Wladimir Putin reist nach China: Kontakte genau unter die Lupe nehmen - Trump-Besuch machte ihn "nervös"?
Wladimir Putin will sich mit dem chinesischen Regierungschef Xi Jinping treffen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Sergei Bobylev
Erstellt von Sabrina Böhme
16.05.2026 13.02
- Wladimir Putin reist nach China
- Donald Trumps Besuch könnte zum Thema werden: Kremlsprecher Peskow will alle Informationen analysieren
- Putins Suche nach Bedeutung in der Beziehung zwischen China und den USA
Russlands Präsident Wladimir Putin will am Dienstag und Mittwoch China besuchen. Der Kreml und das Außenministerium in Peking kündigten den Staatsbesuch an. Putin folge einer Einladung des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, teilte der Kreml mit.
Wladimir Putin reist nach China
Bei dem Besuch sollen Putin und Xi demnach über die Beziehungen ihrer Länder sprechen und sich über internationale wie regionale Probleme austauschen. Im Anschluss sei die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung und einer Reihe bilateraler Dokumente geplant. Auch ein Treffen mit Ministerpräsident Li Qiang steht demnach auf dem Programm. Putins Besuch sei verbunden damit, dass sich die Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zum 25. Mal jährt. Putin war zuletzt im vergangenen Jahr in Peking gewesen, als mit einer Militärparade der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gefeiert wurde.
Putin will Xi Jinping über Donald Trump befragen? Peskow will Informationen im Blick behalten
Putins Besuch erfolgt einige Tage nach Donald Trumps Reise nach Peking. Erst am Freitag war US-Präsident Donald Trump nach einem mehrtägigen Staatsbesuch in China zurück in die USA geflogen. Darüber könnten Putin und sie sich bei ihrem Treffen austauschen. Das lassen zumindest die Worte von Kremlsprecher Dmitri Peskow vermuten. Der Kreml wolle den Besuch des US-Präsidenten im Blick behalten. "Es wird eine gute Gelegenheit sein, Ansichten über die Kontakte zwischen Chinesen und Amerikanern auszutauschen", zitiert der estnische Account WarTranslated auf der Plattform X Peskow. In einer Tonaufnahme ist der Kremlsprecher zu hören, wie er davon spricht, dass alle medialen Informationen bezüglich dieser Angelegenheit analysiert werden. Sie erhoffen sich diese Informationen aus "erster Hand zu erhalten."
Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping: Verliert Putin an Bedeutung?
Sein Besuch erfolgt in einer Zeit, in der er offenbar auf der Weltbühne an Relevanz verlieren soll. Putin könnte das Treffen der beiden laut einem Bericht von "The Conversation" nervös gemacht haben. Nach US-Angaben sollen Verabredungen in der Wirtschaft, darunter im Flugzeug- und Agrarbereich, getroffen worden sein. Über etwaige Zollsenkungen zwischen den Ländern wurde Trump zufolge allerdings nicht gesprochen. Inwieweit das Treffen die Beziehungen der beiden Länder verbessert hat, bleibt unklar. Sollte das freundschaftliche Aufeinandertreffen zwischen Trump und Xi doch nicht nur Symbolik gewesen sein, und ihre Beziehung gefestigt haben, könnte Putin laut Analysten den "Rückgang seiner Relevanz und seines Einflusses" hinnehmen, heißt es in dem Bericht. Das mache ihn für China und die USA weniger nützlich. Putin muss schauen, welche Rolle er künftig einnehmen wird: die des Mitspielers oder des Problemmachers.
"Das verheißt nichts Gutes": Putins Schwäche und der Wille zu Sowjetzeiten zurückzukehren
Die Nachrichtenseite Nexta weist auf der Plattform X auf einen weiteren Aspekt hin. "Ein besonders aufschlussreicher Moment soll während Trumps letztem Telefonat mit Putin aufgetreten sein: Dem Artikel zufolge bot Putin an, iranisches Uran nach Russland zu verlagern, doch Trump soll ihm gesagt haben, er solle 'sich darauf konzentrieren, den Krieg in der Ukraine zu beenden'." Sie sehen Putin nicht mehr als Teil der Gruppe: "Während Trump und Xi Handelsabkommen austauschen, könnte Putin plötzlich gemerkt haben, dass er aus dem Gruppenchat entfernt wurde."
Putin ist mit den derzeitigen Kriegen im Iran und der Ukraine verbunden. Russlands Kriegsmaschinerie profitiert von der Ölkrise. Gleichzeitig soll das russische Militär in der Ukraine schwächeln - Truppen erobern weniger Gebiete. Hinzu kommt seine Stellung in dem Dreierkonstrukt. "Das verheißt nichts Gutes für sein Bestreben, Russland wieder zu seiner Großmachtstellung aus der Sowjetzeit zu verhelfen – doch bedeutet dies nicht, dass er aufgeben wird", so "The Conversation".
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