Oliver Schmidt und das WM-Finale: Bitterböse Spitzen gegen Trump und Infantino machen ZDF-Mann zum internationalen Star
Für FIFA-Chef Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump hatte ZDF-Kommentator Oliver Schmidt nur eine bitterböse Abrechnung übrig. Bild: picture alliance/dpa | Tom Weller
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe
21.07.2026 14.21
- Donald Trump und Gianni Infantino beim WM-Finale hemmungslos verspottet
- ZDF-Kommentator Oliver Schmidt erregt mit Trump-Bemerkungen international Aufsehen
- "Fasziniert von Macht und von sich selbst" - bei diesem Trump-Spott wurde Fußball zur Nebensache
Wer regelmäßig die sportliche Live-Berichterstattung im ZDF verfolgt, dem ist der Name Oliver Schmidt längst geläufig: Nach 15 Jahren, in denen der in Erkelenz aufgewachsene Sportreporter im ZDF-Team tätig war, begann Oliver Schmidt seine Karriere als Fußball-Kommentator im Zweiten Deutschen Fernsehen und ist seitdem bei Live-Übertragungen von Europa- und Weltmeisterschaften nicht mehr aus der Kommentatorenkabine wegzudenken. Auch das Endspiel der FIFA-WM 2026 zwischen Argentinien und Spanien kommentierte der 54-Jährige am Abend des 19. Juli live - und sorgte mit seinen Anmerkungen nicht nur in Fußball-Deutschland, sondern international für Furore.
ZDF-Kommentator Oliver Schmidt sorgt mit Trump-Kommentar bei WM-Finale international für Furore
Dabei war es nicht unbedingt Oliver Schmidts Kommentar zum Spielgeschehen, das für Wirbel sorgte - vielmehr entlockte der gemeinsame Auftritt von FIFA-Chef Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump dem ZDF-Experten unerwartete Worte. Als Donald Trump am Sonntagabend gemeinsam mit Gianni Infantino den Rasen des MetLife Stadium in East Rutherford betrat, empfing ihn ein gewaltiges Pfeifkonzert.
Der 80-Jährige zeigte sich davon unbeeindruckt, winkte lächelnd ins Publikum und ließ die Unmutsbekundungen an sich abprallen. Es war der erste Stadionbesuch eines amtierenden US-Präsidenten bei einem WM-Finale – und zugleich Trumps einziger Auftritt im Stadion während des gesamten Turniers. Im 104. und letzten Spiel der WM 2026 überreichte er anschließend zusammen mit Infantino den Pokal an Spaniens Kapitän Rodri, dessen Mannschaft Argentinien nach einer zähen Partie mit 1:0 nach Verlängerung bezwungen hatte.
"Sein Telefonjoker, sein Lakai": ZDF-Kommentator Oliver Schmidt teilt gegen Donald Trump aus
Doch nicht das Spiel sorgte für die meisten Schlagzeilen – sondern das, was drumherum passierte. Denn als die TV-Regie Trump und Infantino hinter der Plexiglasscheibe auf der Tribüne einblendete, fand ZDF-Kommentator Oliver Schmidt deutliche Worte: "Und da ist der US-Präsident und sein Telefonjoker, rechts, sein Lakai: Gianni Infantino." Eine unerwartet scharfe Einordnung, die man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen selten hört.
Oliver Schmidt du absolute Legende hahahahah #ESPARG pic.twitter.com/ZhnN6bUcNp— Nils Ahrensmeier (@NilsAhrDE) July 19, 2026
Gianni Infantino als Trumps "Telefonjoker" verhöhnt - das ist der Hintergrund
Der Begriff "Telefonjoker" war dabei keineswegs zufällig gewählt: Donald Trump hatte während des Turniers persönlich bei Infantino angerufen und gefordert, die Rotsperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun zu überprüfen. Die FIFA hob die Sperre daraufhin tatsächlich auf – ein beispielloser Vorgang. Seit 1962 hatte es bei einer Weltmeisterschaft keinen Fall gegeben, in dem eine Rote Karte nicht zu einer Spielsperre führte.
"Die beiden sind füreinander gemacht": ZDF-Kommentator macht keinen Hehl aus Abneigung gegen Trump und Infantino
ZDF-Sportreporter Oliver Schmidt kommentierte das Finale der Fußball-WM 2026 und sorgte mit seinen Äußerungen zu Donald Trump nicht nur in Deutschland, sondern international für Furore. Bild: ZDF / NOI CREW
ZDF-Mann Oliver Schmidt, der sein erstes WM-Finale kommentierte, lief nach diesen Steilvorlagen zur Höchstform auf und hatte noch eine weitere Breitseite gegen Trump und Infantino parat. Auf der Ehrentribüne verfolgte der US-Präsident die Partie eingekeilt zwischen Ehefrau Melania und Gianni Infantino hinter einer Plexiglasscheibe. Die Spiegelung machte es den TV-Kameras schwer, klare Bilder der prominenten Zuschauer einzufangen – zu diesem Zeitpunkt reagierte das Stadionpublikum noch nicht merklich auf den Präsidenten. Dafür geriet Oliver Schmidt in Fahrt: "Trump und Infantino – die beiden sind füreinander gemacht. Fasziniert von Macht und von sich selbst." Dass Trump vor dem Anpfiff den WM-Pokal in Infantinos Privatloge in den Händen hielt und auf seinem Schoß balancierte, quittierte der Kommentator mit dem Hinweis, das sei ein klarer Regelverstoß.
Meanwhile, Germany's public TV broadcast ZDF... pic.twitter.com/RXxUh1WBQh
— Alper Üçok (@AlperUcok) July 19, 2026
Bei der Siegerehrung schlurfte Trump dann eher halbherzig aufs Podium, verteilte Medaillen und schlich sich anschließend grinsend an den rechten Rand des Siegerfotos mit dem spanischen Team. Infantino dirigierte ihn dabei dezent vom Mittelpunkt weg – anders als bei der Klub-WM im Vorjahr, als Trump sich bei der Siegerehrung mitten zwischen die Chelsea-Profis gestellt hatte. Schmidts trockenes Fazit dazu: "Trump hat's nicht versaut. Vielleicht ein kleines bisschen, aber nicht wirklich so schlimm wie von vielen befürchtet."
Dem US-Medium "Raw Story" war Oliver Schmidts Trump-Kommentar eine Meldung wert, das Portal "The Poke" nannte Oliver Schmidt und seine spitzzüngige Kritik am US-Präsidenten und seinem FIFA-Kumpel gar medaillenverdächtig.
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