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J.D. Vance: "Sollte mal ein Geschichtsbuch lesen" - Trump-Vize blamiert sich mit Papst-Aussagen

J.D. Vance blamierte sich mit wirren Papst-Aussagen. Bild: picture alliance/dpa/Pool The New York Times/AP | Tierney L. Cross

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  • J.D. Vance blamiert sich mit wirren Papst-Aussagen
  • Trump-Vize entsetzt mit wirrem Wortsalat
  • Vance stellt unlogischen Zusammenhang in Bezug auf Namenswahl des Papstes her
  • US-Vizepräsident verhöhnt - "Vance sollte mal ein Geschichtsbuch lesen"

J.D. Vance' Auftritt während eines Pressebriefings im Weißen Haus endete in einer ziemlichen Blamage. Der US-Vizepräsident war am 19. Mai 2026 für Pressesprecherin Karoline Leavitt eingesprungen, die sich aktuell im Mutterschutz befindet. Für den Trump-Vize war der Auftritt politisch relativ wichtig, da viele US-Medien diesen als eine Art "Testlauf" für Vance als zukünftigen republikanischen Präsidentschaftskandidaten betrachteten. Doch tatsächlich hätte der "Testlauf" besser laufen können.

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J.D. Vance blamiert sich mit wirren Papst-Aussagen

Denn vor allem eine Frage brachte den Trump-Vize ziemlich ins Straucheln. Eine Reporterin wollte von J.D. Vance wissen, was er über die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur künstlichen Intelligenz denkt, die in wenigen Tagen veröffentlicht wird. Eine Enzyklika ist ein wichtiges päpstliches Lehrschreiben. Es handelt sich dabei um einen offiziellen Rundbrief, den der Pontifex an alle Bischöfe, die katholische Kirche oder auch an "alle Menschen guten Willens" richtet.

Trump-Vize entsetzt mit wirrem Wortsalat

Doch anstatt eine klare Aussage zu treffen, welchen Einfluss die Leitlinien des Papstes zur KI auf die Gesellschaft insgesamt haben könnten, begann J.D. Vance plötzlich zu faseln und sorgte durch wirre Aussagen bezüglich der Namenswahl des Pontifex für Verwirrung. "Was mich an Papst Leo besonders fasziniert, ist, dass er den Namen 'Leo XIV.' gewählt hat, was natürlich an Leo XIII. erinnert", lenkte der Republikaner von der eigentlichen Frage ab. "Leo XIII. war Papst in einer Zeit, in der der rasante industrielle Wandel zum Aufstieg des Faschismus und des Kommunismus in Europa führte."

J.D. Vance stellt unlogischen geschichtlichen Zusammenhang her

Damit stellte J.D. Vance einen unlogischen Zusammenhang zwischen Papst Leo XIII. und dem Aufstieg des Faschismus und des Kommunismus her. Was, wenn man einen Blick in die Geschichtsbücher wirft, keinerlei Sinn ergibt, da Papst Leo XIII. bereits 1903 gestorben ist - also lange vor dem Aufstieg des Faschismus und des Kommunismus. Außerdem lehnte er Kommunismus und Nihilismus aktiv ab, da er sie als destruktive Ideologien betrachtete, und setzte sich für die Rechte der Arbeiter ein. Auch im Netz blieb dieser geschichtliche Fauxpas nicht unbemerkt:

  • "Leo XIII. starb 1903. Was soll dieser Wortsalat, der ihn mit Faschismus und Kommunismus in Verbindung bringt?"
  • "Papst Leo XIII. starb 1903. Zu unterstellen, er habe irgendwie zum Aufstieg von Faschismus und Kommunismus geführt, ist reine Fantasie. Es sei denn, Vance will behaupten, dass alles, was vor etwas anderem geschah, 'dazu geführt' habe."

US-Vizepräsident verhöhnt - "Vance sollte mal ein Geschichtsbuch lesen"

Ein anderer X-Nutzer bringt es auf den Punkt und kommentierte unter einem Video der besagten Pressekonferenz: "JD Vance sollte mal ein Geschichtsbuch lesen. Der Aufstieg des Faschismus fand erst in den 1920er und 30er Jahren statt. Der Papst, von dem er spricht, starb mehr als 20 Jahre zuvor. Diese Leute reden einfach selbstbewusst Unsinn und hoffen, dass niemand lesen kann."

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