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Andrew Mountbatten-Windsor: Gravierende Sicherheitsgefahr? Ex-Prinz schleuste Frauen heimlich in Palast

Ex-Prinz Andrew soll Frauen mit einem Codenamen in den Plast gebracht haben. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Toby Melville

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  • Andrew Mountbatten-Windsor soll Frauen mit Codenamen in den Palast geschleust haben.
  • Ex-Polizist packt aus: Besuche verstießen gegen Sicherheit.
  • König Charles III. will Polizei bei Ermittlungen unterstützen.

Andrew Mountbatten-Windsors Name steht mehrfach in den Epstein-Akten. das erschütterte das britische Königshaus. Nun setzen neue Berichte den Ex-Prinzen erneut unter Druck. Andrew soll über Jahre hinweg junge Frauen heimlich durch Seiteneingänge in den Buckingham-Palast gebracht haben. Die Vorwürfe stützen sich auf Dokumente aus dem Umfeld des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

Ex-Prinz Andrew schleuste Frauen mit Codenamen in den Buckingham-Palast

Laut Palast-Insidern nutzte der 65-Jährige dabei stets dieselbe Vorgehensweise, berichten unter anderem "The Sun" und "Daily Mail". Er rief beim Personal an und kündigte an: "Mrs Windsor wird in Kürze eintreffen – bitte hereinlassen und nach oben bringen." Für die Angestellten war dies offenbar ein bekanntes Signal. Die Frauen wurden demnach über nicht einsehbare Personaleingänge ins Gebäude geführt – häufig ohne nennenswerte Sicherheitskontrolle. Eine Quelle erklärte gegenüber der "Sun": "Es war allgemein bekannt, dass Andrew gerne junge Frauen im Buckingham Palace empfing."

Epstein vermittelte Frauen aus Osteuropa für private Treffen mit Andrew

In den USA veröffentlichte E-Mails belegen, dass mehrere Frauen mit Andrews Zustimmung den Palast betraten, nachdem der pädophile Sexualstraftäter Epstein sie vermittelt hatte. Unter den Besucherinnen befanden sich ein rumänisches Model sowie eine junge Russin, die zu privaten Abendessen eingeladen wurden. Über die Treffen gebe es wenige Details.

Royals-News: Ehemaliger Palast-Polizist bestätigt Sicherheitsverstöße

Ein früherer Personenschützer der Royals hat sich nun bei der Polizei von Thames Valley gemeldet. Paul Page war zwischen 1998 und 2004 im Buckingham-Palast tätig und erhebt schwere Vorwürfe gegen Andrew. Gegenüber der "Sun" erklärte Page, er habe sich nach den jüngsten Schlagzeilen verpflichtet gefühlt, seine Informationen weiterzugeben. Demnach durften weibliche Gäste des Royals den Palast ohne jegliche Sicherheitsfreigabe betreten. Den Beamten sei es untersagt gewesen, die Namen der Besucherinnen zu erfahren – obwohl Queen Elizabeth II. ebenfalls in der Residenz lebte.

"Wir wurden nur informiert, dass eine Frau zu einer bestimmten Zeit kommen würde. Immer nach Schließung", so Page. Die Frauen seien entweder unbegleitet durchgegangen oder von einem Diener abgeholt worden. Dies habe gegen grundlegende Sicherheitsprotokolle verstoßen.

Ex-Premierminister Brown fordert Strafverfahren gegen Ex-Prinz Andrew

Der frühere britische Premierminister Gordon Brown verlangt von der Londoner Polizei, ein Strafverfahren gegen den ehemaligen Herzog von York einzuleiten. Der 74-Jährige verwies dabei auf E-Mail-Korrespondenz, die Vereinbarungen für rund 90 Flüge nach Großbritannien mit Epsteins Privatjet dokumentiert. Einige dieser Flüge führten zum privaten Terminal des Flughafens Stansted. Allein die Enthüllungen rund um Stansted machten eine Befragung Andrews zwingend erforderlich. Der Ex-Premier ging noch weiter: "Die Beweise deuten darauf hin, dass einige Personen im Vereinigten Königreich an Menschenhandel beteiligt waren." Dies erfordere eine gründliche polizeiliche Untersuchung und sei "bei weitem der größte Skandal von allen".

König Charles will Ermittlungen unterstützen

Auch Andrews Bruder stellt sich nicht mehr auf seine Seite. Der britische König Charles III. will die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen den früheren Prinzen Andrew unterstützen. Das teilte der Buckingham-Palast mit. Der König habe seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe hinsichtlich des Verhaltens seines Bruders bereits durch Worte und ein beispielloses Vorgehen deutlich gemacht, sagte ein Sprecher der Mitteilung zufolge. Er fügte hinzu: "Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären. Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört." Die Gedanken und Sympathien des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs, hieß es in der Mitteilung weiter.

Hat sich Ex-Prinz Andrew strafbar gemacht?

Die für Windsor zuständige Polizeibehörde hatte zuvor mitgeteilt, sie prüfe Vorwürfe, wonach Andrew in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein weitergeleitet haben könnte. Britische Medien hatten in den Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew etwa Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete. Ob sich Andrew damit selbst strafbar gemacht haben könnte, war zunächst unklar.

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/news.de/stg/dpa

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