Hamburg: Hamburger Gleichstellungsmonitor zeigt Licht und Schatten
Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Microgen
Erstellt von Sarah Knauth
23.06.2026 16.20
In Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern gibt es in Hamburg nach Angaben von Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal weiterhin Licht und Schatten. "Frauen stellen 51 Prozent der Hamburger Bevölkerung – gleichgestellt sind sie deshalb noch lange nicht", sagte die Grünen-Politikerin bei der Veröffentlichung des Hamburger Gleichstellungsmonitors.
Die vierte Fortschreibung des Monitors zeige, wo Fortschritte erzielt worden seien und Ungleichheiten fortbestünden. "Er macht sichtbar, dass es nicht die eine Lebensrealität von Frauen gibt und dass Diskriminierung häufig mehrere Ursachen hat", sagte Blumenthal.
Frauen in Politik und Wissenschaft auf dem Vormarsch
Als Fortschritt hob ihre Behörde beispielsweise hervor, dass sich an der Bürgerschaftswahl im vergangenen Jahr erstmals mehr Frauen als Männer beteiligt hätten. "Der Frauenanteil bei den Mandaten lag nach der Wahl bei einem bisherigen Höchststand von 49 Prozent", heißt es in der Mitteilung. Erstmals in der Geschichte seien im Hamburger Senat mehr Frauen als Männer vertreten.
Unter den Studierenden seien Frauen inzwischen mit 54 Prozent in der Mehrheit. Unter den Promovierenden sei ihr Anteil auf 49 Prozent, bei den Professuren auf 34 Prozent gestiegen.
Ungleichheit bei Verdiensten und Carearbeit
Hinsichtlich des Verdiensts sei die Realität vieler Frauen aber noch immer von Ungleichheit geprägt: "Für das gleiche Jahreseinkommen arbeiten sie im Durchschnitt neun Wochen länger als Männer", so die Behörde. Außerdem trügen Frauen auch weiterhin den Großteil der Sorgearbeit, arbeiteten deutlich häufiger in Teilzeit, seien stärker von Altersarmut betroffen und in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert.
"Wer Gleichstellung ernst nimmt, muss genau hinsehen – und Mehrfachdiskriminierung mitdenken", sagte Blumenthal. "Mehr als ein Viertel der Frauen verfügen über kein oder maximal 1.000 Euro monatliches Nettoeinkommen, bei Frauen mit Migrationsgeschichte sind es mehr als die Hälfte." Das zeige: ""Die Frau" gibt es nicht."
Weitere aktuelle News aus dem Ressort "Politik":
- Kiel: Regionale Unterschiede bei Einbürgerungen im Norden deutlich
- Alice Weidel: Weidel kritisiert "Zumutungen" der Rentenkommission
- Berlin: Wegner lobt Renten-Kompromiss – und drängt auf Steuerreform
- Eilmeldung: EU-Vertreter empfangen erstmals Taliban in Brüssel
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++ kns/roj/news.de