Donald Trump: "Viele Leute, die dort nicht sein sollten" – US-Präsident ordnet Säuberungswelle an
Donald Trump hat eine Säuberungswelle bei den US-Nachrichtendiensten angekündigt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Anika Bube
06.06.2026 14.20
- Trump fordert massive Stellenstreichungen bei allen US-Geheimdiensten
- Vor allem Mitarbeiter aus der Obama- und Biden-Ära geraten ins Visier
- Der kommissarische Geheimdienstchef verfügt selbst über keine Geheimdiensterfahrung
US-Präsident Donald Trump hat seinen neuen kommissarischen GeheimdienstkoordinatorBill Pulte angewiesen, umfangreiche Stellenstreichungen in sämtlichen 18 amerikanischen Nachrichtendiensten durchzuführen. In einem Gespräch mit dem "Wall Street Journal" erklärte Trump, er wolle die Behörde verkleinern, da sie "unnötig und/oder zu groß" sei.
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Trump kündigt radikalen Umbau der Geheimdienste an
"Ich möchte sie kleiner sehen. Ich denke, es gibt dort viele Leute, die dort nicht sein sollten", sagte der Präsident. Dabei nimmt er gezielt Beamte ins Visier, die unter den Administrationen von Joe Biden und Barack Obama eingestellt wurden. Auf die direkte Frage, ob er Entlassungen anordne, bestätigte Trump dies und forderte Pulte auf, "den Prozess zu starten".
Trump betrachtet Pultes vorläufige Ernennung nicht als Schwäche, sondern als taktischen Vorteil. "Man ist weniger gefesselt", erklärte der Präsident gegenüber dem "Wall Street Journal" über den kommissarischen Status. "Das gibt einem gewissermaßen mehr Macht, für einen begrenzten Zeitraum."
Der US-Präsident verfolgt damit eine bewusste Strategie: Grundlegende strukturelle Veränderungen sollen abgeschlossen sein, bevor ein dauerhafter Nachfolger das Amt übernimmt. "Ehrlich gesagt könnte es gut sein, wenn er alles aufmischt, bevor die Leute kommen", so Trump. Sein künftiger permanenter Kandidat soll eine bereits umgestaltete Behörde vorfinden.
Bill Pulte: Umstrittener Kandidat ohne Sicherheitsfreigaben
Pulte selbst verfügt über keinerlei Erfahrung im Geheimdienstbereich. Zudem besitzt er nicht die erforderlichen Sicherheitsfreigaben für seine neue Position. Der kommissarische Chef des Büros des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste (ODNI) hat sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch gegenüber dem FBI und anderen Behörden geäußert.
Angesichts dieser Voraussetzungen gilt es als unwahrscheinlich, dass Pulte eine Bestätigung durch den Senat erreichen würde. Weder Pulte noch Vertreter des ODNI wollten sich gegenüber dem "Wall Street Journal" zu den Anweisungen äußern.
Hinter dem Vorgehen steckt ein klares Kalkül des Präsidenten. Trump möchte seinem künftigen permanenten Geheimdienstchef eine bereits geschrumpfte und ideologisch angepasste Behörde übergeben. "Wenn er [Pulte] die Größe reduziert, in Abstimmung mit mir und möglicherweise mit der Person, die kommt, kann er viel von der harten Arbeit erledigen", erklärte Trump dem "Wall Street Journal".
Der dauerhafte Nachfolger müsste sich dann nicht mehr mit den umstrittenen Personalentscheidungen belasten. Stattdessen könnte dieser die Säuberungswelle fortsetzen, die Pulte bereits eingeleitet hat. Trump bestätigte, dass sein endgültiger Kandidat nach der Bestätigung durch den Senat die Kürzungen weiterführen solle.
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