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Markus Söder: Völlig überflüssige Tipps zur Fußball-WM - CSU-Chef sollte schweigen

Markus Söder (r.) neben Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in München bei der Premiere einer neuen Doku über die Fußball-WM 1990. Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

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  • Markus Söder vor Fußball-WM 2026: DFB sollte sich nicht in politische Debatten einschalten und Julian Nagelsmann viele Spieler des FC Bayern München nominieren
  • Kommentar: CSU-Chef sollte sich lieber nicht zu sportlichen Themen äußern, bei denen er keinen Einblick hat
  • Spieler und Trainer müssen selbst entscheiden, wozu sie Stellung nehmen wollen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist großer Fußball-Fan. Am Rande der Kinopremiere der Dokumentation "Ein Sommer in Italien – WM 1990" in München sprach der CSU-Chef mit "t-online" über die bevorstehende Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA. Dabei riet er dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), während des Turniers auf politische Debatten zu verzichten. Außerdem empfahl er Bundestrainer Julian Nagelsmann, möglichst viele Spieler des FC Bayern für die WM-Mannschaft zu nominieren, "weil die sind eingespielt und sind die beste Mannschaft in Deutschland". Es waren völlig überflüssige Ratschläge.

Markus Söder sollte auf Tipps zum WM-Kader für Julian Nagelsmann verzichten

Nagelsmann wird selbst am besten wissen, welche Spieler in den Kader für die WM passen. Markus Söder hat überhaupt keinen tieferen Einblick in die Abläufe und Entscheidungsprozesse der deutschen Nationalmannschaft. Für ihn scheint es jedoch völlig in Ordnung zu sein, sich in sportliche Angelegenheiten einzumischen, während der DFB nicht über politische Themen sprechen soll. Söder sagte gegenüber "t-online" mit Blick auf die WM 2026: "Mein Rat: so wenig Politik wie möglich. Wir haben das jetzt einmal in Katar erfolglos gemacht. Nicht zweimal bitte."

Mein Rat an Markus Söder: so wenig über Fußball reden wie möglich und sich stattdessen mehr mit den Sorgen und Nöten der Bürger in seinem Bundesland befassen. Schließlich ist das sein eigentlicher Job.

Keine politischen Äußerungen bei der Fußball-WM 2026? Das muss der DFB selbst entscheiden

Generell wäre es zwar gut, wenn Sport und Politik strikt voneinander getrennt werden. Doch die FIFA selbst hat das kommende Turnier bereits im Vorfeld enorm politisch aufgeladen, als bei der WM-Auslosung im Dezember 2025 ein neu geschaffener Friedenspreis an US-Präsident Donald Trump überreicht wurde - einen Mann, der wenige Wochen später mehrere völkerrechtlich höchst umstrittene Kriege gegen Venezuela und den Iran begann. Die Kritik daran fiel bei der Bundesregierung bislang auffallend zaghaft aus. Ob sich Spieler oder Trainer dazu bei der WM äußern wollen, sollte ihnen selbst überlassen bleiben. Ihnen darf kein Maulkorb verpasst werden - schon gar nicht von Seiten der Politik. Markus Söder täte gut daran, sich zu erinnern, dass so etwas nämlich vor allem in autoritär regierenden Staaten gängige Praxis ist.

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