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Angela Merkel: So reagierte die Altkanzlerin auf die langersehnte Enthüllung

Über mehrere Monate hinweg stand Angela Merkel in einem eigens eingerichteten Atelier in Berlin-Mitte Modell für ihr "Staatsportrait". Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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  • Angela Merkel mit neuem Portrait im Kanzleramt verewigt
  • Ex-Bundeskanzlerin von Künstler Jérémie Queyras portraitiert
  • Deshalb wurde das Merkel-Gemälde erst jetzt enthüllt

Knapp fünf Jahre nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft hat Angela Merkel am Abend des 30. Juni 2026 ihr offizielles Staatsportrait der Öffentlichkeit präsentiert. Im Berliner Bode-Museum enthüllte die 71-jährige CDU-Politikerin gemeinsam mit dem Künstler Jérémie Queyras das zunächst verhüllte Gemälde – begleitet von kräftigem Applaus der geladenen Gäste.

Altkanzlerin Angela Merkel in Kanzlergalerie verewigt

Unter den Anwesenden befand sich auch Merkels Ehemann Joachim Sauer sowie zahlreiche frühere Weggefährten der Altkanzlerin. Der ehemalige Kanzleramtschef Peter Altmaier und die frühere Bildungsministerin Annette Schavan gehörten ebenfalls zum Publikum der feierlichen Präsentation. Die Arbeit an dem Bildnis bezeichnete Merkel als "unvergessliches Erlebnis". Über mehrere Monate hinweg hatte sie dem Maler in einem eigens eingerichteten Atelier in Berlin-Mitte Modell gestanden.

Angela Merkel steht Modell: Das macht das Altkanzlerinnen-Portrait einzigartig

Das Gemälde zeigt die frühere Regierungschefin in einer für Kanzlerportraits ungewöhnlichen Pose: Als erste der acht bisherigen Amtsinhaber ließ sich Merkel im Stehen abbilden. Das leicht überlebensgroße Werk reicht bis zu den Knien und präsentiert sie vor einem goldbraunen Hintergrund in einem leuchtend blauen Blazer – eine bewusste Wahl, da die Farbe nach Merkels Einschätzung Stärke und etwas Herrschaftliches ausstrahle.

Auf die berühmte Raute-Geste verzichtete die Altkanzlerin. Stattdessen ruht ihre linke Hand auf einer Sessellehne. Um den Hals trägt sie eine Bernsteinkette. Neben ihr auf einem Tisch zu sehen sind eine Aktenmappe und ein silberner Würfel mit der Aufschrift "In der Ruhe liegt die Kraft" – ein Gegenstand, den sie in schwierigen Momenten im Kanzleramt gerne in den Händen drehte. Ein markantes Licht fällt auf ihr Gesicht und macht die "Spuren der Macht" sichtbar.

Ex-Kanzlerin erst nach Jahren portraitiert - so erklärt Angela Merkel die Verzögerung

Doch warum ließ sich Angela Merkel so viel Zeit mit dem Portrait? Die Antwort der Altkanzlerin fällt pragmatisch aus: "Ich brauchte Abstand", erklärte sie bei der Enthüllung. Nach 16 Jahren an der Regierungsspitze wollte sie das Gemälde nicht als weiteren Punkt auf einer abzuarbeitenden Liste behandeln – "sondern ich wollte Freude an einem solchen Vorgang haben".

Angela Merkel und der Künstler Jérémie Queyras enthüllen das Portrait der früheren Kanzlerin für die Ahnengalerie im Bundeskanzleramt. Bild: Kay Nietfeld/dpa/dpa

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt hatte Angela Merkel zunächst andere Prioritäten. Sie gönnte sich eine Auszeit, verfasste ihre über 700 Seiten umfassenden Memoiren, die rasch zum Bestseller avancierten, und begab sich auf Lesetour. Als leidenschaftliche Kunstkennerin gilt sie ohnehin nicht. Dass sie nun selbst zum Kunstwerk wird, betrachtet die einstige mächtigste Frau der Welt mit einer gewissen Nüchternheit. "Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird", sagte sie der "Zeit". "Da häng' ich dann eben."

Wer ist der Künstler, der Angela Merkel malen durfte?

Hinter dem Portrait steckt ein bislang weitgehend unbekannter Künstler: Jérémie Queyras, gerade einmal 28 Jahre alt und damit mehr als vier Jahrzehnte jünger als sein Modell. Der Deutsch-Franzose stammt aus einer Freiburger Musikerfamilie und hatte sich bereits 2022 mit einem handgeschriebenen Brief bei Merkel beworben. Drei Jahre musste er auf eine Antwort warten. Erst im April 2025 lud die Altkanzlerin ihn zu einem ersten Gespräch ein – und war sofort angetan. "Ein lebensoffener Mensch", befand sie laut "Zeit". Die Entscheidung für den jungen Maler bezeichnete Merkel als "kleines Abenteuer", wobei sie besonders sein Dasein als "Wanderer zwischen den Welten" fasziniert habe. "Ein Portrait wie dieses konnte nur da entstehen, wo Vertrauen herrscht", sagte Queyras bei der Enthüllung. Das Projekt habe sein Leben verändert.

Neues Gemälde von Angela Merkel steht drei Monate für die Öffentlichkeit bereit

Bis zum 4. Oktober können Besucher das Portrait im Bode-Museum betrachten – nur wenige Meter von Angela Merkels Wohnung entfernt. Danach wird das Gemälde an Bundeskanzler Friedrich Merz übergeben, allerdings lediglich als Leihgabe. In der Kanzlergalerie im ersten Stock der Regierungszentrale erhält Merkel ihren Platz neben dem Portrait von Gerhard Schröder, das der verstorbene Künstler Jörg Immendorff einst schuf.

Die Idee, das Werk zunächst in einem Museum zu zeigen, übernahm Merkel von Helmut Kohl. Dieser hatte sein Bildnis vor 23 Jahren in der Neuen Nationalgalerie präsentiert. Für Ex-Kanzler Olaf Scholz steht die Künstlerwahl übrigens noch aus. Sein Portrait wird allerdings eine Neuordnung der Galerie erfordern – nach Merkels Einzug ist dort kein Platz mehr.

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/news.de/dpa/stg

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