Berlin: Studie: Viele junge Europäer sehen Demokratie skeptischer
Die Berliner Skyline an der Spree. Aktuelle News aus und über Berlin hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / Rico Oder
Erstellt von Sarah Knauth
24.06.2026 10.32
Nur ein Viertel der jungen Menschen in Europa glaubt, dass es ihrer Generation einmal besser als ihren Eltern gehen wird. Das geht aus der Jugendstudie "Junges Europa" hervor, die die Stiftung des Touristikunternehmens Tui in Berlin veröffentlichte. Seit 2017 wird sie jährlich erstellt. Demnach gehen 52 Prozent der 16- bis 26-jährigen Befragten davon aus, dass sich ihre Lage verschlechtern wird.
Junge Europäer weniger zuversichtlich als vor zehn Jahren
Das Meinungsforschungs-Institut YouGov befragte den Angaben zufolge zwischen dem 24. April 2026 und dem 21. Mai 2026 online insgesamt 8.024 Personen im Alter von 16 bis 26 Jahren, die in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Polen und Großbritannien wohnen. Die Ergebnisse sind demnach repräsentativ für die Wohnbevölkerung in dieser Altersgruppe.
Im Zehn-Jahres-Vergleich hat sich der Blick der jungen Europäer auf die eigene Zukunft verschlechtert. Gaben 2017 der Studie zufolge noch 70 Prozent an, optimistisch in die Zukunft zu blicken, waren es in diesem Jahr nur noch 57 Prozent. In Deutschland ist der Rückgang demnach besonders deutlich – von 64 Prozent (2017) auf aktuell 52 Prozent. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung seien junge Menschen hierzulande aber etwas zuversichtlicher.
Weniger Vertrauen in Funktionieren der Demokratie
Jeder Zweite der befragten jungen Europäer hält die Demokratie für die beste Regierungsform. Allerdings bewerten 28 Prozent die Demokratie als nicht besser oder schlechter als andere Systeme, und 9 Prozent bevorzugen andere Staatsformen. In Deutschland zeigt sich der Rückgang besonders deutlich: 2022 hielten noch 63 Prozent die Demokratie für die beste Staatsform, während das in diesem Jahr nur noch 53 Prozent tun. Zudem sind junge Deutsche (36 Prozent) im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (20 Prozent) offener für andere Staatsformen als die Demokratie.
Zugleich wächst die Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie im Alltag - nur etwa ein Viertel (26 Prozent) der jungen Europäer ist damit in ihrem jeweiligen Land zufrieden. Die höchsten Zustimmungswerte gibt es in Deutschland (35 Prozent) und in Großbritannien (39 Prozent).
Im Vergleich zu 2018 ist der Anteil der Unzufriedenen in Deutschland, Frankreich, Italien und Griechenland allerdings gestiegen. In Polen und Großbritannien sind junge Bürger dagegen zufriedener mit dem Funktionieren der Demokratie. "Die junge Generation ist nicht demokratieskeptisch aus Prinzip, aber sie hat Vertrauen verloren", sagt der Politikwissenschaftler Thorsten Faas von der Freien Universität Berlin, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat. Junge Menschen mäßen die Demokratie stärker an Ergebnissen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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