Donald Trump: US-Präsident tobt bei Wut-Anruf - dann befiehlt er das komplette Gegenteil
Donald Trump soll nicht glücklich mit einer Entscheidung von Pete Hegseth sein. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Tobias Rüster
23.05.2026 07.50
- Donald Trump kann sich bei Wut-Anruf nicht zurückhalten
- Trump ordnet Kehrtwende an und schickt sogar mehr Truppen
- "Blamage für unser Land" - scharfe Kritik aus Polen und Washington
- Ex-General fordert öffentlich Hegseths Rücktritt
- Trump-Sprecherin versucht Schadensbegrenzung - Hegseth-Zukunft bleibt ungewiss
Ein diplomatisches Fiasko erschüttert derzeit offenbar das Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und dem Pentagon. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte eigenmächtig die Verlegung von 4000 amerikanischen Soldaten nach Polen gestoppt - eine Entscheidung, die er ohne Absprache mit Präsident Donald Trump traf und die diesen aus der Fassung brachte.
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Donald Trump kann sich bei Wut-Anruf nicht zurückhalten
Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf zwei US-Beamte enthüllte, erfuhr der Präsident erst im Nachhinein von dem Stopp der Truppenentsendung. Trump griff daraufhin zum Telefon und konfrontierte seinen Verteidigungsminister in einem aufgebrachten Gespräch. Bei diesem Wut-Anruf konnte sich Trump nicht zurückhalten.
- Der 79-jährige Staatschef forderte von Hegseth eine Erklärung für dessen Vorgehen. Anschließend erteilte Trump dem Minister eine deutliche Zurechtweisung wegen der eigenmächtigen Entscheidung.
- Im Telefongespräch machte Trump seinem Minister unmissverständlich klar, dass Washington seinen Verbündeten an der Nato-Ostflanke nicht vor den Kopf stoßen dürfe. Die enge Partnerschaft mit Polen sei von großer Bedeutung für die amerikanischen Interessen in Europa.
Trump ordnet Kehrtwende an und schickt sogar mehr Truppen
Der US-Präsident nahm die Entscheidung seines Verteidigungsministers vollständig zurück. Statt bei dem Stopp zu bleiben, verkündete Trump die Entsendung von 5000 Soldaten nach Polen - sogar mehr als die ursprünglich geplanten 4000. Er ordnete also das komplette Gegenteil an.
Besonders die persönliche Beziehung zwischen Trump und dem polnischen Staatschef Karol Nawrocki spielte bei der schnellen Korrektur eine zentrale Rolle. Die beiden Politiker pflegen ein gutes Verhältnis, das durch Hegseths Alleingang ernsthaft gefährdet wurde.
"Blamage für unser Land" - scharfe Kritik aus Polen und Washington
In Warschau hatte die abrupte Absage für erhebliche Verstimmung gesorgt. Die bilateralen Beziehungen drohten Schaden zu nehmen. Nach nur zwei Tagen vollzog das Weiße Haus deshalb die komplette Wende in der Truppenfrage.
Auch in den USA selbst wächst die Empörung über das Vorgehen. Der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon aus Nebraska übte scharfe Kritik an der mangelnden Kommunikation. Er bemängelte, dass Warschau nicht einmal im Vorfeld über die Absage der Truppenverlegung informiert worden sei.
Polens Vizeverteidigungsminister Pawel Zalewski erklärte gegenüber dem "Wall Street Journal", Washington werde Warschau Optionen vorlegen, um das amerikanische Engagement nicht zu verringern. Polen habe dem Pentagon sogar angeboten, US-Soldaten dauerhaft zu stationieren und sei bereit, dafür eine komplette Infrastruktur aufzubauen und die Kosten zu übernehmen.
Ex-General fordert öffentlich Hegseths Rücktritt
Der ehemalige amerikanische General Ben Hodges rief den Verteidigungsminister öffentlich dazu auf, sein Amt niederzulegen. Nach Ansicht des 68-Jährigen zeuge der Vorfall entweder von Unfähigkeit oder von völlig fehlender Abstimmung zwischen Weißem Haus und Pentagon.
Dass sich Trump nun offenkundig gegen seinen eigenen Minister positioniert, verschärft die ohnehin angespannte Lage für Hegseth zusätzlich. Es ist nicht das erste Mal, dass Forderungen nach seiner Ablösung laut werden.
- Bereits im vergangenen Oktober hatte er für Aufsehen gesorgt, als er vor Militärs eine vermeintlich "woke Kultur" in den Streitkräften anprangerte. Zudem stellte er die Eignung von Frauen für Kampfeinsätze grundsätzlich infrage.
Trump-Sprecherin versucht Schadensbegrenzung - Hegseth-Zukunft bleibt ungewiss
Das Weiße Haus ist bemüht, die Wogen nach dem diplomatischen Vorfall zu glätten. Sprecherin Anna Kelly betonte die Wertschätzung des Präsidenten für die Arbeit des Ministers. Trump würdige alles, was Hegseth für die Umsetzung der America-First-Agenda im Militär geleistet habe und weiterhin leisten werde. Außerdem stünden Trump und sein Verteidigungsminister in ständigem Kontakt und agierten bezüglich der Truppenbewegungen in Europa "im Gleichschritt".
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