Preis-Explosionen befürchtet: So teuer wird die Nahost-Krise für deutsche Verbraucher
Der Iran-Konflikt kann für deutsch Verbraucher enorm teuer werden. Bild: AdobeStock / AucArtStudio
Erstellt von Anika Bube
03.03.2026 12.06
- Ölpreis steigt nach Einschränkungen in der Straße von Hormus deutlich
- Experten warnen vor massiv steigenden Spritpreisen
- Auch Gas, Trockenfrüchte und Gewürze könnten teurer werden
Die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran trifft deutsche Verbraucher direkt im Geldbeutel. Nach den Angriffen am Wochenende hat der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt – eine der wichtigsten Engstellen für den weltweiten Öltransport. Die Folgen zeigen sich bereits an den Märkten: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte am Dienstagmorgen um drei Prozent auf 80,09 Dollar. Am Montag hatte der Ölpreis zeitweise sogar um 13 Prozent zugelegt. Steigende Rohölpreise schlagen erfahrungsgemäß auf Sprit und Heizöl durch. Laut dem Verband deutscher Reeder befinden sich derzeit 25 Schiffe von sieben deutschen Reedereien in den Gewässern des Persischen Golfs. Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd erhebt bereits einen Kriegsrisikozuschlag von bis zu 3.500 Dollar pro Container.
Eskalation im Nahen Osten: Drohen bald 2,60 Euro pro Liter Benzin?
An den Tankstellen machte sich die Krise bereits bemerkbar: Die Benzinpreise zogen um einige Cent an. Sollte der Konflikt jedoch andauern und die Straße von Hormus für Öltanker weiterhin gesperrt bleiben, könnte es deutlich teurer werden. Gegenüber der "Bild" warnt Handelsexperte Prof. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein vor einem möglichen Anstieg der Spritpreise auf bis zu 2,60 Euro pro Liter. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht einen kurzen Krieg bereits als "eingepreist" an. Entscheidend sei die Dauer des Konflikts. Am Montag war der Brent-Preis zwischenzeitlich auf 82,37 Dollar gestiegen, bevor er zum Handelsschluss bei 77,74 Dollar landete – immer noch ein Plus von rund sieben Prozent gegenüber dem Vortag.
Gaspreise könnten sich verdoppeln
Noch dramatischer entwickelt sich die Lage am Gasmarkt. An der Amsterdamer Börse schnellte der Großhandelspreis für Erdgas um 25 Prozent nach oben – der stärkste Anstieg seit August 2023. Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs zeichnen ein düsteres Szenario: Bei einem einmonatigen Stillstand des Schiffsverkehrs in der Region könnte sich der europäische Gaspreis mehr als verdoppeln. Zusätzlichen Druck erzeugt Qatar Energy, der weltweit größte Produzent von Flüssigerdgas. Das Unternehmen hat seine LNG-Produktion wegen der iranischen Angriffe vorübergehend eingestellt. Für deutsche Haushalte bedeutet das: Die Heizkosten könnten in den kommenden Monaten spürbar steigen, falls sich die Situation nicht entspannt.
Datteln, Pistazien und Safran werden knapp
Neben Energie drohen auch bei bestimmten Lebensmitteln Engpässe und Preisanstiege. Deutschland bezieht aus dem Nahen und Mittleren Osten vor allem Datteln und andere Trockenfrüchte, Pistazien sowie exotische Gewürze wie Kardamom und Safran. Speziell aus dem Iran stammen Granatäpfel und Berberitzen, die hierzulande verkauft werden. Durch die Blockade der Handelsrouten könnten diese Lieferungen nun ausbleiben oder sich erheblich verzögern. Auch konservierte Lebensmittel aus der Region sind betroffen. Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd verlangt bereits saftige Aufschläge für Transporte in die Krisenregion: 1.500 Dollar extra für Standardcontainer, bei Kühlcontainern sogar 3.500 Dollar. Diese Mehrkosten dürften letztlich bei den Verbrauchern ankommen.
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