig rechnet er mit sinkendem Wohlstand und "massiven sozialen Auswirkungen" des Krieges für die russische Bevölkerung.
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