Donald Trump: Diamant-Geschenk für Trump gelüftet – Kritiker wittern Bestechung
Donald Trump hat zum 250. Geburtstag der USA einen Luxus-Ring von der belgischen Diamant-Industrie erhalten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Anika Bube
05.07.2026 11.57
- Belgische Diamantenbranche schenkt Donald Trump einen Luxus-Ring aus 18-karätigem Gold
- Das Geschenk folgt auf eine Zollbefreiung für Antwerpener Diamantenexporte in die USA
- Ethikexperten und Kritiker sehen mögliche Verstöße gegen die US-Verfassung und werfen Fragen nach Korruption auf
Ein Goldring voller Diamanten, Saphire, Smaragde und Rubine: Mit diesem außergewöhnlichen Geschenk überrascht die belgische Diamantenbranche Donald Trump zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten. Doch der Prunk hat einen bitteren Beigeschmack: Das Präsent folgt auf eine Zollbefreiung für Antwerpens Diamantenexporte in die USA und löst nun eine Debatte über mögliche Korruption und Bestechung aus.
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Gold, Diamanten und Rubine: AWDC schenkt Donald Trump einen Luxus-Ring
Das Antwerpener Weltzentrum für Diamanten (AWDC) überreichte das Schmuckstück aus 18-karätigem Gold am 4. Juli bei einer Feier zum amerikanischen Unabhängigkeitstag in Brüssel an US-Botschafter Bill White. Trump bedankte sich per Videobotschaft bei seinen "Freunden aus Antwerpen für den großartigen Freedom-250-Ring". Er ist mit 321 Diamanten, 56 Saphiren, 13 Smaragden und sechs Rubinen besetzt. Unabhängige Juweliere schätzen den Wert auf 25.000 bis 35.000 US-Dollar. "Möge dieser Ring als bleibende Erinnerung daran dienen, dass wahre Partnerschaft, wie die feinsten natürlichen Diamanten, unter Druck entsteht, die Zeit überdauert und am hellsten strahlt, wenn sie auf Vertrauen aufgebaut ist", sagte AWDC-Präsident Isidore Mörsel bei der Übergabe.
Zollbefreiung vor dem Geschenk sorgt für Diskussionen
Für zusätzliche Brisanz sorgt die zeitliche Abfolge. Bereits im September 2025 hatte das AWDC bekannt gegeben, dass für Antwerpens Exporte geschliffener Diamanten in die USA eine Nullprozent-Zollbefreiung erreicht worden sei. Das jährliche Handelsvolumen liegt nach Angaben der Branche bei mehr als zwei Milliarden Dollar. Das AWDC erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, man habe der Europäischen Kommission bei den Verhandlungen mit der Trump-Regierung lediglich "Input" geliefert und selbst keine Lobbyarbeit bei der US-Regierung betrieben. Für die belgische Diamantenbranche sind die Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten der wichtigste Absatzmarkt.
Diamant-Ring erinnert an eine Super-Bowl-Trophäe
Gefertigt wurde das Unikat vom Antwerpener Juwelier David Gotlib. Das Design orientiert sich an den berühmten Super-Bowl-Ringen der Football-Champions und fällt mit seiner Größe sofort ins Auge. Auf den Seiten des Rings prangen zwei große diamantbesetzte Buchstaben "T" neben der US-Flagge. Außerdem sind die Jahreszahlen 1776 und 2026 eingearbeitet. Die Oberseite zeigt einen mit Diamanten besetzten Adler, dessen Schild aus Rubinen besteht und der einen Olivenzweig aus Smaragden trägt. Darüber funkelt die Zahl 250. Im Inneren befindet sich die Gravur: "Crafted in Antwerp for Donald John Trump". Das Unikat wurde vom Diamantenlabor HRD Antwerp zertifiziert.
Ethikexperten verweisen auf US-Verfassung
Das Luxus-Geschenk ruft inzwischen auch US-Ethikexperten auf den Plan. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärten vier US-Ethikexperten, Trump breche mit einer langjährigen Praxis früherer Präsidenten, die vergleichbare Geschenke nicht angenommen hätten. Dabei verweisen sie auf die sogenannte Emoluments-Klausel der US-Verfassung. Sie untersagt Geschenke ausländischer Regierungen ohne Zustimmung des Kongresses. US-Präsidenten verfügen zwar über Spielraum bei der Annahme von Geschenken, persönliche Präsente müssen jedoch in der jährlichen Finanzoffenlegung angegeben werden.
Harte Vorwürfe gegen Donald Trump
Auch im Internet sorgt der Ring für heftige Reaktionen. "Es ist keine Tradition. Er verletzt die Emoluments-Klausel der Verfassung", schreibt ein Nutzer auf X. Andere werfen Trump offen Bestechlichkeit vor. "Entschuldigung, 'geschenkt'???? Sie meinen, eine Bestechung wird an Trump geschickt, um für eine Zollbefreiung zu bezahlen", heißt es in einem weiteren Beitrag. Ein anderer Nutzer fordert: "Trump muss für diesen Ring bezahlen, wenn er ihn behalten will." Weitere Kommentatoren argumentieren, der Ring gehöre nicht Trump persönlich, sondern dem Präsidentenamt beziehungsweise dem amerikanischen Volk. Andere Kritiker zeigen sich grundsätzlich desillusioniert: "Republikaner lieben diese Korruption. Ich weiß nicht warum. Wir müssen sie einfach für den Rest unseres Lebens abwählen", heißt es in einem weiteren Beitrag.
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