Technik

Vorsicht vor Abmahnungen: Instagram-Strafe - mehrere tausend Euro wegen Musik in der Story

Vorsicht beim Posten auf Instagram - wer Musik in seinen Posts verwendet, sollte einen genauen Blick auf die Nutzungsbestimmungen werfen. Bild: picture alliance/dpa | Niklas Graeber

  • Artikel teilen:
  • Derzeit geht eine Welle an Abmahnungen wegen Instagram-Posts um
  • Grund dafür sind Posts mit Musik ohne Nutzungslizenz
  • Nicht in Panik verfallen: Lassen Sie sich von einem Anwalt beraten

Mehr zu ähnlichen Themen finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Leider keine Abzocke durch Kriminelle: Wer Post vom Anwalt inklusive einer Forderung in Höhe von mehreren tausend Euro erhält, ist möglicherweise versehentlich in eine Kostenfalle geraten. Ohne es zu wissen können Nutzer auf Instagram Musik auf eine Art verwenden, die so gar nicht erlaubt ist. Was hinter der aktuellen Abmahnwelle steckt und welche Konsequenzen das haben kann, erfahren Sie hier.

Sind die Anwaltsschreiben wegen Urheberrechtsverletzung echt?

Man könnte meinen, dass es sich hierbei vielleicht bloß um einen bösen Scherz handelt, oder sogar Kriminelle dahinterstecken. Doch tatsächlich kommen die Schreiben meist von echten Kanzleien. Nur wie kann ein harmloser Post auf Instagram zu einer Abmahnung führen?

Der Gesetzgeber schreibt vor: Wer seine Beiträge für kommerziellen Nutzen erstellt, darf nur Musik nutzen, für die er die Nutzungslizenz besitzt oder erworben hat. So schreibt das Urheberrechtsgesetz vor, dass der Urheber das ausschließliche Recht hat, zu bestimmen, ob und wie sein Werk genutzt wird. Auch gibt es dem Urheber den Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz (§97 UrhG). Das bedeutet, wer einen Post zu kommerziellen Zwecken erstellen will, sollte bei Instagram das Lied aus den Bibliotheken für Business-Accounts wählen oder die Lizenz direkt beim Urheber erwerben.

Wer nicht einfach so Musik in Posts verwenden darf

Das Problem: Kommerzielle Nutzung ist ein dehnbarer Begriff - und trifft genauso auf ein Werbevideo eines großen Autoherstellers zu wie auf die örtliche Autowerkstatt, die anlässlich ihrer Firmenfeier einen Post auf Instagram hochlädt. Selbst Mini-Unternehmen müssen daher ganz genau aufpassen - und dürfen nur Songs aus der Bibliothek für kommerzielle Nutzung verwenden. Problematisch dabei ist, dass es nicht direkt ersichtlich ist, welche Songs genutzt werden dürfen und welche nicht.

Wie hoch sind die Beträge in der Regel?

Wie die "Bild" berichtet, flatterte ein solches Anwaltsschreiben auch in den Briefkasten von Ex-Wiesn-Playmate Leonie Splitter (27) ein. Für einen Beitrag auf Instagram nutzte sie ein Lied, für das sie keine kommerzielle Lizenz hatte - wenig später musste sie zahlen. Gegenüber "Bild" verriet sie, dass die ursprüngliche Forderung im mittleren fünfstelligen Bereich lag. Nur mit Mühe konnte sie dank ihres Anwalts diesen Betrag auf einen vierstelligen Betrag herunterhandeln.

Social-Media-Managerin und Musikerin Suzan Wusa (39) erhielt ebenfalls Post, da in einem Post eines Kunden ein Lied ohne Lizenz zu hören war. "Wir sollten 6000 Euro zahlen, konnten mit einem Anwalt auf 2500 Euro herunterhandeln", erklärt Wusa. "Dieses Vorgehen ist kriminell, das Ganze ist eine absolute Frechheit." Grundsätzlich befinden sich die Beträge also mindestens im mittleren vierstelligen Bereich, können aber auch fünfstellige Höhen erreichen.

Wie sollte ich vorgehen, wenn das Anwaltsschreiben kommt?

Rechtlich gesehen bewegen sich die Inhaber des Urheberrechts betroffener Werke also auf sicherem Boden. Unterlassungsansprüche und Schadensersatz-Forderungen sind legitim. Das bedeutet aber nicht, dass auch die Höhe der Forderungen immer legitim ist. Häufig sind die Schadensersatzforderungen und Gebühren deutlich zu hoch angesetzt.

Halten Sie daher in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Anwalt, bevor sie direkt in Panik verfallen. Unterschreiben Sie nichts sofort, löschen Sie nichts und zahlen Sie auch nicht direkt. Im besten Fall lassen sich die Forderungen nach unten drücken und sie zahlen deutlich weniger.

Mehr Infos über ähnliche Themen können Sie hier lesen:

/bua/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.