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Gestiegene Heimkosten: Wie kann eine Pflegezusatzversicherung Sie unterstützen?

Wer früh genug mit den Sparen anfängt, hat später ausreichend, um die Pflege zu finanzieren. Bild: AdobeStock/Kzenon

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  • Kosten für Pflegeheime steigen immer weiter an
  • Eine Zusatzversicherung kann helfen, die Kosten zu decken
  • Nur ein Versicherungsmodell wird von Experten empfohlen

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Alles wird immer teurer - auch die Pflege im Heim bleibt von steigenden Kosten nicht verschont. Mehr als 3.000 Euro Eigenanteil werden derzeit trotz Pflegeversicherung je nach Bundesland fällig. Für viele Rentner ist ein Platz im Heim so finanziell kaum stemmbar. Während die Pflegeversicherung die Pflege selbst zahlt, bleiben Personal-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten offen - und müssen von Betroffenen selbst gezahlt werden. Selbst wenn man das Sparschwein plündert, bleibt sooft eine Lücke bei der Finanzierung. Um diese zu überbrücken, können Betroffene mit einer privaten Pflegezusatzversicherung vorsorgen.

Warum es sich lohnen kann, früh vorzusorgen

Der erste Schritt beginnt mit dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung. Hierbei ist der Zeitpunkt entscheidend: Wer den Vertrag bereits im jungen Alter abschließt, kann mit relativ geringen monatlichen Beträgen auf eine gute Summe kommen - und seine Rente somit entlasten. Je älter man allerdings bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ist, desto höher ist das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Entsprechend sind auch die Prämien höher.

Warum eine frühe Entscheidung trotzdem Risiken birgt

Allerdings mahnt die Verbraucherzentrale: Oft ändert sich noch vieles im Leben - wie hoch der finanzielle Bedarf später sein wird, ist in jungen Jahren oftmals noch unklar. So können Kinder, Jobwechsel, Ehe und Scheidung die Umstände maßgeblich verändern. Es bleibt zu bedenken:

  • Welche Art der Pflege bevorzugen Sie? Ambulant oder stationär?
  • Welche Rente haben Sie im Alter zu erwarten?
  • Können / wollen Angehörige Sie finanziell unterstützen?
  • Können / wollen Angehörige Sie in der Pflege unterstützen?

Zudem könnten später auch aus anderen Quellen die nötigen Gelder fließen - so zum Beispiel aus vermieteten Immobilien. Kurzum: Gibt es Optionen abseits der privaten Zusatzversicherung, sollten Sie diese zuerst bedenken. Die Versicherung ist lebenslang - und die Beiträge steigen voraussichtlich weiter an. Die Preisunterschiede bei den verschiedenen Produkten sind hoch, daher können sich Vergleiche immer lohnen.

Ob sich eine Zusatzversicherung lohnt, ist letztendlich immer ungewiss. In die Zukunft schauen kann derzeit noch niemand - weshalb es nie sicher ist, ob und wann der Versicherungsfall eintritt. 

Welche Versicherungs-Optionen gibt es?

Wer sich dennoch vorsorglich für eine Versicherung entscheiden möchte, sollte laut Experten unter anderem die sogenannte Pflegetagegeldversicherung setzen. Diese gibt es schon ab relativ kleinen Beiträgen, die Leistungen variieren je nach Anbieter. Bei der Tagegeldversicherung zahlt der Versicherer Ihnen täglich einen fest vereinbarten, täglichen Geldbetrag aus. Das sorgt für relative Flexibilität bei vergleichsweise geringeren Kosten als bei einer Pflegekostenversicherung.

"Im Grunde ist das Pflegetagegeld die Möglichkeit, die man eigentlich wählen sollte. Man weiß ja nie, wie sich die Pflege darstellt, wie man Gelder benötigt. Und da ist man schon allein aufgrund der uneingeschränkten Verfügbarkeit des Tagesgeldes völlig unabhängig und kann frei entscheiden", so auch Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Bei der Pflegekostenversicherung wird nur Geld ausgezahlt, wenn tatsächlich Leistungen erbracht wurden - unabhängig davon, wie lange und viel man eingezahlt hat.

Bei dem dritten Modell, der Pflegerentenversicherung, wird ein monatlicher Betrag ausgezahlt, sobald ein Pflegegrad festgestellt wurde. Die Höhe richtet sich je nach Pflegegrad. Ein großer Vorteil: Die zu zahlenden Beiträge sind fix und können mit der Zeit nicht ansteigen. Gleichzeitig können Versicherte bei vorzeitiger Auflösung des Vertrages einen Teil des Geldes zurückbekommen - dafür sind allerdings auch die Beiträge deutlich höher als bei den anderen zwei Varianten. Experten raten in der Regel hiervon ab.

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