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"Let's Dance"-Verträge enthüllt: Hat RTL keine echten Kandidaten mehr nötig? Neue KI-Klausel verändert alles

Die Finalisten der 19. "Let's Dance"-Staffel sind Anna-Carina Woitschack (links), Joel Mattli (Mitte), und Milano (rechts). Bild: RTL / Stefan Gregorowius

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  • Kurz vor dem Finale von Let's Dance sorgen geleakte Verträge für Aufsehen
  • Die Klauseln erlauben offenbar die KI-Nutzung von Material aus der Produktion
  • Die Rechte sollen weltweit und unbegrenzt gelten - ohne zusätzliche Vergütung

Mehr über "Let's Dance" und andere Unterhaltungsformate finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Kurz vor dem großen Finale der RTL-Tanzshow sorgen brisante Vertragsdetails für Aufsehen. Kürzlich veröffentlichte Leaks deuten darauf hin, dass die Teilnehmerverträge von "Let's Dance" weitreichende Klauseln zur Nutzung künstlicher Intelligenz beinhalten. Demnach haben die drei Finalisten Milano, Joel Mattli und Anna-Carina Woitschack umfassende Rechte an ihrer digitalen Identität abgetreten.

Gesichter, Stimmen und Emotionen für die KI

Die Vertragsklauseln erfassen laut "Bild" nahezu jeden Aspekt der Teilnehmer. Neben Gesichtern und Stimmen dürfen auch Mimik, Gestik und emotionale Reaktionen abgespeichert werden. Auch Trainingssequenzen, Interviews und selbst Auseinandersetzungen abseits der Kameras fallen unter die Regelung. Besonders brisant: Auch Rohmaterial, das niemals im Fernsehen gezeigt wird, darf archiviert und analysiert werden.

Doch damit nicht genug: Das Material wird natürlich nicht nur gesichert, sondern soll auch für Training und Bearbeitung weiterverwendet werden. Der Vertrag erlaubt ausdrücklich die Bearbeitung von Bild-, Ton- und Sprachmaterial mittels KI-Technologien. Genannt werden etwa Stimmveränderungen oder die Anpassung von Lippenbewegungen. Was das genau bedeutet, ist aktuell noch unklar – die Formulierungen wurden scheinbar bewusst vage gehalten, damit die Verträge auch mit zukünftigen Technologien übereinstimmen.

Keine Extra-Vergütung für die digitale Verwertung

Die Gagen bei "Let's Dance" fallen je nach Bekanntheitsgrad unterschiedlich aus. Laut "Bild"-Informationen erhalten die meisten Prominenten zwischen 50.000 und 70.000 Euro. In Ausnahmefällen wie bei Anna Ermakova sollen es sogar rund 200.000 Euro gewesen sein. Für die Freigabe ihrer Daten zur KI-Nutzung bekommen die Teilnehmer jedoch keinen Cent zusätzlich. Die Stars unterschreiben damit Rechte, deren wirtschaftlicher Wert heute noch völlig ungewiss ist.

Die Produktion kann künftig auswerten, welche emotionalen Momente beim Publikum besonders gut ankommen – ob Tränen, Konflikte oder Zusammenbrüche.Die Vereinbarungen gelten dem Bericht zufolge weltweit und ohne zeitliche Begrenzung.

RTL schweigt zu den Vertragsdetails

Auf Nachfrage der "Bild" zu den KI-Klauseln äußerte sich ein RTL-Sprecher knapp: "Vertragliche Details kommentieren wir nicht." Damit bleibt offen, wie der Sender die weitreichenden Regelungen begründet.

Die technischen Möglichkeiten, die sich aus den Verträgen ergeben, sind beträchtlich. Stimmen könnten künftig täuschend echt nachgeahmt, Gesichter digital rekonstruiert und Bewegungsabläufe am Computer nachgebildet werden. Theoretisch wären sogar virtuelle Avatare oder digitale Doppelgänger der Prominenten denkbar – Werbekampagnen, Trailer und sogar komplette Shows ohne echte Kandidaten, mit maschinell herbeifantasierten Szenarien. Besonders bedenklich: Nicht nur für die Stars selbst, sondern auch für die Filmcrew, Stylisten, Make-up-Artists und viele andere an der Produktion Beteiligte könnte das zum Problem werden.

Das "Let's Dance"-Finale 2026 wird bei RTL am 29.05.2026 um 20.15 Uhr ausgestrahlt - wer bis dahin noch nicht alle Folgen gesehen hat, kann das bis dahin auf RTL+ noch nachholen.

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