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Wladimir Putin und Anna Ziwiljowa: Job-Geschacher im Kreml schürt Wut bei russischen Top-Militärs

Unzählige Bewerber in Vorstellungsgesprächen kennenlernen ist nichts für Wladimir Putin: Bei der Besetzung von Spitzenpositionen in der Regierung greift der kreml-Chef lieber zu seinen eigenen Verwandten. Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Gavriil Grigorov/Kremlin Pool

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  • Wladimir Putin schanzt enger Verwandter Spitzenjobs im Kreml zu
  • Anna Ziwiljowa: Von der Psychiaterin zu Putins Vize-Ministerin für Verteidigung
  • Putins Militärelite empört über Günstlingswirtschaft im Kreml

Die Voraussetzungen für einen guten Job sind sattsam bekannt, ganz gleich, in welcher Branche man tätig ist: Ohne eine fundierte Ausbildung und einschlägige Berufserfahrungen rückt jeder Traumjob in weite Ferne. Nicht zu unterschätzen ist beim Bewerbungsprozess allerdings auch das berühmte Vitamin B, denn wer die richtigen Leute kennt, kommt erfahrungsgemäß leichter an begehrte Positionen, wie eine gewisse Anna Ziwiljowawird bestätigen können.

Wladimir Putin macht Anna Ziwiljowa zu Vize-Ministerin und Staatssekretärin - aus einem bestimmten Grund

Die 54-Jährige hat sich nämlich nicht nur einen, sondern gleich zwei Spitzenpositionen im russischen Machtapparat gesichert: Seit Juni 2024 ist Anna Ziwiljowa Russlands stellvertretende Verteidigungsministerin, nur wenige Wochen später, im August, 2024, bekam die studierte Psychiaterin den Posten als Staatssekretärin in Putins Verteidigungsministerium. Überdies wurde Anna Ziwiljowa der Rang eines Generalleutnants verliehen. Der Haken an der Sache: Die 54-Jährige verfügt über keinerlei militärische Laufbahn. Vor ihrer steilen Karriere im Kreml-Umfeld war sie laut dem Nutzer "Jay in Kyiv" auf X seit 1996 als Psychiaterin in einem Krankenhaus tätig.

Tochter von Putin-Cousin greift begehrte Kreml-Jobs ohne Qualifikationen ab

Wie die Tochter einer Chirurgenfamilie an derart einflussreiche Jobs im Kreml gelangen konnte, lässt sich leicht erklären, wenn man sich Anna Ziwiljowas Familienverhältnisse anschaut: Annas Vater Jewgeni Michailowitsch Putin ist ein Cousin Wladimir Putins, was die als Anna Putina geborene Arzttochter zu einer engen Verwandten des Kreml-Chefs macht. Prominente Russland-Experten wie Andrei Kolesnikow vom Carnegie Endowment sprechen bezüglich Anna Ziwiljowa offen von "Nepotismus in Aktion".

Anna Ziwiljowa, Russlands Vize-Verteidigungsministerin und Tochter eines Cousins von Russlands Präsident Wladimir Putin, spricht während des 12. Xiangshan-Forums. Bild: picture alliance/dpa | Johannes Neudecker

In Russlands Militär-Elite soll Anna Ziwiljowa Ernennung zur Staatssekretärin und Vize-Verteidigungsministerin für reichlich Empörung gesorgt haben. Der Grund liegt auf der Hand, wie bei X (vormals Twitter) auf dem Account von "Jay in Kyiv" zusammengefasst nachzulesen ist.

Russische Militär-Elite empört über Günstlingswirtschaft bei Wladimir Putin

Dass Wladimir Putin seine Verwandte mit Top-Posten ausstattet, obwohl die 54-Jährige keinerlei relevante Berufserfahrung abseits ihrer Karriere als Psychiaterin vorweisen könne, soll einigen Militärs mit jahrzehntelangen Karrieren in der russischen Armee gewaltig gegen den Strich gehen. Wer ohne Putin-Verwandtschaft zum Generalleutnant oder Staatssekretär aufsteigen will, müsse in Russland für gewöhnlich mindestens drei Jahrzehnte harte Arbeit investieren - eine Voraussetzung, die für Anna Ziwiljowaoffenbar nicht gilt.

Allerdings konnte nicht nur die Arzttochter Spitzenjobs im Kreml ergattern, auch ihr Ehemann fiel die Karriereleiter hinauf: Annas Ehemann Sergej Zwilijow war bis Mai Gouverneur der Region Kemerowo und wurde anschließend von Wladimir Putin zum russischen Energieminister ernannt. Die Familie ist damit gleich doppelt in Schlüsselpositionen der russischen Regierung vertreten.

Wladimir Putin räumt auf: Im Verteidigungsministerium müssen Köpfe rollen

Die Ernennung Anna Ziwiljowas ist Teil einer weitreichenden Personaloffensive, die Wladimir Putin bereits 2024 im Verteidigungsapparat eingeleitet hat. Den Anfang machte die Absetzung des langjährigen Verteidigungsministers Sergej Schoigu, der durch den weitgehend unbekannten Technokraten Andrei Beloussow ersetzt wurde – einen Ökonomen und früheren Vize-Premierminister, der als enger Vertrauter Putins gilt. Parallel dazu wurden mehrere hochrangige Militärs verhaftet. So landeten vier ranghohe Offiziere in Untersuchungshaft, darunter der stellvertretende Generalstabschef Generalleutnant Wadim Schamarin und Vize-Verteidigungsminister Timur Iwanow, dem Bestechlichkeit vorgeworfen wird.

Per Dekret entließ Putin vier stellvertretende Verteidigungsminister und ersetzte sie durch loyale Zivilisten. Neben Ziwiljowa erhielt auch Pawel Fradkow – Sohn des ehemaligen Premierministers und langjährigen Putin-Verbündeten Michail Fradkow – einen Posten als Vize im Verteidigungsministerium. Die Säuberungswelle wird als Reaktion auf den stockenden Kriegsverlauf in der Ukraine gedeutet.

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/news.de/stg

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