Donald Trump: Stammt Trump von einem deutschen Serienmörder ab?
Ist Donald Trump der Nachfahre eines deutschen Serienkillers? Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Von news.de Redakteurin Anika Bube
21.06.2026 06.00
- Wissenschaftler untersuchten mögliche Verbindung zwischen Donald Trump und dem "Werwolf von Bedburg"
- Katharina Trump wurde 1589 als mutmaßliche Komplizin hingerichtet
- Forscher betonen ausdrücklich, dass es keine Belege für eine tatsächliche Verwandtschaft gibt
Donald Trump wurde im Laufe der Jahre mit vielen Dingen in Verbindung gebracht, doch diese These ist besonders ungewöhnlich. Der Anthropologe Dr. Kevin Pittle von der Biola University in Kalifornien untersuchte eine mögliche Verwandtschaft zwischen dem US-Präsidenten und Peter Stump (Peter Stubbe), dem berüchtigten "Werwolf von Bedburg", der 1589 wegen angeblicher Serienmorde und Kannibalismus hingerichtet wurde.
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Der Ausgangspunkt ihrer Überlegungen: Bei Stumps Hinrichtung starb auch eine Frau namens Katharina Trump als dessen angebliche Komplizin. Die Forscher überprüften, ob sie eine Vorfahrin Trumps gewesen sein könnte. In ihrer Studie, die sie 2017 veröffentlichten, betonen Pittle und sein Kollege Nicholas A. Hopkins ausdrücklich, dass sie "keinen Grund zu der Annahme haben, dass die spekulative Hypothese irgendeinen realen Wahrheitswert besitzt". Die Verbindung diene primär als analytisches Werkzeug, um historische Ungereimtheiten aufzudecken.
Folter, Geständnis und eine der brutalsten Hinrichtungen der Geschichte: Wer war Peter Stump?
Peter Stump war ein Bauer aus der Gegend um Bedburg nahe Köln, der um 1530 geboren wurde. Nach seiner Verhaftung 1589 legte er unter Folter ein umfassendes Geständnis ab: Er habe seit seinem zwölften Lebensjahr schwarze Magie praktiziert und vom Teufel einen Gürtel aus Wolfsfell erhalten, der ihm die Verwandlung in einen Werwolf ermöglichte. Die ihm zur Last gelegten Verbrechen waren selbst für damalige Verhältnisse beispiellos: 14 Kinder und zwei schwangere Frauen soll er ermordet und teilweise verzehrt haben – darunter seinen eigenen Sohn, dessen Gehirn er gegessen haben soll. Hinzu kamen Vorwürfe des Inzests mit seiner Tochter. Am 31. Oktober 1589 wurde Stump gerädert, bei lebendigem Leib gehäutet, enthauptet und verbrannt. Sein Kopf wurde zur Abschreckung auf einem Pfahl aufgespießt.
Katharina Trump: Die mysteriöse Komplizin mit dem bekannten Namen
Gemeinsam mit Stump starben am Scheiterhaufen auch seine Tochter Beele und seine Geliebte – eine Frau namens Katharina Trump. Sie wurde als Konkubine und Mittäterin angeklagt, die ihm bei seinen Verbrechen geholfen haben soll. Das Londoner Pamphlet von 1590 bezeichnet sie zudem als "Gossip", was im damaligen Sprachgebrauch eine entfernte Verwandte bedeuten konnte.
Die Forscher identifizieren eine Katharina Trump aus Wallhausen in Württemberg als einzige historisch fassbare Person dieses Namens, die zeitlich und geografisch ins Raster passt. Sie wurde um 1538 in Reubach geboren und brachte 1586 in Wallhausen ihr drittes Kind zur Welt – nur wenige Tagesmärsche von Stumps mutmaßlichem Wirkungskreis entfernt. Danach verliert sich ihre Spur in den Kirchenbüchern vollständig.
Warum die Forscher selbst nicht an ihre These glauben
Die Verbindung zwischen Donald Trump und dem Werwolf-Fall basiert auf keinen gesicherten Fakten. Ein Großteil der relevanten Familienregister aus der Region Köln wurde während des Dreißigjährigen Krieges zerstört – die Beweislage ist entsprechend dünn. Hinzu kommt die fragwürdige Qualität der Primärquellen: Das englische Pamphlet von 1590 gilt als sensationslüsterne Übersetzung eines vermutlich bereits einseitigen deutschen Flugblatts. Viele Details zu Namen und Orten widersprechen sich oder sind historisch verdächtig. Der Autor George Bores war Postbote zwischen Köln und London und bediente offenbar die Sensationslust seines Publikums wie ein Boulevard-Redakteur des 16. Jahrhunderts.
Ein Werwolf als Werkzeug der Geschichtsforschung
Die Forscher geben explizit an, dass die Namensübereinstimmung "weitgehend nebensächlich" sei und primär dazu diente, die Untersuchung "für Unterhaltungszwecke berichtenswert zu machen". Pittle und Hopkins verfolgen mit ihrer Untersuchung einen ungewöhnlichen Ansatz, den sie als "Possibilismus" bezeichnen. Die spekulative Hypothese dient dabei als "Platzhalter-Instrument" – ein bewusstes Gedankenspiel, um Widersprüche und Lücken in historischen Überlieferungen sichtbar zu machen.
Ob Donald Trump tatsächlich von einem mittelalterlichen Serienmörder abstammt, bleibt wissenschaftlich unbewiesen. Die Verbindung war für die Forscher jedoch nie das eigentliche Ziel, sondern das Mittel, um die Fragilität historischer Überlieferungen sichtbar zu machen.
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