Donald Trump: Eine Lüge jagt die nächste - US-Präsident nimmt US-Moderator auseinander
Donald Trump nahm den US-Moderator Joe Scarborough ins Visier. Bild: picture alliance:dpa:AP | Alex Brandon
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais
11.06.2026 17.12
- Donald Trump schießt gegen Joe Scarborough
- US-Präsident zieht über Moderator und Sendung "Morning Joe" her
- Trump lügt über schlechte Einschaltquoten und Absetzung der Show
Pflegten Donald Trump und Joe Scarborough zwischen 2015 und Anfang 2016 noch ein freundschaftliches Verhältnis, so hat sich dies in den letzten zehn Jahren grundlegend geändert. Denn als Trump seine Wahlkampfrhetorik 2016 verschärfte, wurde Scarborough zunehmend kritisch und zählt heute zu den bekanntesten Trump-Kritikern im US-Fernsehen.
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Joe Scarborough nimmt Donald Trump ins Visier
Auch in der neuesten Ausgabe seiner Sendung "Morning Joe" war der US-Präsident, der unlängst mit einer martialischen Iran-Drohung für Entsetzen gesorgt hat, Thema. Genauer gesagt sprachen Joe Scarborough und seine Co-Moderatorin Mika Brzezinski, die auch seine Ehefrau ist, über das Buch "Regime Change: Inside the Imperial Presidency of Donald Trump" von Maggie Haberman und Jonathan Swan, welches sich mit der Epstein-Affäre innerhalb der Trump-Regierung beschäftigt. Die beiden Moderatoren diskutierten einen Auszug aus dem Buch, der zuvor im "New York Times Magazine" erschienen war. Scarborough erklärte in diesem Zusammenhang, dass das Werk seiner Meinung nach "eines der wichtigsten Bücher über die Trump-Präsidentschaft" werden wird.
US-Präsident zieht über Moderator und Sendung "Morning Joe" her
Die Reaktion des US-Präsidenten ließ nicht lange auf sich warten. Bereits wenige Minuten nach Ausstrahlung der TV-Sendung schoss Donald Trump auf der von ihm mitbegründeten Plattform Truth Social gegen den US-Moderator und seine Show. Doch bei seiner verbalen Attacke jagte eine Lüge die nächste. "Joe Scarboroughs immer kleiner werdende, quotenschwache Sendung, die zu den fernsehtechnisch ungenauesten Darstellern wahrer Fakten zählt, wird in den Einschaltquoten regelrecht vernichtet", polterte der US-Präsident.
Trump lügt über schlechte Einschaltquoten und Absetzung der Show
Der 79-Jährige warf dem US-Moderator vor, am "Trump Derangement Syndrome" (TSD) zu leiden, was ihn "zur Lachnummer unter denen gemacht (habe), die wissen, was in der 'wunderbaren Welt des Fernsehens' vor sich geht." Zudem behauptete der US-Präsident, dass es die Sendung von Joe Scarboroughs nicht mehr lange geben wird. "Seine Sendung wird abgesetzt, weil seine Einschaltquoten FURCHTBAR sind", so Trump. Doch tatsächlich stimmt weder das eine, noch das andere.
Nach einem Einbruch der "Morning Joe"-Einschaltquoten im Jahr 2024 haben sich die Zahlen zuletzt wieder erholt. Nielsen-Daten zeigten laut Branchenberichten einen Anstieg von rund 28 Prozent im Laufe des Jahres 2025 gegenüber dem Tiefpunkt nach der Wahl. Im ersten Quartal 2026 erreichte "Morning Joe" laut Unternehmensangaben durchschnittlich rund 784.000 Zuschauer und verzeichnete Zuwächse gegenüber dem Vorjahr. Im April 2026 wurden sogar die besten Monatswerte seit der Wahl 2024 gemeldet. Auch die Aussage, dass die Sendung vor dem Aus steht, scheint völlig aus der Luft gegriffen zu sein. Bislang sind keine Berichte diesbezüglich zu finden.
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