Donald Trump: Jetzt setzt er auf Kommunismus – Trump droht Tankstellen
Donald Trump will die Spritpreise senken und droht nun sogar Tankstellenbetreibern. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
Von news.de Redakteurin Anika Bube
30.06.2026 12.11
- Donald Trump fordert Tankstellenbetreiber auf, die Benzinpreise sofort zu senken
- Der US-Präsident droht bei ausbleibender Reaktion mit "großen Problemen"
- Kritiker werfen Trump vor, in den Markt eingreifen zu wollen
Donald Trump hat am Montag (29.06.2026) eine unmissverständliche Warnung an sämtliche Tankstellenbetreiber im Land gerichtet. Auf Truth Social forderte der US-Präsident die sofortige Senkung der Benzinpreise und drohte andernfalls mit ernsthaften Konsequenzen.
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Donald Trump attackiert Tankstellenbetreiber und droht mit "großen Problemen"
"Die Benzinhändler müssen ihre Preise SOFORT senken! Sie sind zu hoch, wenn man bedenkt, dass Öl jetzt bei 68 Dollar pro Barrel liegt und weiter fällt", schrieb Trump. Die Händler sollten "schnell auf diese Erklärung reagieren" und das Richtige tun. Als Zielmarke nannte der US-Präsident einen Preis von etwa 2,50 Dollar pro Gallone. Gleichzeitig warnte er vor Preistreiberei, die "völlig illegal" sei. Sollten die Tankstellen seiner Aufforderung nicht nachkommen, würden "große Probleme bevorstehen", so Trump wörtlich.
???? BREAKING: President Trump has just told gas retailers to IMMEDIATELY drop prices to around $2.50 per gallon and STOP OVER-CHARGING
— Eric Daugherty (@EricLDaugh) June 29, 2026
Or they will face “BIG PROBLEMS” ????
“The Retailers must quickly react to this statement, and do what they know is right — DROP YOUR PRICE FOR… pic.twitter.com/2KC66RMX35
Spritpreise seit Iran-Konflikt unter Druck
Die Spritpreise in den USA befinden sich seit Ende Februar in einer turbulenten Phase. Auslöser war der militärische Konflikt mit dem Iran, in dessen Folge Teheran die Kontrolle über die Straße von Hormus verstärkte. Diese Meerenge wickelt rund ein Fünftel des weltweiten Energiehandels ab, weshalb die Spannungen erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hatten.
Aktuell liegt der landesweite Durchschnittspreis für Normalbenzin bei etwa 3,93 Dollar pro Gallone. Obwohl die Rohölpreise zuletzt deutlich gefallen sind, spüren Verbraucher an den Zapfsäulen bislang nur eine langsame Entlastung. Trump hatte bereits vor wenigen Tagen erklärt, der Benzinpreis müsste seiner Meinung nach bei 2,25 Dollar liegen – deutlich unter dem aktuellen Niveau.
US-Justizministerium nimmt Ölriesen ins Visier
Bereits vor wenigen Tagen hatte Trump die großen Energiekonzerne öffentlich angegriffen. Vor Reportern nannte er konkret ExxonMobil, Chevron, Shell und BP als Verantwortliche für die aus seiner Sicht überhöhten Preise. "Die Ölpreise sind so stark gefallen, und wir sehen an der Zapfsäule nichts davon im Vergleich zu dem, was es sein sollte", erklärte der Präsident.
Trump bestätigte zudem, dass das Justizministerium bereits Ermittlungen eingeleitet hat. Die Behörde untersucht, ob die Konzerne die Benzinpreise künstlich hochhalten, obwohl ihre eigenen Kosten sinken. "Wir führen eine große Untersuchung dazu durch", sagte Trump. Seine Warnung an die Branche war unmissverständlich: "Zockt unser Volk nicht ab."
Kritiker werfen Trump kommunistische Methoden vor
Die Forderungen des US-Präsidenten lösten in sozialen Medien heftige Reaktionen aus. Zahlreiche Nutzer auf der Plattform X warfen Trump vor, mit staatlichen Preiskontrollen gegen marktwirtschaftliche Prinzipien zu verstoßen. "Klingt für mich ein bisschen kommunistisch. Die Regierung sagt Unternehmen, was sie tun sollen", kommentierte ein Nutzer. Ein anderer fragte spöttisch: "Wie nennt man es, wenn eine Regierung versucht zu kontrollieren, was private Unternehmen verlangen dürfen? Kommunismus."
Auch die rechtliche Grundlage von Trumps Vorgehen wurde angezweifelt. "Der Präsident ist hier wirklich nicht besonders klug. Er hat nicht die Befugnis, Tankstellen anzuordnen, ihre Preise auf 2,50 Dollar pro Gallone zu senken – besonders wenn sie mehr dafür bezahlt haben", schrieb ein weiterer Kritiker. Andere forderten den Präsidenten auf, sich für eine Seite zu entscheiden: Freier Markt oder staatliche Eingriffe.
Unabhängige Tankstellen im Kreuzfeuer
Kritiker wiesen auf ein grundlegendes Problem mit Trumps Drohung hin: Die meisten Tankstellen in den USA werden von unabhängigen Betreibern geführt, nicht von den Konzernen, deren Logo auf dem Schild prangt. "Damit Trumps Drohung mit 'großen Problemen' irgendetwas bedeutet, müsste die Bundesregierung gegen Millionen einzelner Tankstellenbesitzer vorgehen", merkte ein Nutzer an. Das Justizministerium habe schlicht nicht genug Personal dafür.
Einige machten den Iran-Krieg als eigentliche Ursache aus. "Wenn er den Iran nie angegriffen hätte, wäre das wohl kein Problem", lautete ein Kommentar. Experten verweisen zudem darauf, dass Benzinpreise von Raffineriekosten, Transportausgaben, regionalen Vorschriften und Steuern abhängen.
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