J.D. Vance: US-Vize wollte Epstein-Geheimnis über Donald Trump veröffentlichen
J.D. Vance bringt sich angeblich als Trump-Nachfolger in Stellung. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Matt Rourke
Erstellt von Tobias Rüster
15.06.2026 14.32
- J.D. Vance wollte Trumps Epstein-Anschuldigungen öffentlich machen
- J.D. Vance warnte vor dem Trump-Ende wegen Epstein-Akten
- J.D. Vance unter Verdacht: Wollte er Donald Trump gezielt schwächen?
- J.D. Vance geht immer mehr auf Distanz zu Donald Trump
Ein neues Buch von zwei Reportern der "New York Times" wirft ein Schlaglicht auf die Rolle von Vizepräsident J.D. Vance während der Epstein-Krise im Weißen Haus. Die Enthüllungen zeigen laut "Bild", wie sich der 41-Jährige, der zuletzt bereits für US-Präsident Donald Trump den Iran-Deal übernehmen sollte, bei vertraulichen Krisensitzungen positionierte, während die Trump-Administration mit explosiven Vorwürfen konfrontiert wurde.
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J.D. Vance wollte Trumps Epstein-Anschuldigungen öffentlich machen
Laut den Recherchen nahm Vance an Notbesprechungen im Situation Room teil, bei denen auch unbelegte Anschuldigungen von Epstein-Opfern gegen US-Präsident Donald Trump besprochen wurden. Die Vorwürfe stammen aus einem laufenden Zivilverfahren und betreffen angeblich aggressive Übergriffe auf eine junge Frau.
Anders als Trump und dessen engste Berater, die den Skandal als alte Gerüchte bezeichneten, plädierte der Vizepräsident für einen anderen Kurs. Der Ex-Senator und frühere Marines-Veteran plädierte dafür, selbst die schockierendsten Anschuldigungen öffentlich zu machen. Seine Argumentation: Der US-Präsident habe bereits andere schwere Krisen überstanden, weshalb Offenheit der bessere Weg sei.
J.D. Vance warnte vor dem Trump-Ende wegen Epstein
Bei den Krisensitzungen, die ohne den Präsidenten stattfanden, warnte Vance eindringlich vor den Konsequenzen. Der Skandal stelle ein enormes Risiko dar - nicht nur für die Trump-Präsidentschaft selbst, sondern vor allem für die gesamte Maga-Bewegung ("Make America Great Again"), betonte der Vizepräsident nach Darstellung der Journalisten.
- Vance registrierte genau, wie die Stimmung unter den treuesten Anhängern kippte. Während das Weiße Haus die Epstein-Verbindungen herunterzuspielen versuchte, nahm die Unruhe an der republikanischen Basis stark zu, warnte er intern.
- Seine Strategie zielte auf eine "Flucht nach vorne": Nur durch vollständige Transparenz könne der drohende Schaden begrenzt werden. Diese Position stand im klaren Gegensatz zum Kurs der engsten Trump-Vertrauten, die auf Aussitzen setzten.
J.D. Vance unter Verdacht: Wollte er Donald Trump gezielt schwächen?
Das Verhalten des US-Vizepräsidenten wird in Washington als politisch hochbrisant interpretiert. Vance, der auf eine Karriere als Bestsellerautor, Marines-Veteran und früherer Senator zurückblickt, präsentiert sich als der wahre Bewahrer der Trump-Bewegung - näher an den Anhängern als der Präsident selbst.
In den Machtzentren der Hauptstadt kursiert eine brisante Frage: Instrumentalisiert der Vizepräsident die Schwächung Trumps durch die Epstein-Affäre gezielt für seine eigenen Ambitionen 2028?
Donald Trump braucht einen Nachfolger: Vance gegen Rubio
Die Präsidentschaftswahl 2028 wirft bereits ihre Schatten voraus. Donald Trump kann aufgrund der verfassungsrechtlichen Begrenzung auf zwei Amtsperioden nicht erneut kandidieren, was das Rennen um seine Nachfolge eröffnet.
- Bei den Vorwahlen der Republikaner werden die treuesten Maga-Anhänger das entscheidende Wort haben. Diese Kernwählerschaft bildet mittlerweile den dominierenden Block innerhalb der Partei und wird bestimmen, wer im November 2028 als republikanischer Präsidentschaftskandidat antritt.
Vance kalkuliert, dass ihm seine demonstrative Nähe zur Basis einen strategischen Vorteil verschafft. Der 41-Jährige inszeniert sich bewusst als jemand, der die Stimmung der Kernwählerschaft genau kennt und versteht. Als Hauptkonkurrent gilt Außenminister Marco Rubio, der 55 Jahre alt ist und ebenfalls auf die Kandidatur hinarbeitet.
J.D. Vance geht beim Iran-Krieg auf Distanz zu Donald Trump
Die Epstein-Krise ist nicht der einzige Bereich, in dem sich der Vizepräsident von seinem Chef abgrenzt. Beobachter registrieren ein auffälliges Muster: Vance nimmt zunehmend bei Themen Abstand, die bei der republikanischen Basis auf Widerstand stoßen.
- Besonders deutlich wurde dies beim militärischen Konflikt mit dem Iran. Während die Trump-Administration auf Eskalation setzte, übernahm der Vizepräsident die Rolle des Bremsers und signalisierte Zurückhaltung gegenüber weiteren militärischen Operationen.
Diese wiederholten Abgrenzungen werden als bewusste Positionierung gedeutet. Vance markiert Unterschiede zum Präsidenten genau dort, wo dessen Entscheidungen innerhalb der eigenen Partei umstritten sind.
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