Dresden: Landtag will besseren Schutz der sorbischen Sprache
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Erstellt von Sarah Knauth
25.06.2026 14.57
Der Sächsische Landtag will die sorbische Sprache besser schützen. Ein entsprechender Antrag fand im Landtag eine Mehrheit. Die Staatsregierung wurde aufgefordert, die Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen umzusetzen und dem Landtag darüber Bericht zu erstatten.
Sorbisch kein Nischenthema
"Die sorbische Sprache ist kein Nischenthema", sagte Grünen-Fraktionschefin Franziska Schubert. "Wir sprechen über einen Teil Sachsens, der ein entscheidender Bestandteil der Identität des Freistaats ist." Das Parlament habe Verantwortung für die Minderheit der Sorben, ihre Rechte und Sichtbarkeit.
Domowina besorgt über personelle Situation an Schulen
Der Bundesvorstand der Domowina (Bund Lausitzer Sorben) äußerte sich besorgt über die personelle Situation an sorbischen Schulen im Freistaat und erinnerte daran, dass die Förderung von Sorbisch ein verfassungsrechtlicher Auftrag sei. Dafür seien ausreichend Lehrkräfte erforderlich, die Sorbisch sicher beherrschten und die Sprache im gesamten Schulalltag einsetzten.
Die Staatsregierung wurde aufgefordert, dies personell umzusetzen, da sonst der Bildungsauftrag und die Zukunft der sorbischen Sprache gefährdet seien.
Sprache wird von Generation zu Generation weitergegeben
"Ich komme aus der Oberlausitz. Dort begegnet einem das Sorbische nicht als abstrakter Begriff. Es begegnet einem auf Ortsschildern, Kitas, in Schulen, Kirchgemeinden und auf Friedhöfen, aber auch in Vereinen oder bei kulturellen Veranstaltungen", sagte Grünen-Politikerin Schubert. In den Familien werde die Sprache von Generation zu Generation weitergegeben. "Sie braucht einen Staat, der die Rahmenbedingungen schafft, damit sie eine Zukunft hat."
Mit der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen haben Staaten die Möglichkeit, konkrete Verpflichtungen zum Schutz und zur Förderung ihrer Minderheitensprachen zu übernehmen. Sachsen habe das vor 26 Jahren getan, es reiche aber nicht, erklärten die Grünen.
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kns/roj/news.de