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Kiel: Umfrage: Alarmierende Zahlen zu Machtmissbrauch bei Ärzten

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Mehr als die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte im nördlichsten Bundesland erlebt laut dem Marburger Bund Machtmissbrauch am Arbeitsplatz. "Wir wissen, und wir wussten immer schon, dass es natürlich auch Machtmissbrauch gibt oder auch in Einzelfällen sexuelle Belästigung", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft in Schleswig-Holstein, Michael Wessendorf, bei der Landespressekonferenz in Kiel. Die aktuellen Umfrageergebnisse bezeichnete er als "alarmierend".

In Schleswig-Holstein hätten sich knapp 350 Ärztinnen und Ärzte an der Umfrage unter den Mitgliedern des Marburger Bundes beteiligt.

Den Angaben zufolge hätten sich 57 Prozent von ihnen in den vergangenen zwölf Monaten durch Machtmissbrauch bedrängt gefühlt. Das beginne bei einem respektlosen Umgangston und beim Bloßstellen im Team. Im Zweifel ende es mit der Verweigerung einer Weiterbildung, erklärte Wessendorf. "Zu 86 Prozent gehen diese Missbrauchsvorwürfe von den Vorgesetzten aus. "

Großes Dunkelfeld bei sexueller Belästigung

Die Folgen von Machtmissbrauch wiegen schwer. Laut Wessendorf klagten 78 Prozent der Betroffenen über emotionale Erschöpfung und ständige Anspannung, 71 Prozent über sinkende Arbeitsmotivation. "Und was uns besonders alarmiert: 41 Prozent derjenigen, die geantwortet haben, sagen, ich denke darüber nach, ob ich ganz grundsätzlich den Bereich der stationären Versorgung verlasse", betonte der Vorsitzende.

Zudem gaben 13 Prozent der Ärztinnen und Ärzte an, am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden zu sein – von anzüglichen Bemerkungen bis hin zu Geschlechterdiskriminierung. Doch nur ein Fünftel der Betroffenen meldete laut Wessendorf solche Vorfälle. "Und wie immer, wenn etwas nicht gemeldet wird, ist natürlich ein großes Dunkelfeld da."

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

/roj/news.de

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