Haltung oft mangelhaft: Finger weg von Ostereiern - so viel Tierquälerei steckt hinter der Tradition
Die traditionell bunt eingefärbten Eier stammen oftmals aus fragwürdigen Haltungsformen. Bild: AdobeStock / sas
Von news.de-Redakteur Felix Schneider
02.04.2026 12.49
- Ostereier stammen häufig aus besonders schlechten Bedingungen
- Teils können die Eier noch aus Betrieben mit "Kükentötung" kommen
- Wie Sie das erkennen und welche Alternativen es gibt, lesen Sie hier
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In Deutschland wurden 2025 laut Zahlen des Statistischen Bundesamts über 252 Eier pro Kopf verbraucht - eine enorme Anzahl. Nur wenige davon stammen tatsächlich aus tierfreundlicher Haltung. Noch weitaus seltener ist das der Fall bei bemalten Ostereiern. Warum Tierschützer sich gegen den Brauch aussprechen.
Warum Tierschützer vor Ostereiern warnen
Klar: Tierschutz steht in einem Land, in dem ein Metzger Landwirtschaftsminister ist und der bayerische Ministerpräsident eine Wurst nach der anderen auf seinem Instagram-Kanal postet, nicht gerade an erster Stelle. Dennoch sind die Bedingungen, unter denen Ostereier produziert werden, oftmals erschreckend. Ein großes Problem: Die Kennzeichnung der Haltungsform fehlt bei den bemalten Eiern häufig, weil sie bei diesen - im Gegensatz zu normalen Eiern - schlichtweg nicht gesetzlich verankert ist.
Erschreckend: Bei einigen Eiern geht die Produktion noch immer mit dem sogenannten "Kükentöten" einher. Seit 2022 ist diese Praxis zwar in Deutschland verboten, doch in anderen europäischen Ländern wie Polen, Österreich oder den Niederlanden wird sie noch immer fortgeführt. An einigen Eiern aus dem Ausland klebt daher noch immer Blut.
So entziffern Sie die Stempelcodes auf Hühnereiern
Gut zu wissen: Der Stempelcode auf den Eiern kann Aufschluss über die Haltungsbedingungen der Legehennen geben. Laut dem Bund für Naturschutz Deutschland (BUND) gibt der Code Informationen zu Haltungsform, Herkunftsland, dem landwirtschaftlichen Betrieb und dem Stall, in dem das Ei produziert wurde.
Die erste Ziffer des Stempels verrät, welche Art der Haltung dabei eingesetzt wurde:
- 0 - Ökologische Haltung: Hennen bekommen Auslauf und Biofutter. Diese Haltungsart wird streng kontrolliert und ist am tierfreundlichsten.
- 1 - Freilandhaltung: Hier bekommen die Hennen Zugang ins Freie, leben allerdings häufig mit mehreren zehntausend Tieren in großen Stallanlagen.
- 2 - Bodenhaltung: Bei der Bodenhaltung leben die Tiere ausschließlich im Stall, dicht aneinandergedrängt.
- 3 - Käfighaltung:Die Käfighaltung ist explizit nicht artgerecht und weitgehend verboten, allerdings ist die sogenannte "Kleingruppenkäfighaltung" noch immer erlaubt.
"Bio" ist also praktisch nur die Kategorie 0 - alles danach ist deutlich schlechter für die Tiere. Auf die Ziffer folgen meist die Buchstabenkürzel der Herkunftsländer, etwa "DE" für Deutschland oder "NL" für die Niederlande.
Darum werden Ostereier nicht mit Codes gekennzeichnet
Und warum gelten für bunte Eier nun andere Regeln? Das liegt daran, dass die bemalten Produkte als "verarbeitet" gelten. Damit werden sie nach anderen Maßstäben beurteilt als die sogenannten Schaleneier. Bemalte Eier dürfen also auch aus Legebatterien stammen. Diese sind zwar ein Auslaufmodell, in einigen Betrieben allerdings sogar noch bis 2028 erlaubt.
Auch bei Produkten wie Teigwaren, Gebäck oder Fertigprodukten, die Eier enthalten, ist die Kennzeichnung keine Pflicht. Wer kein Bild von Legebatterien im Kopf hat: Den Hühnern, die in solchen Käfigen leben, bleibt laut der Tierrechtsorganisation "Vier Pfoten" jeweils eine Fläche, die etwa einem DIN-A4-Blatt entspricht. Den Bedürfnissen der Tiere entsprechen derartige Haltungsformen in keiner Weise.
Alternativen zum Osterfest ohne Eier
Wer nicht gänzlich auf die Tradition zum Osterfest verzichten möchte, kann auch auf Alternativen wie Plastik- oder Styroporeier oder bunte Deko aus Papierzurückgreifen - Bastelanleitungen dafür gibt es im Netz. Und auch beim Backen können Verbraucher auf tierfreundliche Alternativen wie Bananen, Apfelmus oder Sojamehl zurückgreifen - und sogar für herzhafte Gerichte lässt sich der Ei-Geschmack mit dem Schwefelsalz Kala Namak ganz einfach ersetzen.
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