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Wirbel um Wolfgang Kubicki: Verrat bei der FDP - engstes Umfeld stellte sich gegen ihn

Frisch zum Parteivorsitzenden gewählt, wartet auf Wolfgang Kubicki auch schon der erste Ärger. Bild: dpa/Michael Kappeler

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  • Wolfgang Kubicki - Gegenwind aus den eigenen Reihen der DFP
  • Heimliche Revolte kurz vor der Wahl - Helmer Kranke arbeitete gegen ihn
  • Partei-Sondersitzung - Mitglieder fordern Kranke-Rücktritt
  • So reagiert Wolfgang Kubicki auf den heimlichen Putschversuch

Nach seinem Sieg beim FDP-Parteitag am Wochenende muss sich der neue Vorsitzende Wolfgang Kubicki mit Turbulenzen in seinem eigenen Heimatverband auseinandersetzen. Im Zentrum des Konflikts steht Helmer Krane, der 36-jährige stellvertretende Landesvorsitzende aus Schleswig-Holstein. Er soll heimlich gegen ihn gearbeitet haben. Die Hintergründe.

Helmer kranke - heimliche Revolte gegen FDP-Chef Wolfgang Kubicki

Helmer Kranke steht im Zentrum fieser Verdachtsvorwürfe. Der Grund: Er soll im Verborgenen die Kandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegen Kubicki vorangetrieben haben – obwohl der Landesvorstand den 74-Jährigen zuvor geschlossen für den Chefposten nominiert hatte.

Innerhalb der Nord-FDP ist von "Verrat" und "Heckenschützen" die Rede. Krane sieht sich nun massiven Rücktrittsforderungen gegenüber und hat ein Ultimatum bis zum kommenden Montag erhalten. "Auch im Nachhinein hat er keine Spur von Einsicht gezeigt. Ich fordere seinen Rücktritt noch vor dem Landesparteitag", so FDP-Vorstandsmitglied Max Mordhorst.

Kubicki selbst, der mit etwa 60 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt wurde, gibt sich betont gelassen und will den Blick nach vorne richten.

Geheime Absprachen hinter Kubickis Rücken?

Die Hintergründe des Konflikts haben es in sich: Während der schleswig-holsteinische Landesvorstand Kubicki einstimmig als Kandidaten für den Bundesvorsitz nominierte, arbeitete Krane angeblich parallel im Wahlkampfteam seiner Rivalin Strack-Zimmermann mit. Gemeinsam bereiteten sie deren überraschenden Antritt beim Parteitag vor – ohne dass Kubicki oder andere Vorstandsmitglieder davon erfuhren.

Für Krane stand dabei offenbar einiges auf dem Spiel: Im Falle eines Sieges der 68-jährigen Europapolitikerin hätte er den Posten des Generalsekretärs übernehmen sollen. Die gesamte Nord-FDP wurde von seinen Aktivitäten beim Parteitag völlig überrumpelt. Dass ausgerechnet ein Vize-Landesvorsitzender aus Kubickis Heimatverband die Gegenkandidatur vorantrieb, macht den Vorgang für viele Parteimitglieder besonders brisant.

Sondersitzung endet mit Ultimatum

Am Montagabend kam der Landesvorstand Schleswig-Holstein zu einer eigens einberufenen Krisensitzung zusammen, berichtet die "Bild". Dort musste sich Krane heftigen Angriffen mehrerer Vorstandsmitglieder stellen. Der frühere Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bezeichnete ihn als "Heckenschütze". FDP-Vorstand Max Mordhorst warf ihm "Vertrauensbruch" und "Doppelzüngigkeit" vor.

Auch der Parteinachwuchs wendet sich ab: JuLi-Landesvorsitzende Luisa Fellner mahnte, ein Vize-Landesvorsitzender müsse "Konsequenzen aus seinem Handeln ziehen". Selbst Kranes Co-Kreisvorsitzende Nora Grundmann aus Segeberg kündigte an, seine Landtagskandidatur nicht mehr zu unterstützen.

Krane verteidigt sich

Der unter Druck geratene Vize-Landesvorsitzende zeigt sich wenig einsichtig. Gegenüber "Bild" erklärte Krane zu den Rücktrittsforderungen: "Wenn solche Sachen an die Presse gegeben werden, kann sich jeder fragen, ob da nicht Einzelinteressen im Spiel sind." Er gab sich zuversichtlich, dass es "in einer liberalen Partei nie ein Nachteil sein kann, bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen und ein Angebot zu machen".

So reagiert Wolfgang Kubicki auf den heimlichen Putsch-Versuch

Der neue FDP-Chef reagierte deutlich nüchterner auf den Vorfall in seinem Heimatverband. "Was die Partei davon gehalten hat, haben wir gesehen. Helmer Krane ist nicht in den Bundesvorstand gewählt worden", sagte Kubicki der "Bild". Die gescheiterte Kandidatur für das Führungsgremium sei bereits die Quittung der Delegierten gewesen. "Wir gucken jetzt nach vorn."

Kubicki sieht Richtungsentscheidung als gefallen

Der frisch gewählte Parteichef betrachtet seinen Sieg als klares Signal der Delegierten. "Ich bin gewählter Bundesvorsitzender der Freien Demokratischen Partei, der gesamten Freien Demokratischen Partei, auch der von Marie-Agnes Strack-Zimmermann", sagte Kubicki in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Mit rund 60 Prozent der Stimmen habe die Partei ihre Richtung vorgegeben.

Strack-Zimmermann, die mit etwa 39 Prozent unterlag, will die Auseinandersetzung jedoch fortsetzen. "Wir werden diskutieren. Und wir werden insbesondere inhaltlich diskutieren", kündigte sie gegenüber der "Welt" an. Die Zeiten, in denen einer alles vorgebe und alle anderen hinterherliefen, seien vorbei.

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/news.de/stg/mlk/dpa

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