Ökotest im Mai 2026: Mineralöl und Pestizide entdeckt - viele Olivenöle fallen durch
Nicht immer steckt "nativ extra" drin: Viele Olivenöle sind im Ökotest durchgefallen. Bild: Adobe Stock/ jchizhe
Erstellt von Sabrina Böhme
30.04.2026 10.18
- Olivenöle aus Discounter und Supermarkt im Ökotest
- Nur zwei Speiseöle erhielten die Bestnote "sehr gut"
- Mehrere Olivenöle fielen wegen Pestiziden und Weichmachern im Sensoriktest durch
Für ein gutes Olivenöl zahlen Verbraucher gerne mehr. Gerade für Speiseöle mit der höchsten Güteklasse "nativ extra" fällt der Preis deutlich höher aus. Ökotest hat sich angeschaut, ob Olivenöle die Qualität liefern, die sie auf dem Etikett anpreisen. Dafür haben die Tester 30 Olivenöle "nativ extra", darunter 18 mit Bio-Siegel, näher unter die Lupe genommen. Dabei entdeckten sie mehrere Mängel wie Pestizidrückstände.
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Ökotest im Mai 2026: Nur zwei Ölivenöle "sehr gut"
Die Speiseöle wurden auf Inhaltsstoffe und Sensorik überprüft. Nur zwei Öle erhielten die Bestnote "sehr gut". Sieben Testprodukte fielen hingegen durch. Dabei fiel auf, dass viele Olivenöle den Namen "nativ extra" aufgrund von sensorischen Mängeln gar nicht so bezeichnet werden dürften. Einige Öle waren "ranzig" und "stichig und schlammig". Die Tester betonen aber, dass es sich um keine Premiumöle handelt und sie keine Top-Qualität erwartet hätten. Auch geschmacklich konnte nicht jedes Öl mit einem harmonischen Geschmacksbild punkten.Stiftung Warentest hat bereits im Februar 2026 Mängel in Olivenölen festgestellt.
Höchste Pestizidrückstände seit Jahren in Olivenölen
Die Untersuchung offenbarte auch Pestizide, die im Olivenöl eigentlich nicht enthalten sein sollten. Die Belastung war schon lange nicht so hoch. In mehreren konventionellen Ölen und sogar in vier Bio-Olivenölen fanden sie sogar Rückstände von mehreren Spritzgiften.
Olivenöle mit Mineralölrückständen und Weichmachern belastet
Zudem entdeckte das Labor Mineralölrückstände, die bei der Herstellung und Verpackung in die Olivenöle gelangen können. Ökotest macht auf einige Stoffe aufmerksam, die sie besonders bedenklich sehen: Zum einen enthielten die Produkte Spuren gesättigter Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOSH-Analoga). Diese Stoffe können sich im Fettgewebe und in Organen wie der Leber des Menschen anreichern. Inwieweit diese Kohlenstoffverbindungen gesundheitsschädlich für den Menschen sind, ist noch nicht ausreichend geklärt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mahnt nach aktuellem Forschungsstand nicht zur Sorge, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Es wurden auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) gefunden. Die EFSA sieht die Aufnahmemenge dieser Verbindungen weiterhin als zu hoch an. Die Liste der bedenklichen Stoffe umfasst auch Weichmacher, die sich sogar in fünf Bio-Ölen befanden. Sie heben besonders das Dibutylphthalat (DBP) hervor.
Diese Olivenöle untersuchte Ökotest
Von den 30 Olivenölen, untersuchten die Tester konventionelle und Bio-Speiseöle. Die Olivenöle stammen aus Supermärkten, Discountern und Drogerien. Die Preise der untersuchten Produkte lagen zwischen 7,99 Euro und 27,98 Euro pro Liter. Unter den Testprodukten waren zum Beispiel:
- Aldi Nord/Aldi Süd, Bio Natives Olivenöl extra (Oleificio Salvadori), Preis pro Liter 9,27 Euro
- Edeka Gut & Günstig Natives Olivenöl extra, Preis pro Liter 7,99 Euro
- Lidl, Fiorentini Firenze, Primadonna Natives Olivenöl extra, Preis pro Liter 7,99 Euro
Alle aktuellen Ergebnisse finden Sie in der aktuellen Ökotest-Ausgabe.
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