JD Vance: Trump-Vize nach verbaler Attacke von Richter ignoriert
JD Vance wurde bei einem Dinner von einem Richter ignoriert. Bild: picture alliance/dpa/Pool The New York Times/AP | Tierney L. Cross
Erstellt von Sabrina Böhme
25.05.2026 13.34
- JD Vance wurde bei einem Dinner des Obersten Richters John Roberts ignoriert
- Der US-Vizepräsident und seine Frau Usha bekamen keine besonderen Plätze
- Trumps Vize wetterte gegen den Richter, nachdem der US-Präsident nach abgeschmetterten Gerichtsentscheidungen ausrastete
Der US-Vizepräsident JD Vance erlebte am Wochenende einen denkwürdigen Abend – allerdings nicht im positiven Sinne. Wie die "New York Times" am Sonntag (24. Mai 2026) berichtete, tauchte der 41-Jährige überraschend bei einem privaten Dinner des obersten Richters John Roberts auf. Vance kam als Begleitung seiner schwangeren Ehefrau Usha, die einst als Referendarin für den von George W. Bush ernannten Richter gearbeitet hatte.
JD Vance bei Diner von Richter ignoriert
Der Gastgeber zeigte sich von dem unerwarteten Gast jedoch wenig beeindruckt. Bei der Veranstaltung mit rund 100 geladenen Gästen erhielten weder Vance noch seine Frau besondere Sitzplätze. Noch bemerkenswerter: In seiner Ansprache während des Abends erwähnte Roberts den Vizepräsidenten mit keinem Wort. Weder das Weiße Haus noch ein Sprecher des Supreme Court reagierten zunächst auf Anfragen zu dem Vorfall.
Obwohl Quellen gegenüber der "New York Times" betonten, Vances Erscheinen bei dem Dinner sei rein gesellschaftlicher Natur gewesen, hätte der Zeitpunkt kaum ungünstiger sein können. Erst vergangene Woche warnte Trump, es wäre eine "Schande", sollte das konservativ dominierte Gericht gegen sein Vorhaben entscheiden, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft für Millionen Amerikaner abzuschaffen. "Geburtsrecht-Staatsbürgerschaft wird von keinem anderen Land so gehandhabt wie bei uns – wir sind ein Gespött", behauptete der Präsident, obwohl zahlreiche Länder die Staatsbürgerschaft bedingungslos bei Geburt verleihen. "Und wenn der Supreme Court diese Entscheidung billigt, haben sie den Vereinigten Staaten einen großen Bärendienst erwiesen." Vor diesem Hintergrund wirkt Vances Auftritt als ungebetener Gast besonders brisant.
Trump tobt gegen Justiz
Präsident Donald Trump hat wiederholt gegen Richter gewettert, die seinen aggressivsten Vorhaben im Weg stehen. Im Februar kassierte der Supreme Court mit 6:3 Stimmen Trumps zentrale Zollpolitik – und Roberts gehörte zusammen mit den von Trump selbst ernannten Richtern Amy Coney Barrett und Neil Gorsuch zur Mehrheit. Trump reagierte wütend auf die Entscheidung und bezeichnete die Richter als "Schoßhunde".
Roberts wehrt sich – Vance feuerte gegen Richter
Der 71-jährige Oberrichter hat sich gegen die Attacken aus dem Weißen Haus zur Wehr gesetzt. Im März richtete er eine kaum verhüllte Spitze gegen Trump und dessen eskalierende Angriffe auf die Justiz. "Richter im ganzen Land arbeiten sehr hart daran, richtig zu entscheiden, und wenn sie es nicht tun, ist ihre Meinung der Kritik ausgesetzt", sagte Roberts. "Aber persönlich gerichtete Feindseligkeit ist gefährlich, und sie muss aufhören."
Auch Vance selbst hatte den Oberrichter öffentlich attackiert. Der Vizepräsident erklärte gegenüber der "New York Times", Roberts liege "grundlegend falsch" mit seiner Auffassung, dass seine Rolle als Leiter des höchsten Gerichts auch die Kontrolle der Exekutive umfasse.
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