Energie: IEA rechnet wegen Iran-Krieg mit geringerer Öl-Nachfrage
Die Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) zählt zu den bedeutenden Standorten der Mineralölverarbeitung in Deutschland. Bild: Katharina Kausche/dpa/dpa
Erstellt von Felix Schneider
14.04.2026 14.28
- Öl-Nachfrage geht laut Energieagentur IEA zurück
- Die Agentur schraubt ihre Nachfrage-Prognose deutlich runter
- Ursache des massiven Rückgangs ist der Iran-Krieg
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Durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs geht die internationale Energieagentur IEA für dieses Jahr mittlerweile von einer geringeren Öl-Nachfrage aus. Aufs Jahr gesehen erwartet die IEA einen Nachfragerückgang von 84.000 Barrel pro Tag, wie es in ihrem monatlichen Ölmarktbericht heißt.
Damit senkt die in Paris ansässige Agentur ihre Prognose deutlich. Im März war sie noch davon ausgegangen, dass die Nachfrage dieses Jahr um etwa 644.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag steigen werde. Allerdings liegen beiden Monatsberichten leicht unterschiedliche Werte für die Nachfrage nach Öl im vergangenen Jahr zugrunde. Insgesamt geht die Organisation von einer täglichen Rohöl-Nachfrage von gut 100 Millionen Barrel aus.
Im zweiten Quartal könnte Nachfrage so stark sinken wie lange nicht
Für das zweite Quartal dieses Jahres dürfte es laut IEA einen Nachfragerückgang von 1,5 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geben. Einen solch rapiden Rückgang gab es dem Bericht zufolge seit der Corona-Pandemie nicht. Zunächst sei die Ölnutzung vor allem im Nahen und Mittleren Osten und im asiatisch-pazifischen Raum zurückgegangen. Doch bleibe das Öl knapp und die Preise hoch, werde die Nachfrage auch andernorts stärker zurückgehen.
Durch den Krieg seien die Öllieferungen im März abrupt eingebrochen, im April habe sich der Negativtrend fortgesetzt. Die IEA geht allerdings davon aus, dass sich die Lieferketten ab Mai wieder normalisieren könnten und Ölpreise wieder sinken. Für die Quartale der zweiten Jahreshälfte sieht die Agentur daher wieder mehr Hunger auf Öl als noch in den Vorjahreszeiträumen.
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