Donald Trump: "Jetzt wird er besonders gefährlich" - jüngster Trump-Fehltritt sorgt für Nervosität
Donald Trump sind die Zwichenwahlen angeblich egal. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Von news.de-Redakteurin Anika Bube
29.05.2026 09.44
- Donald Trump erklärt die Midterms für "egal" – sein Biograf schlägt Alarm
- Michael Wolff warnt vor einem "chaotischen" und "gefährlichen" Trump-Moment
- Besonders brisant: Ermittlungen gegen Trumps Prozessgegnerin E. Jean Carroll
Donald Trumps jüngste Bemerkung während einer Kabinettssitzung sorgt in den USA für Aufsehen. Die bevorstehenden Zwischenwahlen seien ihm "egal", erklärte der US-Präsident vor Reportern. Sein wichtigstes Ziel sei es derzeit, den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Für Trump-Biograf Michael Wolff ist diese Aussage jedoch alles andere als harmlos. Im Podcast "Inside Trump's Head" analysierte er gemeinsam mit Joanna Coles vom "Daily Beast" die psychologische Wirkung hinter Trumps Worten.
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Trump-Biograf warnt vor "chaotischem Moment"
"Wenn er 'mir egal' sagt, bedeutet das im Grunde 'Leck mich'", erklärte Wolff. Die demonstrative Gleichgültigkeit sei aus seiner Sicht ein Warnsignal und Ausdruck massiven Drucks. Wolff sieht hinter Trumps Auftreten eine gefährliche Dynamik. Gerade wenn der US-Präsident sich demonstrativ unangreifbar gebe, werde er besonders unberechenbar. "Im Grunde sagt er damit, dass ihm die Midterms verzweifelt wichtig sind und dass er erkennt, dass er mit dem Rücken zur Wand steht, in einer Ecke, aus der er nicht herauskommt", sagte der Autor. In solchen Situationen sei Trump laut Wolff am "gefährlichsten und kühnsten". Der US-Präsident suche dann nach neuen Feindbildern, Angriffszielen oder dramatischen Schlagzeilen. Ein "sehr chaotischer Moment" könnte bevorstehen, warnte der Biograf.
Republikaner zittern vor den Midterms
Auch innerhalb der Republikanischen Partei wächst offenbar die Nervosität. Zwar könnten die Republikaner durch neue Zuschnitte der Wahlkreise zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus gewinnen, doch aktuelle Umfragen sehen die Demokraten im Aufwind. Für Wolff passt Trumps Verhalten deshalb ins Bild eines Präsidenten, der sich zunehmend unter Druck fühlt.
Besonders deutlich werde das laut Wolff am Fall Ken Paxton. Der texanische Politiker gewann trotz massiver Skandale die republikanische Vorwahl für einen Senatssitz. Paxton wurde angeklagt, musste sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen und steckt zudem in einer öffentlich ausgetragenen Scheidung. Seine Ehefrau wirft ihm schwere Verfehlungen vor. Warum Trump trotzdem hinter ihm steht? Für Wolff ist die Antwort simpel. "Der einzige Grund, warum Trump ihn unterstützt, ist, dass er offensichtlich wie Trump ist. Er wurde angeklagt, der Korruption beschuldigt, steht kurz vor der Scheidung." Parallel dazu sorgt ein weiterer Fall für Schlagzeilen. Das US-Justizministerium hat strafrechtliche Ermittlungen gegen E. Jean Carroll eingeleitet. Die 82-Jährige hatte Trump in zwei Zivilprozessen wegen sexueller Übergriffe und Verleumdung besiegt. Geschworene sprachen ihr insgesamt rund 88 Millionen Dollar Schadenersatz zu. Wolff bewertet den Vorgang äußerst kritisch. Trump habe das Justizministerium zu einem persönlichen Machtinstrument gemacht. "Er wird keinen Fall gegen E. Jean Carroll gewinnen. Das wird nicht passieren", sagte Wolff. "Aber er wird ihr das Leben zur Hölle machen."
Stalin-Vergleich sorgt für Aufsehen
Besonders brisant: Wolff zog im Podcast einen historischen Vergleich mit dem sowjetischen Diktator Josef Stalin. Nach der Lektüre einer Stalin-Biografie erkenne er deutliche Parallelen zwischen Trumps Umfeld und dem Machtzirkel des sowjetischen Herrschers. "Ich war überwältigt von den klaren Vergleichen zwischen Trump und dem Kreis aus Narren und Dummköpfen um ihn herum und dem Kreis um Stalin", erklärte Wolff. Der oft gezogene Hitler-Vergleich greife aus seiner Sicht zu kurz. "Es ist buchstäblich Trump und Stalin."
Donald Trump:Volatil, paranoid und von niemandem gebremst
Am Ende zeichnet Wolff ein düsteres Bild des US-Präsidenten. Trump sei "volatil, unberechenbar, paranoid und wütend". Besonders gefährlich sei dabei, dass ihn derzeit kaum jemand innerhalb des Systems bremse. "Er wird nicht vom Kongress eingeschränkt. Er wird nicht von den Leuten eingeschränkt, die um ihn herum am Kabinettstisch sitzen und applaudieren", sagte der Biograf. Für Wolff steht fest: Die kommenden Monate könnten extrem turbulent werden – möglicherweise sogar ein weiterer "hässlicher Trump-Moment".
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