Lawinenwarnung bis Stufe 4: Diese Meldung gilt aktuell für Engadin, Zuoz und andere Gebiete in der Schweiz
Welche Tipps sollte man im Notfall bei einem Lawinenabgang kennen? Bild: Adobe Stock / Scheidle-Design
Erstellt von Team Datenjournalismus
31.03.2026 16.00
Das SLF meldet aktuell, dass unter anderem für die Gebiete Val d'Hérens, Val d'Entremont-Val Ferret, Avers, Alto Moesano, Untere Vispertäler, Sur Tasna, Val d'Anniviers, Emosson, Arolla und Haut Val de Bagnes Lawinengefahr besteht. Die Meldung ist vorerst bis zum 31.03.2026, um 15:00 Uhr gültig.
Lawinengefahr: Darauf sollten Sie achten!
Bezüglich der Schneebeschaffenheit meldet die Zentrale: "Der Schneefall im Norden wird sich in der Nacht auf Dienstag verstärken. Der starke bis stürmische Nordwind wird den Neuschnee und stellenweise auch den lockeren Altschnee verwehen. Es kommt flächendeckend zu Schneeverwehungen, wobei sich im Norden große Verwehungen bilden werden. An windgeschützten Stellen lagert sich der Neuschnee auf dem noch lockeren Schnee vom Wochenende ab.Im oberen Teil des alten Schneedecks gibt es einige facettierte Schwachschichten und etwas schneebedeckten Oberflächenreif, insbesondere an Schattenhängen. Am Wochenende wurden in diesen Schwachschichten Lawinen durch Wintersportler ausgelöst. Diese Schwachschichten sind weiterhin auslösegefährdet. In den inneralpinen Gebieten des Wallis und insbesondere in Graubünden sind Schwachschichten tiefer im Schneedeckenaufbau stellenweise weiterhin auslösegefährdet, und es ist auch möglich, dass vereinzelte Lawinen in bodennahen Schwachschichten ausgelöst werden."
"Neuschneeproblem und Altschneeproblem"
Begründet wird die aktuelle Gefahrenlage durch die als Lawinenprobleme definierten Kategorien "Neuschneeproblem und Altschneeproblem":
Das Altschneeproblem bezieht sich auf Lawinen, die durch veränderte Schichten unter einer älteren Schneeschicht ausgelöst werden können.
Wenn Neuschnee auf eine bestehende Schneedecke fällt, kann zudem eine instabile Schichtung entstehen, auf der der neue Schnee nicht gut haftet. Diese Schicht kann unter bestimmten Bedingungen brechen.
Weitere Details seien jedoch in den einzelnen Regionen der Schweiz individuell stark ausgeprägt.
Aktuelle Lawinenwarnstufen in der Schweiz am 31.03.2026
Für alle in der jüngsten Lawinenwarnung herausgegebenen Gebiete gilt die Warnstufe 3. Betroffen sind entsprechend:
- Val Suot
- Sur Tasna
- St. Moritz
- Zuoz
- Alto Moesano
- Bleniotal
- Obere Leventina
- Bedrettotal
- Bivio
- Avers
- Rheinwald
- Zervreila
- Binntal
- Nördliches Simplon Gebiet
- Untere Vispertäler
- Turtmanntal
- Mountet
- Val d'Anniviers
- Arolla
- Val d'Hérens
- Haut Val de Bagnes
- Martigny-Verbier
- Val d'Entremont-Val Ferret
- Génépi
- Emosson
Die hier gemeldeten Regionen sind jedoch nicht die einzigen, in denen gerade eine potenzielle Gefahr für Lawinen besteht. Vielmehr sind verteilt über die gesamte Schweiz Warnungen verschiedener Stufen weiterhin gültig. Die derzeit höchste Warnstufe 4 gilt unter anderem für
- Engelberg
- Flims
- Guttannen
Wie Sie sich bei welcher Lawinenwarnstufe verhalten sollten
Wie sich die Lage in nächster Zeit entwickelt, ist schwer zu sagen, auch die Meldestelle hat sich dazu bisher nicht geäußert. Für Reisende, die in den betroffenen Gebieten Urlaub machen und dort wandern oder skifahren möchten, ist es empfehlenswert, sich vor Ort bei den örtlichen Touristenzentren zu informieren. Es wird dringend empfohlen, die ausgewiesenen Wege und Pisten in jedem Fall nicht zu verlassen. Um sich vor Gefahren zu schützen, ist es wichtig, entsprechend der Gefahrenstufen bestimmte Regeln zu beachten.
Bei Stufe 2 wird die Gefahrensituation als mäßig eingeschätzt. An besonders steilen Hängen besteht die Möglichkeit von Lawinenauslösungen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass größere spontane Lawinen auftreten.
- Bei einem ungünstigen Aufbau der Schneedecke (Altschneeproblem) ist jedoch besondere Vorsicht geboten..
Bei Stufe 3 ist die Lawinengefahr erheblich. Das Auftreten von spezifischen Geräuschen und Rissen sind klare Anzeichen für diese Gefahr. Insbesondere an steilen Hängen in bestimmten Höhenlagen kann es leicht zur Auslösung von Lawinen kommen.
Für Wintersportler stellt dies die gefährlichste Situation dar und es ist unbedingt ratsam, risikomindernde Maßnahmen zu treffen und sehr steile Hänge zu vermeiden.
Es ist ratsam, dass unerfahrene Wintersportler sich auf geöffneten Abfahrten und ausgewiesenen Routen aufhalten.
Bei Stufe 4 ist die Lawinengefahr groß. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für das Auftreten spontaner, großer Lawinen. An Steilhängen können sie besonders leicht ausgelöst werden, auch durch Fernauslösungen.
Es ist ratsam, auf Geräusche und Risse zu achten.
Personen im ungesicherten Gelände sollten sich auf mäßig steiles Gelände beschränken und die Auslaufbereiche großer Lawinen im Auge behalten.
Unerfahrene Wintersportler sollten lieber auf geöffneten Abfahrten und Routen bleiben.
Darüber hinaus empfielt es sich, auf die konkreten Lawinenprobleme zu achten:
Bei trockenen Schneebrettlawinen sollten Sie warten, bis sich der Neuschnee stabilisiert hat.Bei trockenen Lockerschneelawinen sind besonders die Mitreiß- und Absturzgefahr im extremen Steilgelände zu beachten.
Meiden Sie große Steilhänge, denn das Altschneeproblem ist eine der Hauptursachen von tödlichen Lawinenunfällen bei Wintersportlern.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde auf der Basis von aktuellen Daten des SLF generiert. Datenupdates erfolgen täglich (zuletzt am 31.03.2026 um 15:59 Uhr). Bitte beachten Sie, dass sich die Gefahrenstufen und Wetterbedingungen im Verlauf des Tages sowie von Tal zu Tal verändern können. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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