J.D. Vance: Watergate-Lüge und Papst-Eklat - sein "Wahnsinn" hat Methode
US-Vize-Präsident J.D. Vance sorgte zuletzt mit fragwürdigen Aussagen für Aufmerksamkeit. Laut Margaret Sullivan steckt dahinter reines Kalkül. Bild: dpa/POOL AFP/KEYSTONE/Fabrice Coffrini
Erstellt von Ines Fedder
08.07.2026 11.25
- US-Vize-Präsident J.D. Vance brüskiert den Papst und zweifelt an Watergate
- Das System hinter den Aufregern - so schafft es Vance, um im Gespräch zu bleiben
- Nachfolger von Donald Trump als US-Präsident? Vance passt ins Muster
Die erfahrene Journalistin Margaret Sullivan nimmt in ihrer aktuellen Kolumne den US-Vizepräsidenten J.D. Vance ins Visier. In den vergangenen Wochen habe Vance wiederholt für Aufsehen gesorgt – unter anderem durch einen Angriff auf die katholische Theologie, bei dem er sich mit "einer der beliebtesten religiösen Persönlichkeiten der Welt" anlegte. Zudem bezeichnete er den Watergate-Skandal als "Unsinn" und stellte damit infrage, dass Nixons kriminelle Handlungen dessen Präsidentschaft beendeten.
Sullivan stellt die zentrale Frage: "Was genau soll all dieser Wahnsinn bewirken?" Der Vizepräsident sei "so ehrgeizig wie nur möglich" und strebe offensichtlich das höchste Amt an. Warum also diese provokanten Äußerungen, die ihn "verrückt" erscheinen lassen?
Kalkül hinter dem Chaos - J.D. Vance und das Streben nach Anerkennung
Die Kolumnistin liefert eine klare Antwort auf ihre eigene Frage: Vances provokante Auftritte seien keineswegs Ausrutscher. "So seltsam es scheint, seine empörenden Kommentare – präsentiert, als wären sie das Produkt einer nachdenklichen, ernsthaften Person – sind kein Zufall", schreibt Sullivan bei"Raw Story".
Die Journalistin attestiert dem Vizepräsidenten eine "verzweifelte Qualität" in seinem aktuellen Auftreten. Dass er bewusst große Teile der Wählerschaft beleidige und sich mit einem in Amerika geborenen, äußerst populären Papst anlege, folge einem durchdachten Muster. Die scheinbar irrationalen Aussagen seien Teil einer kalkulierten Strategie.
Vize-Präsident historisch unbeliebt – und dennoch auf Kurs
Sullivans Analyse zeigt: Die amerikanische Bevölkerung kauft Vance sein Auftreten nicht ab. Seine Beliebtheitswerte sind seit Amtsantritt drastisch gefallen, was ihn zu einem "historisch unbeliebten Vizepräsidenten" macht.
J.D. Vance als Nachfolger von Donald Trump?
Doch genau hier liegt laut der Journalistin das eigentliche Kalkül. Die sinkende Zustimmung in der breiten Öffentlichkeit könnte Vance paradoxerweise zum "offensichtlichen Nachfolger" von Donald Trump machen. Und genau darauf ziele der Vizepräsident ab, so Sullivan.
Die Rechnung scheint simpel: Wer die Trump-Basis bedient, braucht keine Mehrheiten – zumindest nicht für die parteiinterne Positionierung.
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