Dschungelcamp-Finale 2026: IBES-Fans wettern wegen Dschungelkönig Gil Ofarim über "ehrlosen Irrsinn"
Der frisch gekrönte Dschungelkönig Gil Ofarim löste in den sozialen Netzwerken hitzige Diskussionen über die Dschungelcamp-Staffel 2026 aus. Bild: picture alliance/dpa/RTL | RTL
Von Jonas-Erik Schmidt, dpa
09.02.2026 09.46
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Das Dschungelcamp 2026 ist offiziell Geschichte und Vorjahressiegerin Lilly Becker muss ihren Thron räumen: Seit dem Finale von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" am 8. Februar 2026 trägt Gil Ofarim die Krone des Dschungelkönigs. Der Musiker, der schon vor dem Einzug ins Dschungelcamp für erhitzte Diskussionen gesorgt hatte, bekam im Zuschauervoting die meisten Stimmen, wie die Dschungelcamp-Moderatoren Sonja Zietlow und Jan Köppen am Sonntagabend verkündeten.
Dschungelcamp-Finale 2026: Gil Ofarim bricht bei Siegerverkündung in Tränen aus
Ofarim versank in seine eigenen Arme und schluchzte bitterlich, als die Entscheidung gefallen war. Er machte deutlich, dass er sich selbst nicht erklären könne, warum so viele Menschen für ihn gestimmt hätten. Jeden Tag habe er mit dem Rauswurf gerechnet, sagte er. "Ich hab' jeden Tag meinen Koffer gepackt."
Interessant waren daher die Einblicke, die die Moderatoren in das Zahlenwerk hinter der Entscheidung gaben. Im Halbfinale habe es die höchsten Anruferzahlen seit der ersten Staffel der Reality-Show gegeben, sagte Köppen - sie läuft seit 2004. Und Zietlow verriet ihm: "Du lagst in den Votings zum Dschungelkönig ab Tag eins immer vorne." Seine Mit-Finalisten Samira Yavuz ("Der Bachelor", Platz 2) und Hubert Fella ("Ab ins Beet!", Platz 3) kamen dagegen nicht an. Was man daraus schließen konnte? Unter anderem, dass die 19. Dschungelcamp-Staffel, aufgezeichnet in Australien, das Publikum wohl emotionalisiert hatte. Als der überraschende Ausgang feststand, gab Zietlow vorsorglich eine Art Leitplanke für die nun folgenden Debatten aus: "Bitte, liebe Zuschauer, immer dran denken: Es ist ein Spiel hier im Dschungel." Es gehe nur um eine Krone aus Blüten und Blättern. "Wir küren hier nicht den nächsten Weltherrscher."
Hitzige Social-Media-Diskussionen nach Gil Ofarims Dschungelsieg
Emotional bis hitzig ging es auch in den sozialen Netzwerken zu, kaum dass Gil Ofarim zum neuen Dschungelkönig gekrönt worden war. Etliche Dschungelcamp-Fans wetterten beispielsweise bei X (vormals Twitter) mit antisemitischem Unterton über den Sieg des Musikers (beispielsweise "Ein verurteilter Lügner wird gefeiert, geläutert durch Kakerlaken und Sendezeit. Deutschland klatscht, vergibt sich selbst und nennt es zweite Chance. Moral? Wurde wohl abgewählt" oder "Ein übler Mensch gewinnt das Dschungelcamp und es bestätigt sich der ehrlose Irrsinn in Deutschland"), während andere Nutzer Gil Ofarims Krönung zum Dschungelkönig begrüßten:
- "Ingrid van Bergen ist trotz Mord Königin geworden. Aber die Hyänen aus dem Dschungelcamp verlangen von Gil eine tägliche Selbstdemütigung. Das nenne ich: typisch deutsch. Einer wird ausgeguckt, auf den dann alle draufhauen. Man lenkt von eigenen Fehlern ab, indem man mit dem Finger auf andere zeigt. (...) Man muss nicht gutheißen, was Gil getan hat. Aber man kann seine Stimme gegen die Lynchjustiz der Meute erheben."
- "Gil Ofarim ist Dschungelkönig 2026 – ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und für gesellschaftliche Solidarität. Die Wahl zeigt: Hass und Hetze finden keine Mehrheit."
- "Tolle Leistung. Auch in den anderen Prüfungen hat er immer abgeliefert. Muss man auch mal anerkennen. Darum gehen die Stars ja auch eigentlich in den Dschungel."
- "Ich mag Gil Ofarim nicht. Aber die Art und Weise, wie er in den letzten 2 Wochen von den Mitcampern im Dschungelcamp gemobbt wurde, war nicht OK. Ingrid van Bergen wurde in ihrer Staffel auch nicht täglich auf Totschlag angesprochen, und Ofarims Taten waren dagegen doch eher geringfügig."
- "Deutschlands wahre Probleme: Eine Masse an grenzdebilen Konsumenten diskutiert ob ein C-Promi, mit zweifelhafter Vergangenheit das Dschungelcamp gewinnen darf. Euch ist nicht zu helfen."
- "Prognostizierebereits jetzt: Für Gil wäre der 2. Platz gesünder gewesen. Wahnsinn, dieser Hass überall, jetzt trieft er echt aus jeder kleinsten Ritze. Tausende Beleidigungen, Verleumdungen."
- "Jetzt beruhigen wir uns alle mal wieder.In einer Reality Gameshow hat ein Typ eine Blumenkranzkrone und ein Holzzepter gewonnen. Geld hat er auch bekommen, das ist aber nun mal so, wenn Honorar gezahlt wird. (...) Ihr wollt Gerechtigkeit (für wen/was)? Dann geht wählen, engagiert euch ehrenamtlich, liebt euch."
Von der Reizfigur zum Dschungelkönig: Gil Ofarim verfolgt der Davidstern-Skandal bis nach Australien
Ofarims Sieg gehört ganz sicher zu den überraschendsten Momenten in der Geschichte der Show. Um die Teilnahme des einstigen Foto-Love-Story-Schwarms aus der "Bravo" und Sohn des 60er-Jahre-Stars Abi Ofarim (1937-2018) hatte es von Beginn an kontroverse Debatten gegeben. Der Musiker hatte 2021 Schlagzeilen gemacht, als er sich bei Instagram als Opfer antisemitischer Äußerungen eines Hotelmitarbeiters darstellte. Später stellten sich diese Vorwürfe als falsch heraus - Ofarim nahm seine Darstellung in einem Verleumdungs-Prozess gegen ihn zurück. Das Verfahren wurde eingestellt. Der Musiker musste als Auflage einen Geldbetrag von 10.000 Euro zahlen. Diese Vorgeschichte und sein Umgang mit ihr machten ihn im Camp zur Reizfigur. Seine Mitcamper kritisierten, dass Gil sich kaum zu den damaligen Geschehnissen äußerte und sich nicht entschuldigte. Der Musiker entgegnete oft, dass er dazu aus juristischen Gründen nichts sagen dürfe. Entschuldigt habe er sich jedoch mehrfach, sagte er - vor Gericht und in Einzelinterviews. Nur nicht im Beisein seiner Camp-Genossen.
Dschungelcamper fassungslos: Wie schaffte es Gil Ofarim zum Sieg?
Für Gil Ofarims Mitcamper blieb das gesamte Verhalten fragwürdig. Vor allem Reality-Star Ariel bohrte immer wieder mit kritischen Fragen an ihm herum. «Er manipuliert Menschen komplett», sagte Simone Ballack in der Final-Sendung. "Wenn Gil gewinnt, verliere ich den Glauben an Reality-Shows." Dieser Fall ist nun eingetreten. Am Ende der Staffel setzte bereits ein Reigen der Erklärungsversuche ein, wie es sein kann, dass Ofarim nun neuer Dschungelkönig ist. "Gil, wer hätte das gedacht, der Erste" regiert - so formulierte es das RTL-Moderatoren-Duo sofort. Hatte das beständige Malträtieren durch Ariel für einen Mitleidseffekt gesorgt? Hat Deutschland einfach eine Schwäche für gefallene Ex-Teenie-Stars? Eine interessante Deutung hatte auch Mitcamper Hubert parat: Gil sei doch Rock-Musiker. "Rocker schauen genauso Dschungelcamp."
Ex-Dschungelkönig Filip Pavlovic bricht eine Lanze für Gil Ofarim
Eine oft gehörte Interpretation lieferte in der RTL-Anschlusssendung "Die Stunde danach" Ex-Dschungelkönig Filip Pavlovic. Man könne den Fall ja mal "komplett blanko betrachten". "Wir denken jetzt nicht, was er getan hat. Wir denken nicht an die Vergangenheit. Wir reden nicht darüber, was er damals im Hotel gemacht hat, sondern nur, was er im Camp geleistet hat. Dann hat er die Krone verdient." In den Dschungelprüfungen habe Ofarim Spitzenleistungen gezeigt und sei stark geblieben, obwohl ihn die restliche Gruppe ausgegrenzt habe.
Auch im Finale holte Ofarim die Maximalausbeute an Sternen in seiner Prüfung. Dabei musste er den Kopf in verschiedene Plexiglas-Kugeln stecken, die mit Getier gefüllt wurden - unter anderem mit Skorpionen und Riesenkakerlaken. Parallel galt es, Sterne abzuschrauben. Gil blieb die Ruhe selbst und wirkte ähnlich stoisch wie während der Vorwurf-Salven seiner einstigen Mitcamperin Ariel - und das, obwohl er nach seinem Unfall bei einer vorherigen Dschungelprüfung bereits mit dem Gedanken gespielt habe, die Show zu verlassen. Aber das sei nun egal: Im IBES-Finale erklärte Gil Ofarim erleichtert, dass er nun wieder Freude empfinde. "Die Leichtigkeit kommt zurück, die Freude kommt zurück, die Glücksgefühle kommen zurück", sagte er. "Der Dschungel hat mich wieder zurückgeholt", sagte Ofarim. "Zurück ins Leben."
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